Filmprogramm der Woche

Zeitsprünge im Jülicher KuBa-Kino
Von Redaktion [25.10.2007, 09.12 Uhr]

Mit dem iPod im Mittelalter…

Mit dem iPod im Mittelalter…

Zweimal lässt das Kino im Jülicher Kulturbahnhof seine Besucher Zeistprünge am Montag, 29. Oktober, vollziehen – beide Male geht es um die Begegnung mit der Vergangenheit.

Zu einem „Kreuzzug in Jeans“ bricht um 16 Uhr der 15-jährige Dolf auf – allerdings eher aus Versehen. Er will eine Zeitmaschine nutzen, um damit soweit zurückzureisen, damit er ein verlorenes Fußballspiel ein zweites Mal bestreiten kann. Unglücklicherweise ist das Gerät falsch kalibriert, sodass er mitten im 13. Jahrhundert während der Kinderkreuzzüge landet. Um irgendwie zu seiner Mutter Mary (Emily Watson) zurückkehren zu können, schließt er sich den Horden von kindlichen und jugendlichen Pilgern an, die zusammen nach Jerusalem marschieren, um die durch die Perser besetzte Stadt zu befreien.

Historische Fakten treffen auf Fantasy, wenn Ben Sombogaart, der 2004 für "Die Zwillinge" eine Oscar-Nominierung erhielt, in die Vergangenheit zu einem fesselnden Jugendabenteuer aufbricht. Die Geschichte basiert auf dem mehrfach preisgekrönten Erfolgsroman „Kruistocht in spijkerbroek“ von Thea Beckman – ausgezeichnet u.a. als bestes europäisches Jugendbuch. Es wurde allein in den Niederlanden über 340.000 mal verkauft und in viele Sprachen übersetzt.

Kreuzzug in Jeans ist die atemberaubende Odyssee eines modernen Jungen, bei der er Freunde findet, tiefen Glauben erlebt und Liebe kennen lernt und erfährt, aber er muss sich auch und vor allem der Gefahr stellen, am Ende womöglich alles wieder zu verlieren. Der Film ist für Kinofreunde ab 12 Jahre freigegeben.

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Wehrdienstverweigerung ist nicht immer Ansichtssache

Wehrdienstverweigerung ist nicht immer Ansichtssache

Auch eher unfreiwillig bricht der 19-jährige Wehrdienstverweigerer Sven (Alexander Fehling) ab 20 Uhr zu einer Begegnung mit der Zeit auf. Er wollte eigentlich seinen Zivildienst in Amsterdam ableisten, findet aber nur im polnischen Städtchen Oswiecim eine Stelle. Unter dem Namen Auschwitz wurde es als größtes deutsches Vernichtungslager zum Symbol für den Holocaust. Neben seiner Arbeit an der Gedenkstätte soll sich Sven um den KZ-Überlebenden Krzeminski (Ryszard Ronczewski) kümmern, der ihn aus purem Deutschenhass schikaniert. Verständnis findet er zunächst nur bei der jungen Ania (Barbara Wysocka).

Es verliebt sich in die Dolmetscherin und lernt ein Leben jenseits der Begegnungsstätte kennen. Aber wie sieht ein normales Leben an einem Ort aus, an dem nichts normal ist? Wo Fettnäpfchen, Vorurteile und Tabus auf der einen Seite und Gedenkstätten-Tourismus auf der anderen Seite lauern? Als Ania sich für ein Stipendium in Brüssel bewirbt, beschließt Sven alles hinzuschmeißen. Mit gepackten Koffern steht er am Bahnhof. Doch „Am Ende kommen Touristen“ – so auch der Filmtitel –, wie jeden Tag, und Sven muss sich entscheiden.

Ein leises, aber wirkungsvolles Drama von "Netto"-Regisseur Robert Thalheim, der die schwierige Vergangenheitsbewältigung ohne Pathos, aber mit vielen kleinen, bewegenden Momenten leistet und von einem erstklassigen deutsch-polnischen Ensemble lebt.


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