Ausstellung an der Fachhochschule

Jülich: Energie und Kraft für Mindestlohn und Arbeitsschutz
Von Arne Schenk [04.10.2007, 17.42 Uhr]

„Es ist bemerkenswert, mit welcher Energie und Kraft sie ans Werk gehen“, erzählt die Ethnologin Steffi Holz. „Sie“ sind peruanische Frauen, die sich mit Heimarbeit etwas zum Lebensunterhalt dazuverdienen oder diesen sogar gänzlich damit bestreiten. Dazu nähen sie Kleidungsstücke zusammen oder stellen aufwändige Applikationen wie Perlen- und Paillettenstickereien, Armbänder oder Schmuck her.

Im Dienste der guten Sache: Ethnologin Steffi Holz, Gleichstellungsbeauftragte Andrea Stühn, Dekanin Angelika Merschenz-Quack, Bürgermeister Heinrich Stommel, Virginia Lisken und Patrick Auschner (von links).

Im Dienste der guten Sache: Ethnologin Steffi Holz, Gleichstellungsbeauftragte Andrea Stühn, Dekanin Angelika Merschenz-Quack, Bürgermeister Heinrich Stommel, Virginia Lisken und Patrick Auschner (von links).

Als Stundenlohn erhalten sie dafür zehn peruanische Eurocent. Falls sie diese überhaupt bekommen, denn häufig versuchen die Arbeitgeber in der Bekleidungsindustrie unter fadenscheinigen Begründungen, sich vor der Bezahlung zu drücken. Man solle dieses Thema bewusst machen, fordert Andrea Stühn, Gleichstellungsbeauftragte der Fachhochschule Aachen.

Genau dies beabsichtigt die Ausstellung „Frauen haben viele Fähigkeiten“ im Auditorium am Solarcampus Jülich, Heinrich-Mußmann-Straße. Bis zum 27. Oktober ist dort die Fotoausstellung über die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Heimarbeiterinnen im peruanischen Lima montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr zu sehen.

Werbung

Interessiert verfolgen Dekanin Prof. Angelika Merschenz-Quack und Gleichstellungsbeauftragte Andrea Stühn (von rechts) die Ausführungen von Steffi Holz (links)

Interessiert verfolgen Dekanin Prof. Angelika Merschenz-Quack und Gleichstellungsbeauftragte Andrea Stühn (von rechts) die Ausführungen von Steffi Holz (links)

Abgebildet sind dabei die Ergebnisse und Einblicke eines ASA-Projektes (Arbeits- und Studienaufenthalte im Ausland) von Juni bis November 2006 der Neu-Kölnerin Steffi Holz sowie deren Mitarbeiterinnen Sandra Dietzel und Ursina Roder. Anhand von Interviews erstellten sie eine qualitative Studie für lokale Entwicklungsorganisation in Lima. Die Frauen dokumentierten dabei selber mit Einwegkameras ihr Alltagsleben.

Die Resonanz sei superpositiv gewesen, dass sich jemand für die Frauen und ihre Arbeit interssiert habe, bemerkt Steffi Holz. Dadurch seien Hoffnung geweckt worden. Ehe Ziele wie Mindestlöhne oder Arbeitsschutzbestimmungen erreicht werden können, müssen sich die Frauen erst kennenlernen und organisieren.

„Ich studiere an der FH in Jülich und trage Wissen in die Welt“, heißt ein hiesiger Slogan, meinte Dekanin Prof. Angelika Merschenz-Quack auf der Ausstellungeröffnung, „hätten diese Frauen das Wissen, ginge es ihnen besser.“ Begleitet von Cajon-Spieler Patrick Auschner gibt Gitarristin und Sängerin Virginia Lisken das musikalische Motto vor: „My heart is low, as only a woman’s heart can be“.


Dies ist mir was wert:    |   Artikel veschicken >>  |  Leserbrief zu diesem Artikel >>

NewsletterSchlagzeilen per RSS

© Copyright 2018 Presse- und KulturBüro Schenk + Schenk | Datenschutz

Das Brenzlicht

Mehr Zivilcourage
Es gehört Zivilcourage dazu, Kritik zu üben an einer Preisverleihung, die Zivilcourage auszeichnet und sich gegen das Vergessen der Greueltaten der Nazis positioniert. Toleranz – so die Namensergänzung der veranstaltenden Jülicher Gesellschaft – gehört dazu, um auszuhalten, wenn von vier zu Ehrenden drei als Nebenprodukt behandelt werden und der einzige, durchaus nicht unumstrittene Ausgezeichnete vom Laudator eine Würdigung erfährt, die nicht nur einige Menschen befremden dürfte.  [01.03.2017, 07.54 Uhr]  >>

Alle Brenzlichter >>

Top-Thema

Das JüLicht geht im "Herzog" auf
Das "JüLicht" ist Geschichte – es geht ab sofort im "Herzog" auf – und diesmal gibt es die neuesten Nachrichten nicht nur täglich frisch im Internet, sondern auch jeden Monat als neues Stadt- und Kulturmagazin in gedruckter Form. Wir – Muttkraat, Medien- und Kommunikationsdesigner Hacky Hackhausen und Herzens-Jülicherin und Journalistin Dorothée Schenk – haben fast drei Jahre lang an der „Fusion“ des „kleinen Herzog“, das bis Ende 2017 als Kulturmagazin im Taschenformat erschienen ist und dem Internetmagazin „JüLicht“ geplant und gefeilt.  [30.01.2018, 14.41 Uhr]  >>

Rundum

Kreatives Lösungsmodell im Aldenhovener KIM-Prozess [09.04.2017, 14.00 Uhr]  >>
Düren: Den Umgang mit Demenz lernen [09.04.2017, 13.51 Uhr]  >>

Vereine

Lebendiges Geschichtsgedächtnis [09.04.2017, 14.51 Uhr]  >>
Bestehen unter des Meisters Augen [09.04.2017, 13.19 Uhr]  >>

Immer auf dem Laufenden



Newsletter >>

JüLicht auf Ihrer Site

Sie können unsere aktuellen Schlagzeilen auf Ihrer Website präsentieren - hier steht, wie >>.

Kontakt

Welches Anliegen Sie auch immer bewegt, über unser Kontaktformular >> können Sie mit uns in Verbindung treten.

Werbung