Ambulant vor stationär im Freizeitbereich

Jülich: Zapellino zeigt, was in Menschen steckt
Von tee [26.09.2007, 13.35 Uhr]

Ihr Leben ist zuweilen ein Seiltanz, die Bälle, die ihnen zugespielt werden in der Luft zu halten, ist keine leichte Aufgabe und zuweilen ist schon das Überwinden von Treppen ein akrobatischer Akt. Menschen mit einer Behinderung haben es immer noch besonders schwer, wollen sie ihre Rechte im Alltag wahrnehmen. Einen Beitrag zur Integration leisten will das Projekt des Jülicher Arbeitskreis Integration (AKI) „Wir sind die Zirkuskünstler unseres Lebens“.

Die Organisatoren und Ansprechpartner für die "Zirkuskünstler unseres Lebens": (v.l.) Dietmar Mauermann, Katarina Esser und Beate Wirth-Weigelt.

Die Organisatoren und Ansprechpartner für die "Zirkuskünstler unseres Lebens": (v.l.) Dietmar Mauermann, Katarina Esser und Beate Wirth-Weigelt.

Ausgewählt unter über 100 Bewerbern wurden die Jülicher mit ihrem „Leuchtturm-Projekt“ vom Landschaftsverband Rheinland. Der hatte im Zuge der Modellförderung „Ambulant vor stationär im Freizeitbereich“ beschlossen und vorab 208.000 Euro für neue und innovative Projekte bereitgestellt, in denen kreative Ideen zur integrativen Freizeitgestaltung im Sport-, Freizeit- und/oder Kulturbereich von behinderten und nicht behinderten Menschen finanziell gefördert werden. Die Jülicher erhalten 8200 Euro aus dem Topf und können damit das engagierte Projekt „Wir sind die Zirkuskünstler unseres Lebens“ in Zusammenarbeit mit dem Kölner Zirkus Zappelino bestreiten.

Ein Wochenende lang werden am 20./21 Oktober rund 80 Workshop-Teilnehmer und ihre Lehrmeister die Jülicher Zitadelle in eine Manege verwandeln. Die Artisten und Moderatoren des Zirkus werden in die Kunst der Akrobatik, des Hula Hupp, des Kugellauf, am Trapez, auf dem Seil und mit dem Seil einweihen, in der Jonglage und im Umgang mit dem Feuer schulen. Der AKI hat sich für diese Projekt entschieden, da es nicht nur eine gute Bühne für ein Kennenlernen von Menschen mit und ohne Behinderungen bietet und die Akzeptanz und Wertschätzung im Umgang miteinander fördert, sondern auch der Körperwahrnehmung, dem Selbstvertrauen und der Selbstachtung dient. Ganz selbstverständlich können in diesem Umfeld Sprachbarrieren überwunden werden. Wie heißt es in dem Flyer zur Veranstaltung, der übrigens im gesamten Stadtgebiet repräsentativ ausliegt: „Wir wollen an diesem Wochenende ausprobieren, was wir können, tun, was und Spaß macht und zeigen, was in uns steckt.“ Ein ehrgeiziges Unterfangen.

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Manege frei für Musik heißt es mit Spirit Steps zum Abschluss des Zirkuswochenendes.

Manege frei für Musik heißt es mit Spirit Steps zum Abschluss des Zirkuswochenendes.

Das Angebot richtet sich vor allem an junge Erwachsene mit und ohne Behinderungen. Einstudiert wird ein Bühnenprogramm, das zum Abschluss am Sonntag im Innenhof der Zitadelle gezeigt werden soll. Anschließend tritt die Live Musik Gruppe „Spirit Steps“ auf, die bereits im Februar ihre Zuhörer im Kulturbahnhof begeisterten. Aus einem Projekt gewachsen zählt die Formation heute fünfzehn Mitglieder, die ausschließlich eigene Stücke produzieren. Die Texte zu den Songs werden überwiegend von den behinderten Musikern geschrieben. Die Musik wird zu den Texten komponiert und enthält Elemente aus Pop, Rock, Ethno, Punk und Blues.

Eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung war ein Angebot an „selbständige“ Behinderte, insbesondere mit geistiger Behinderung, der Schwerpunkt Integration war von Bedeutung und der nachhaltige Charakter, also ein Projekt, das über die Veranstaltung selbst hinaus wirken sollte. All dies ist in Jülich erfüllt. Denn nach den Zirkusproben ist vor den Zirkusproben: Vertiefen sollen die Teilnehmer ihre Kenntnisse und ihre Kontakte an zwei weiteren Worksshopterminen im November und Dezember. Wachsen soll daraus laut Projektbeschreibung ein kontinuierliches Workshopangebot mit dem Ziel eines eigenen Zirkus für Menschen mit und ohne Behinderung für das Jahr 2008.

Wer sich an den Workshops beteiligen möchte kann sich an die drei Haupt-Verantwortliche Koordinatoren werden: Katarina Esser beim Amt für Kinder, Jugend und Sozialplanung der Stadt Jülich unter 02461-63236 oder via Mail Kesser@juelich.de, sowie an Beate Wirth-Weigelt an der Schirmerschule unter 02461-910541 bzw. schirmerschule@t-online.de oder an Dietmar Mauermann vom HPZ unter 02461-342381 oder Mail dietmar,mauermann@lvr.de wenden.


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