Interkulturelle Woche 2007

Jülich: Sprachhürden, Verfolgung und das Recht der Rechtlosen
Von Arne Schenk [11.09.2007, 21.23 Uhr]

In diesem Jahr steht die Interkulturelle Woche in Jülich unter dem Motto „Teilhaben – Teil werden!“ Vorträge, Fortbildung, Information und Musik werden vom Diakonischen Werks des Kirchenkreises Jülich in Kooperation mit dem Flüchtlingsrat NRW vom 19. September bis 21. Oktober angeboten.

"Flüchtlinge schützen – nicht abschieben" dafür engagieren sich auch Heike Winzenried, Marijke Barkhoff von Kultur ohne Grenzen und Rosie Schröder vom Arbeitskreis Asyl (von links)

"Flüchtlinge schützen – nicht abschieben" dafür engagieren sich auch Heike Winzenried, Marijke Barkhoff von Kultur ohne Grenzen und Rosie Schröder vom Arbeitskreis Asyl (von links)

Vermutlich 400 Menschen starben am 17. August bei einem Sprengstoffattentat im Irak, überwiegend Yeziden (Jesiden). Bei diesem schlimmsten aller Anschläge seit Einmarsch der US-Armee wurden ganze Familien ausgelöscht. Die Yeziden ist eine kurdische Gruppe, die nun ihre Ausrottung befürchtet, weil sie keine Muslime sind.

„Religiöse Verfolgung als Asylgrund – am Beispiel von Christen und Yeziden aus dem Irak und Iran“ lautet denn auch die Auftaktveranstaltung zur Interkulturellen Woche 2007 des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Jülich in Kooperation mit dem Flüchtlingsrat NRW am Mittwoch, 19. September, 20 Uhr, im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Düsseldorfer Straße 30. Referent Michael Gödde ist als Rechtsanwalt seit vielen Jahren mit dem Schwerpunkt Asyl- und Ausländerrecht in Duisburg tätig.

Um eine Eu-Qualifikationsrichtlinie umzusetzen, muss auch in Deutschland bei einem Asylverfahren religiöse Verfolgung als ausreichender Grund anerkannt werden. Dabei können selbst negativ abgeschlossene Verfahren wieder aufgegriffen werden. Allerdings müssen die Betroffenen dies selbst beantragen. Im Anschluss steht der Rechtsanwalt für Fragen zur Verfügung. Zur besseren Verständigung kann bei Bedarf ein Dolmetscher für die kurdische, arabische oder persische Sprache hinzugezogen werden.

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Der Einsatz von Dolmetschern in der Beratung und Therapie ist Thema einer Fortbildungsveranstaltung für Beratungsstellen und Gesundheitseinrichtungen am Mittwoch, 26. September. Im Raum C1 der Kreisverwaltung Düren, Bismarckstraße 16, hilft das Diakonische Werk in Kooperation mit der Migrationsbeauftragten des Kreises Dürenvon 10 bis 13 Uhr „sprachliche Hürden zu überwinden“. Anmeldungen sind bis Freitag, 21. September, an das Diakonische Werk, Heike Winzenried, Tel. 02461-975614, Fax 02461-975622, Email winzenried@diakonie-juelich.de zu richten.

Weitere Veranstaltungen sind ein Infostand zum Tag des Flüchtlings des Arbeitskreises Asyl Jülich am Samstag, 13. Oktober, in der Jülicher Kölnstraße von 10 bis 13 Uhr sowie eine Vorführung des Films „Leben im Zwischenraum – Alltag von Flüchtlingskindern in Deutschland“ des Arbeitskreises in Kooperation mit dem Diakonischen Werk am Montag, 8. Oktober, 19 Uhr.

„Die gesetzliche Bleiberechtsregelung und die Änderung des Zuwanderungsgesetzes“ mit Rechtsanwältin Kerstin Müller steht am Donnerstag, 11. Oktober, 19 Uhr auf dem Programm. Den Abschluss bildet am Sonntag, 21. Oktober, 15 Uhr, „Musik der Seidenstraße“, eine Kooperation mit der Verein Kultur ohne Grenzen. Bestritten wird die Musik von Gülendem Abbas (Gesang, Perkussion) und Kamil Abbas (Gitchek, Rawap, Gesang), zudem zeigt eine Ausstellung Bilder von Marwayit Hapiz und in einem Kurzvortrag stellt Anja D. Senz die Uiguren, eine chinesische Minderheit, vor.

Die drei letzten Veranstaltungen finden im Dietrich-Bonhoeffer-Haus statt. Der Eintritt ist jeweils frei. Weitere Informationen erteilt Heike Winzenried beim Diakonischen Werk des Kirchenkreises Jülich.


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