Guido von Büren und Andreas Kupka über „Schloss und Zitadelle Jülich“

Jülichs „Schmuckkästchen“ für Laien und Forscher
Von Dorothée Schenk [25.05.2005, 14.42 Uhr]

G. Ulrich Großmann von der Wartburg-Gesellschaft stellte den neuen kunsthistorisch-popularwissenschaftlichen Begleiter zu „Schloss und Zitadelle Jülich

G. Ulrich Großmann von der Wartburg-Gesellschaft stellte den neuen kunsthistorisch-popularwissenschaftlichen Begleiter zu „Schloss und Zitadelle Jülich

Aktuell, wissenschaftlich fundiert, aber für den interessierten Laien verständlich, sollen die Schriften der Reihe „Burgen, Schlösser und Wehrbauten in Mitteleuropa“ sein, klärt G.Ulrich Großmann von der Wartburg-Gesellschaft. Diese ist nämlich Herausgeberin der Reihe und stellte jüngst in der Zitadelle im Kreise des Eigentümer-Vertreter vom Land NRW, des Marketingleiters des Verlages Schnell & Steiner und natürlich der Stadt und des Museums Jülich den „jüngsten“ Band vor: Mit „Schloss und Zitadelle Jülich“ beschäftigten sich Guido von Büren und Andreas Kupka, „zwei lange und liebe Weggefährten“, wie Museumsleiter Marcell Perse betonte. „Nur aus der Kontinuität heraus, kann ein solches Werk entstehen“, so Perse. So lag die Umsetzung des Werkes bei Historiker von Büren und Archäologe Kupka in besten Händen. Beide sind der Stadt Jülich und ihren geschichtlichen Reichtümern seit über zehn Jahren fest verbunden.

Auf 48 Seiten stellt das Autoren-Duo eindrucksvoll das Prachtstück unserer Stadt vor. Im Wesentlichen werden die Eckdaten und Baubeschreibungen Jülich-Kennern bekannt sein, aber seit 2000 haben sich durch Grabungen und Forschungen neue Erkenntnisse ergeben. In diesem Sinne „aktuell, wissenschaftlich fundiert“ ist es für Liebhaber und Neu-Entdecker der Zitadelle ein Muss. Hervorragend ist einfach auch die Aufmachung. Ein Beispiel: Den „Gang durch die Geschichte“ erhellt zusätzlich eine zeitorientierte Tabelle der regierenden Herzöge, den „Rundgang“ durch die Zitadelle ein Exkurs „Der bastionierte Festungsbau“. Dem Leser bleibt die Entscheidung, wie viel Information er gewinnen möchte. Klar abgegrenzt sind in gelben Vierecken die Ergänzungen.

Natürlich wäre eine solche Publikation nichts ohne Bebilderung. Sie nimmt als Träger der Informationen einen hohen Stellenwert ein: Bernhard Dautzenberg, Arno Petersen und Wilhelm-Peter Schneider haben das Festungswerk mit dem Fotoapparat textbegleitend in Szene gesetzt. Eindrucksvoll sind aber auch die Rekonstruktionszeichnungen von Timm Rath und Helmut Rosenzweig. Neben den Grundrissen und Schemata zur Zitadelle geben gerade die colorierten Zeichnungen einen guten Einblick in den Zustand vergangener Tage. Als Beispiele seien hier nur das Südtor mit dem Torwächterhaus (S.24) und die Arkadenanlage vor Nord- und Ostflügel (S.38) angeführt.

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Ein kleines Meisterwerk mit vielen Akteuren (v.l.) Rainer Boos, Helmut Rosenzweig, G. Ulrich Großmann, Andreas Kupka und Guido von Büren, Heinrich Stommel, Marcell Perse, Werner Werth und Bernhard Dautzenberg.

Ein kleines Meisterwerk mit vielen Akteuren (v.l.) Rainer Boos, Helmut Rosenzweig, G. Ulrich Großmann, Andreas Kupka und Guido von Büren, Heinrich Stommel, Marcell Perse, Werner Werth und Bernhard Dautzenberg.

„Erfreut über die für die Öffentlichkeit herausragende Arbeit“ zeigte sich Regierungsrat Werner Werth, vom Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport. Der Landesvertreter rief ins Gedächtnis, dass zur Restaurierung der Zitadelle – seit 1965 im Besitz von Nordrhein-Westfalen – inzwischen 14 Millionen Euro ausgegeben worden seien. Der Repräsentation des Baus, die das Stadtgeschichtliche Museum Jülich übernimmt, käme ein großer Stellenwert zu. Und so habe der neue Führer eine Lücke geschlossen.

Dass die Herausgabe dieses Buches – und der ganzen Reihe – überhaupt möglich war ist dem Engagement der Wartburg-Gesellschaft zu verdanken, deren Forschung sich in über zwölf Ländern erstreckt, und der Kulanz des Regensburger Verlages Schnell & Steiner. Dieser, so erläuterte Gesellschafts-Vorsitzender und Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg Großmann, hätte sich bereit erklärt, der mittellosen Gesellschaft eine Schriftenreihe zu drucken. Bedingung: Der Eigentümer – in dem Fall das Land NRW - muss den Verkauf mit tragen. Natürlich habe man daher Objekte zur Besprechung ausgesucht, die sich auch verkaufen lassen. . .

Als nächste kommt in Band 15 Schloss Horst bei Geilenkirchen zur Würdigung. Marketingleiter Rainer Boos war vom Verlag aus Regensburg eigens mit dem frisch gedruckten Band 14 „Schloss und Zitadelle“ angereist und brachte auch gleich die Erklärung für das Entgegenkommen mit: Der Verlag - von dem Kunsthistoriker Schnell und dem Kaufmann Steiner gegründet – habe sich den kunsthistorischen Führern auf hohem Niveau verschrieben. Begeistert äußerte er sich über das Autoren-Duo von Büren/Kupka, und lobte die fruchtbare Zusammenarbeit.

Deren Ergebnis, die 48-seitige Schrift, ist im Museum Zitadelle und in den Buchhandlungen für 6,50 Euro zu erwerben.


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