Jülich: Fünfmal Hesse zur literarischen Vesper
Von Arne Schenk [27.08.2007, 05.57 Uhr]

Reichlich informiert hat sich Elke Bennetreu durch Schriften von und über Hermann Hesse für die Literarische Freitagsvesper „Hesse Resonanzen: Wirkungen und Anstöße“.

Reichlich informiert hat sich Elke Bennetreu durch Schriften von und über Hermann Hesse für die Literarische Freitagsvesper „Hesse Resonanzen: Wirkungen und Anstöße“.

Der Wind fährt durch den Baum und spielt mit einem Blatt. Ist der Betrachter nicht selbst wie dieses Blatt, das dem Treiben der Elemente ausgesetzt ist? Hermann Hesse habe eine tiefen Dialog mit Naturerscheinungen geführt, erklärt Elke Bennetreu, Leiterin der evangelischen Erwachsenenbildung (EEB) im Kirchenkreis Jülich. „Bei ihm ist das nach außen Schauen gleichzeitig ein nach Innen schauen.“

In gleicher Weise haben die Schriften Hesses durchaus eine Wirkung auf den Leser: „Seine Werke lösen etwas in den Menschen aus, sie geben einen Anstoß.“ So versteht sich Elke Bennetreu auch als „Resonanzkörper“, der durch Hesses Aussagen in Schwingungen versetzt wird. Konsequenter Weise heißt auch die fünfteilige „Literarische Freitagsvesper“, die am 31. August beginnt, „Hesse Resonanzen: Wirkungen und Anstöße“.

Weitere Veranstaltungen des nach „Gruppe 47“ zweiten Vesperevents sind am 7. September, 12. Oktober, 9. November und 14. Dezember. „Ein Abend wird einem Schriftsteller nicht gerecht“, meint Bennetreu, die gemeinsam mit Margret Hanuschkin die Reihe leitet. Beginn ist jeweils um 18.30 Uhr.

Lediglich der Auftakt „Hesses Kindheit und sein frühes Ringen um die Anerkennung des Anderssein (1877 – 1895) wird von Elke Schlösser gestaltet. Die Diplom-Sozialarbeiterin der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien des Kreise Düren, wagt dabei den Brückenschlag zur Identitätssuche des Nachwuchses in der heutigen Zeit, auch im Hinblick auf Kinder mit Migrationshintergrund.

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An den übrigen vier Abenden vergleichen die Referentinnen Hesses Biografie mit den Werken, die während der betreffenden Perioden entstanden sind. Ob Romane, Gedichte oder Briefe, Hesses geistige Entwicklung spiegelt sich in seinen Schriften wider, etwas, das in der goldenen Ära der Psychoanalyse bei C.G. Jung „Individuationsprozess“ heißt. „Gott wird fragen, ob du der geworden bist, zu dem du die Anlagen und Erbschaften mitbekommen hast“, bekräftigt Hermann Hesse.

Die „Ich-Werdung“ ist für ihn eine schmerzlicher Prozess. „Der Vogel muss durch die Schale“ nennt er es im „Demian“. Er selber scheitert bei dem Versuch, sich dem System anzupassen. Zwischen Jugendpsychiatrie, zwei Weltkriegen und diversen Selbstmordversuchen befasst sich die Freitagsvesper mit den massiven Seinsfragen Hesses und legt dabei eine „zeitgeschichtliche Folie“ über dessen Leben.

Die „literarische Freitagsvesper-Reihe findet im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Düsseldorfer Straße 30, statt. Es wird eine Gebühr in Höhe von 5 Euro inklusive Vespermahlzeit erhoben. Eine Anmeldung wird beim EEB-Büro, Tel. 02461/99660, Email eeb@kkrjuelich.de erbeten.


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