Fotoausstellung "Der andere Blick"

Jülich: Neue Wahrnehmung und reizvolles Spiel mit Farbe
Von Redaktion [29.04.2007, 09.07 Uhr]

Martin Marquardt rückt die letzten Bilder seiner Ausstellung „Der andere BlicK“ im Café Pasqualini gerade.

Martin Marquardt rückt die letzten Bilder seiner Ausstellung „Der andere BlicK“ im Café Pasqualini gerade.

Der Sucher hilft ihm, seine Findlinge mit nach Hause zu tragen. Objektiv gesehen, auf die kleine Festplatte der Digital-Kamera gebannt, lässt Martin Marquardt die Bilder vom Computermonitor auf sich wirken und verändert sie dann. Die Empfindungen gleichen denen eines Schnitzers, der angeregt von der Form, dem Material und Duft eines Stück Holzes, den Werkstoff mitnimmt, um ihm mit dem Messer eine neue, andere Form zu geben. Wie dies bildnerisch aussieht, zeigt er der Öffentlichkeit seit Freitag, 27. April, in der Ausstellung „Der andere Blick“ in der Wohnanlage „An der Zitadelle“ am Wallgraben in Jülich.

„Ich betrachte den PC mit seinen hunderten von Werkzeugen als meine Staffelei“ erklärt Martin Marquardt „wobei ich gerne zugebe, dass die konservative Bildmalerei ungleich mühevoller und zeitaufwändiger ist.“ Mit einem Mausklick verfremdet der Motiv-Sammler die Wirklichkeit, bringt auch Abstoßendes in eine Form, die ästhetisch und schön ist. Etwa Bildausschnitte wilder Müllkippen – Ensembles aus Plastik und Stahl, überwuchert von Pflanzen taucht Martin Marquardt in eine übernatürliche Farbenpracht, die zuweilen an Infrarotbilder oder wissenschaftliche Aufnahmen aus Labors erinnern. „Ich helfe der Natur von meiner Vorstellung aus nach, und natürlich ist auch ein Stück Fantasie dabei.“ Die Bilder im Sucher entstanden werden für den Besucher zu Suchbildern. Wer das Foto nicht als Ganzes wirken lässt, kann versuchen, das dahinter liegende Motiv zu finden.

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Martin Marquardt und seine „technische Staffelei“.

Martin Marquardt und seine „technische Staffelei“.

Ohne zögern stimmt der Fotograf der Aussage zu: „Das kann doch jeder!“ Was nicht jeder kann, so Marquardt, ist, die Motive zu finden. „Das ist meine Urheberschaft, mein Einzelvertretungsanspruch.“ Unscheinbares aufzuwerten – wie Altholz oder schlammige Pfützen – und der Reiz, den Blick auf Details zu lenken, die vom großen Ganzen überdeckt werden – wie der Ausschnitt von Marmorstrukturen aus Viareggio – treiben Martin Marquardt an. Als Künstler sieht er sich darum nicht, auch wenn andere ihn schon so bezeichneten. „Ein Künstler hat für mich eine Ausbildung und sein Handwerk gelernt“, gibt sich der Fotograf bescheiden. Seine Wesenzüge extrovertiert und mitteilsam seien es vielmehr, die ihn zum Schritt in die Öffentlichkeit gebracht hätten. „Wenn ich Spaß an einer Sache habe, dann möchte ich sie auch mitteilen.“

Gezeigt werden 40 Fotografien von Martin Marquardt im Café Pasqualini der Wohnanlage „An der Zitadelle“ bis Ende Juni. Zu kaufen sind die Bilder übrigens auch: zu 185 Euro das Stück.


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