Sanierung verpflichtend

Jülicher Meyburginsel bald ohne Gewässer
Von tee [23.04.2007, 16.03 Uhr]

Als Regenwasserauffangbecken ist das Gewässer an der Meyburginsel angelegt…

Als Regenwasserauffangbecken ist das Gewässer an der Meyburginsel angelegt…

Manch heißes Eisen hatte der jüngste Ausschuss für Planung, Umwelt und Bauen anzufassen. Während erwartungsgemäß die Vorlagen zu Bebauungs- und Flächennutzungsänderungen weitgehend diskussionslos die Abstimmungen passierten, gab es reichlich Gesprächsbedarf und Informationen zu den angehenden Sanierungen des Parkhauses Zitadelle sowie des Neuen Rathauses und dem vieldiskutierten Regenrückhaltebecken Meyburginsel. Im Mai ist Baubeginn, dann wird das Gelände für 580.000 Euro saniert. Ein Regenklärbecken wird gebaut und das vorhandene Gewässer mit Erde verfüllt. Hier wogten noch einmal die Emotionen hoch. Seit 2004 thematisiert der Fachausschuss in regelmäßigen Abständen diese „Wasserbehandlungsanlage“, so lautet die korrekte technische Bezeichnung.

Anwohner und politische Vertreter, allen voran die SPD mit Martin Marquardt und Hans Meyer, setzten sich für einen Erhalt des künstlichen Gewässers ein. Aber auch ein letzter Termin bei der Bezirksregierung Köln mit Lokalpolitikern bestätigte der Verwaltung, dass aufgrund der Gegebenheiten vor Ort kein Gestaltungsspielraum bestehe. Der technische Beigeordnete Martin Schulz betonte, dass es sich beim Regenrückhaltebecken Meyburginsel nicht um einen idyllischen Teich handle und auch um kein natürliches Gewässer. Die Verwaltung nehme Rücksicht auf die Fische und brütenden Tiere – vor der Brutzeit sind bereits in Abstimmung mit dem Umweltschutz Schneisen geschlagen worden – allerdings gibt es hierzu wohl keine rechtlichen Vorschriften.

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Der Idylle an der Meyburginsel geht das Wasser aus.

Der Idylle an der Meyburginsel geht das Wasser aus.

Hans Meyer (SPD) bezweifelte das entschieden und erklärte, dass er die Vorschriften für unsinnig halte und damit ablehne. Klaus Pfeiffer vom Verein Jülicher Sparsamkeit meldete sich zu Wort. Lediglich die Sanierung des Vorklärbeckens ist seiner Aussage nach vonnöten und die Sekundärbelastung durch kontaminierten Schlamm führt er auf Versäumnisse der Stadt zur Reinigung des Regenrückhaltebeckens zurück. Frau X von der Verwaltung erklärte, dass ein solches Gewässer nach Vorschriften nicht gepflegt werden müsse, dies auch die Kapazitäten der Stadt übersteige und man sich lediglich darauf beschränkt habe, die Einkaufswagen und Fahrräder aus dem Wasser zu ziehen. Ergänzt wurden von dem Beigeordneten Schulz, dass Anwohner zu einer Verschmutzung des Gewässers durch falschverstandene Tierliebe und tütenweisem Brot, das ins Wasser geschüttet wurde, ebenfalls beigetragen hätten.

Letztlich würde eine Erhaltung des Gewässers , so hatte Schulz errechnet, eine halbe Millionen Euro mehr kosten, denn ein kostspieliges Filtersystem müsste gebaut werden. „Für eine Idylle sind den Bürgern Mehrkosten in Höhe von 500.000 Euro zuzüglich Betriebskosten nicht zuzumuten.“

Mit sechs Gegenstimmen ging der Tagesordnungspunkt vom Tisch.

Die Maßnahme soll im November abgeschlossen sein.


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