Verbund von Rechenkapazitäten

Jülich ist Teil des europäischen Superrechnerverbundes PACE
Von Redaktion [17.04.2007, 14.17 Uhr]

Heute wurde in Berlin das Konsortium PACE – Partnership for Advanced Computing in Europe gegründet. Zusammen mit den beiden anderen deutschen Höchstleistungsrechenzentren aus Stuttgart und Garching und weiteren Partnern aus 15 europäischen Ländern beteiligt sich das Forschungszentrum Jülich an diesem Projekt.

„Das wissenschaftliche Rechnen mit Supercomputern bekommt damit eine europäische Dimension“, sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan auf der Pressekonferenz anlässlich der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding von PACE. Der EU-Direktor für Neue Technologien und Infrastruktur, Ulf Dahlsten, betonte den Wert einer geeinten europäischen Forschungslandschaft.

„Wissenschaft und Wirtschaft brauchen Rechenleistung auf höchstem Niveau – die einen, um Spitzenforschung zu erbringen und die anderen, um Innovationen zu schaffen“, erklärte Prof. Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich und Sprecher des deutschen Supercomputerverbundes Gauss Centre for Supercomputing. In allen Naturwissenschaften seien Supercomputer zum unverzichtbaren Werkzeug geworden, sagte Bachem und wies darauf hin, dass „die großen Erkenntnissprünge der Zukunft mit Hilfe der Simulation Sciences entstehen werden.“ Ziel von PACE ist es, den Naturwissenschaftlern in Europa einen uneingeschränkten, unabhängigen Zugang zu schnellen Supercomputern und kompetenten Support zu bieten.

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Das Konsortium will sich Anfang Mai gemeinsam bei der EU um die Vorbereitung europäischer Supercomputer-Zentren mit Rechnern an der Leistungsspitze bewerben. Ulf Dahlsten, EU-Direktor in der Generaldirektion Informationsgesellschaft und Neue Medien, begrüßte, dass die Nationen in Europa nun nicht mehr im Wettbewerb untereinander, sondern gemeinsam antreten und sich damit gestärkt dem weltweiten Wettbewerb stellen können.

Eine Supercomputer-Infrastruktur auf höchstem Niveau zu schaffen, hatte das Expertengremium ESFRI, das European Strategy Forum for Research Infrastructures, in seinem Bericht gefordert, den es im Herbst 2006 der Europäischen Kommission übergeben hatte. Das Gremium schätzt die Startkosten von bis zu vier solcher Rechenzentren – vergleichbar mit den Supercomputerzentren in den USA – auf bis zu 400 Millionen Euro und die jährlichen laufenden Kosten auf über 100 Millionen Euro. Diese Zentren sollen die neue Spitze des Verbundes der europäischen Superrechner bilden.

In ihrem heute unterzeichneten Memorandum haben die PACE-Partner vereinbart, innerhalb der kommenden zwei Jahre konkrete Vorschläge zu erarbeiten, wie sie ihre Ausstattung und Kompetenz aufeinander abgestimmt einsetzen können und diese nach und nach umsetzen.

In der Vorbereitungsphase bis 2010 sollen transparente, Grenzen überschreitende und weltweit wettbewerbsfähige Organisationsstrukturen für das wissenschaftliche Rechnen mit Supercomputern in Europa geschaffen, klare Vorgaben für die benötigte Hardware an verschiedenen Standorten gemacht und eine europäische Plattform für die Entwicklung von Hardware- und Software gemeinsam mit der Industrie aufgebaut werden. Danach will PACE Forschern in ganz Europa als zentraler Versorger für ihren Rechenbedarf dienen. Ein Peer-review-Verfahren soll sicherstellen, dass nur wissenschaftlich exzellente Projekte zum Zuge kommen; die Antragstellung soll aber möglichst einfach sein.

Dem PACE-Konsortium wollen sich Deutschland, England, Frankreich, Spanien sowie Finnland, Griechenland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, die Schweiz und die Türkei anschließen. Der deutsche Vertreter in PACE ist das Gauss Centre for Supercomputing. Es bündelt die Aktivitäten der drei Höchstleistungsrechenzentren in Jülich, Stuttgart und Garching. Sein Sprecher ist Prof. Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender in Jülich. Zusammen versorgen die Gauss-Zentren Forscher in Deutschland und Europa mit zurzeit rund 90 Teraflops Rechenleistung. Mehr unter http://www.gcfs.de/


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