Gauss Center for Supercomputing

Forschungszentrum Jülich gehört zum Zentrum für Supercomputing
Von Redaktion [22.03.2007, 17.15 Uhr]

Die computergestützten Wissenschaften in Deutschland und Europa mit ausreichender Rechenzeit versorgen: So bringen die drei deutschen nationalen Höchstleistungsrechenzentren ihr Ziel auf einen Nenner. Zusammen stellen sie heute über 90 Teraflops Rechenleistung bereit. Das jetzt unterschriebene Memorandum of Understanding (MoU) regelt die Zusammenarbeit der Partner aus Stuttgart, München und Jülich im Rahmen des Gauss Centre for Supercomputing. Insbesondere international werden die deutschen Supercomputer-Experten nun eng zusammenarbeiten und gemeinsam auftreten.

"Mit dem Zusammenschluss bauen wir das nationale, deutsche Zentrum für Supercomputing auf", erläutert Prof. Achim Bachem, Sprecher des Gauss Centre for Supercomputing und Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich. "Mit den drei herausragenden deutschen Höchstleistungsrechenzentren zusammen bilden wir das leistungsstärkste Zentrum in Europa". Gemeinsam streben die deutschen Partner an, eines der auf EU-Ebene geplanten europäischen Höchstleistungsrechenzentren nach Deutschland zu holen. Auf die derzeit laufende Ausschreibung zur Vorbereitung einer europäischen Supercomputer-Infrastruktur bewirbt sich das Gauss Centre zusammen mit seinen europäischen Konsortial-Partnern.

Die Computer des Gauss Centre stellen über 90 Teraflops Rechenleistung bereit und machen es zu Europas größtem Rechenzentrum. Die Leistung verteilt sich auf die Standorte der Partner: das Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart (HLRS), das Leibniz-Rechenzentrum in Garching bei München (LRZ) und die zwei Computer des Jülicher John von Neumann-Institut für Computing (NIC).

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Dieses hohe Niveau konnte durch ein starkes finanzielles Engagement des Bundes und der Länder Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen erreicht werden. Bis zum Jahr 2009 soll die Gesamtleistung des Gauss Centre auf weit über 1000 Teraflops (1 Petaflops) anwachsen.

In der Organisation gehen die Partner von nun an gemeinsame Wege. Beschaffungen von Hardware sollen enger koordiniert, Rechenzeitanträge einheitlich wissenschaftlich begutachtet und Software-Projekte gemeinsam entwickelt werden. Ein Schwerpunkt wird die Ausbildung und Schulung sein. Abgestimmte Angebote und gemeinsame Tagungen für Simulationstechniken sollen die Fachwissenschaftler in ihrer Arbeit unterstützen und ihre Forschung beschleunigen. Die methodisch orientierte Benutzerunterstützung wird beim Gauss Centre groß geschrieben.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Ministerien der drei beteiligten Länder stehen hinter dem Gauss Centre for Supercomputing, dem größten Höchstleistungsrechnerverbund in Europa. Die Hochgeschwindigkeitsvernetzung und die wissenschaftliche Zusammenarbeit der drei Standorte werden vom BMBF gefördert, um durch optimierte Strukturen und Organisation auch künftig eine Spitzenposition im internationalen Wettbewerb einnehmen zu können. Damit positionieren sich die drei Standorte sichtbar in Europa und verbessern dadurch ihre Chancen, eine zentrale Rolle im Aufbau eines europäischen Hochleistungsrechnerverbundes zu spielen, schrieb das BMBF in seiner Pressemitteilung.

Die offizielle Vertragsunterzeichnung und eine Info-Veranstaltung zu den weiteren Plänen des Gauss Centre for Supercomputing wird es Mitte Mai in Berlin geben.


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