Punklegende füllt KuBa-Ränge nicht vollständig

Jülich: Verkleidete Herrscher sind ganz „Normahl“
Von Britta Sylvester [21.03.2007, 13.08 Uhr]

„Normahl“-Klassiker wie „Biervampir“ waren beim KuBa-Konzert ebenfalls am Start.

„Normahl“-Klassiker wie „Biervampir“ waren beim KuBa-Konzert ebenfalls am Start.

Ein ganz „normahles“ Punkkonzert – so lässt sich dieser Abend im Kulturbahnhof wohl am besten auf den Punkt bringen. Die deutsche Punklegende überhaupt, so versprach es zumindest die Werbung im Vorfeld, gab sich auf der Bühne des „Off-beat“ die Ehre.

Das Vorprogramm bestritten die weniger legendären, gleichwohl in Jülich hinlänglich bekannten „Drastic Solution“. Eine Dreiviertel Stunde lang heizten die Jülicher ihrem Stammpublikum ein und wurden dafür immerhin von den ersten Reihen mit kräftigem Applaus belohnt.

Abgelöst wurden sie von den -inkognito aufspielenden „Regionalen“. Getreu seiner Aussage „Wir tragen heute Masken“, versteckte sich „Regionalen“-Frontmann Bernd Flücken einen ganzen Auftritt lang konsequent hinter seiner Sonnenbrille und trat mit den Bandkollegen als „Die Herrscher“ auf. Flücken bewies, dass er weiß, was sein Publikum will, und belohnte alle Anhänger mit gewohnt lockeren Sprüchen. Dass des Sängers Stimme bereits zu Beginn reichlich kratzte, störte niemanden. Bekannte Stücke wie die Ballade von „Harald“, dieses Mal mit einem zweiten Teil ergänzt, reizten zum Mitsingen. Verabschiedet wurden die Jungs mit ordentlichem Beifall, bevor sie den Platz für die Stars des Abends räumten.

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Diese wurden denn auch sehnlich erwartet. Reichlich bunt gefärbte, mit arbeitsintensiven Frisuren bekleidete junge Leute begrüßten die alt-gedienten Punks. Die drangvolle Enge unter den Zuschauern beschränkte sich an diesem Konzertabend allerdings auf den Raum vor der Bühne. Leicht ironisch bemerkten dies auch „Normahl“: „Eigentlich spielen wir ja nicht in solch‘ großen Räumlichkeiten.“ Dennoch, echte Profis geben eben auch vor nicht ganz ausverkauftem Haus ihr Bestes.

So gab‘s denn auch an diesem Abend für die Fans die „Normahl“-Klassiker wie „Biervampir“. Unterbrochen von manch politischer Aussage bedienten die Jungs von „Normahl“ routiniert ihre Zuhörer. Diese dankten es ihnen mit lautstarker Unterstützung. Ob -„Anarchie für die ganze Kompanie“ oder „Punk ist keine Religion“ – die Fans kannten jeden Refrain und nahmen gar manches Mal der Band die Gesangsarbeit ab.

Am Ende gab es, nein nicht „tonnenweise Dosenbier“, sondern eine ausgiebige Zugabe, reichlich Applaus und ein zufriedenes Publikum.


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