Konzert im KuBa

Jülich: „Nicht vor den Kindern“ beeindruckte Nicht-Jazzer
Von Britta Sylvester [28.02.2007, 10.18 Uhr]

Zu dritt begaben sich Hinrich Franck, Jörg Lehnhardt und Heiko Braun (v.l.nr.) alias „Nicht vor den Kindern“ mit ihren Zuhörern im „Offbeat“ auf eine musikalische Reise vom Mond nach Ipanema.

Zu dritt begaben sich Hinrich Franck, Jörg Lehnhardt und Heiko Braun (v.l.nr.) alias „Nicht vor den Kindern“ mit ihren Zuhörern im „Offbeat“ auf eine musikalische Reise vom Mond nach Ipanema.

Auf eine Reise „Überm Regenbogen“ – so jedenfalls der Titel der aktuellen CD – begaben sich die Gäste des Jülicher Kulturbahnhofs. Im „Offbeat“ spielte auf Einladung des Jazzclubs das Trio „Nicht vor den Kindern“ vor gut besuchtem Haus, im Übrigen vor nahezu ausschließlich erwachsenen Gästen. Mit Schlagzeug, Gitarre und Keyboards bewaffnet, nahmen Heiko Braun (drums), Jörg Lehnhardt (Gitarre) und Hinrich Franck (Keyboards) ihre Zuhörer mit auf einen ungewöhnlichen, teils jazzigen, teils rockigen, in jedem Fall aber bissigen Ausflug zum Mond (Fly me to the Moon), nach Tunesien (A Night in Tunisia) oder Ipanema (Girl from Ipanema). Klassiker aus dem All-American-Songbook kamen in neuem, ungewohnten Gewand daher. Das Tüpfelchen auf dem I aber bildeten die deutschen Texte zu den Stücken. Mit nicht in landläufigem Sinne als schön oder gut zu bezeichnender Stimme gab Hinrich Franck seinem Publikum zu denken, etwa wenn er über das „Girl aus Ipanema“, das für 25 Dollar alles mitmacht sinniert oder laut darüber nachdenkt, ob denn ein Leben ohne Fußball lohnt.

Werbung

Eine Jazzclub-Veranstaltung, die aus dem Rahmen fiel – neuer Ort, ungewohnte Musik und darüber hinaus auch noch „Eintritt frei“. Dem Publikum gefiel es offenbar, die Band wurde reichlich beklatscht und erst nach einer Zugabe zu späterer Stunde entlassen.

Das Spektrum der Stücke reichte von „The lady is a tramp“ über „Somewhere over the Rainbow“ bis hin zum Miles Davis-Klassiker „So what“. Nichts viel neues also, sollte man meinen, schlichtweg dieser Aufzählung folgend. Dass aber mit Lust am Experiment, Können auf dem Instrument und einer Prise Sozialkritik im Text aus dem vermeintlich bekannten etwas ganz anderes werden kann, zeigten „Nicht vor den Kindern“ ihren Zuhörern eindrucksvoll.


Dies ist mir was wert:    |   Artikel veschicken >>  |  Leserbrief zu diesem Artikel >>

NewsletterSchlagzeilen per RSS

© Copyright 2017 Presse- und KulturBüro Schenk + Schenk | Datenschutz

Das Brenzlicht

Mehr Zivilcourage
Es gehört Zivilcourage dazu, Kritik zu üben an einer Preisverleihung, die Zivilcourage auszeichnet und sich gegen das Vergessen der Greueltaten der Nazis positioniert. Toleranz – so die Namensergänzung der veranstaltenden Jülicher Gesellschaft – gehört dazu, um auszuhalten, wenn von vier zu Ehrenden drei als Nebenprodukt behandelt werden und der einzige, durchaus nicht unumstrittene Ausgezeichnete vom Laudator eine Würdigung erfährt, die nicht nur einige Menschen befremden dürfte.  [01.03.2017, 07.54 Uhr]  >>

Alle Brenzlichter >>

Top-Thema

Freiflug über die "Sophie"
Der Barmener Olaf Kiel ist begeisterter Pilot von Multi- und Quadrokoptern, landläufig auch als Drohnen bekannt. Zwei bis dreimal in der Woche startet er in die Jülicher Börde mit seinem großen Koffer im Gepäck. Gut geschützt liegt darin die in Einzelteile zerlegte Flugmaschine, denn erst vor Ort werden die Rotoren angeschraubt und die Kamera in die Lagerung, die so genannte Gimbal, eingehängt.  [08.04.2017, 07.42 Uhr]  >>

Rundum

Kreatives Lösungsmodell im Aldenhovener KIM-Prozess [09.04.2017, 14.00 Uhr]  >>
Düren: Den Umgang mit Demenz lernen [09.04.2017, 13.51 Uhr]  >>

Vereine

Lebendiges Geschichtsgedächtnis [09.04.2017, 14.51 Uhr]  >>
Bestehen unter des Meisters Augen [09.04.2017, 13.19 Uhr]  >>

Immer auf dem Laufenden



Newsletter >>

JüLicht auf Ihrer Site

Sie können unsere aktuellen Schlagzeilen auf Ihrer Website präsentieren - hier steht, wie >>.

Kontakt

Welches Anliegen Sie auch immer bewegt, über unser Kontaktformular >> können Sie mit uns in Verbindung treten.

Werbung