Lesewettbewerb 2007

Jülich: Mia und Samira meistern auch den Düsterwald
Von Dorothée Schenk [26.02.2007, 13.22 Uhr]

Eva Behrens-Hommel begrüßt die Teilnehmer des 48. Vorlesewettbewerbs in Jülich

Eva Behrens-Hommel begrüßt die Teilnehmer des 48. Vorlesewettbewerbs in Jülich

Spannung lag in der Luft am Samstag in der Buchhandlung Fischer in Jülich. Hier tummelten sich „Wilde Hühner“, Drachenbändiger und Taschendiebin Abby Lynn. 16 junge Vor-Leserinnen und -Leser nahmen ihre Gäste mit auf eine Reise in literarischen Welten. „Ich war so gefangen, dass ich manchmal fast vergessen hätte, auf die Uhr zu schauen“, bekannte Katja Dahmen, im Familienunternehmen Fischer Kinderbuchchefin und Organisatorin des 48. Vorlesewettbewerbs des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Nur drei Minuten hatten die ausgewählten Sechstklässler der Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen des Kreises Düren Zeit, um ihre Zuhörer für sich und ihr Lieblingsbuch zu begeistern. Durchaus geübt waren die Vortragenden, zeigten dies in zumeist stolperfreiem Vorlesen, vor allem aber auch in der Interpretation der Textpassagen, die bisweilen sogar in szenische Lesungen gehen konnten. Alles Bewertungspunkt für die achtköpfige Jury.

Kevin Senden, Vorjahressieger Gruppa A und in diesem Jahr am Jurytisch mit dabei, zeigte sich als verständnisvoller, aber auch objektiver Bewerter. Eine Rüge – juryintern, versteht sich – gab es für hörbaren Übungsmangel. Bis zu einer Stunde täglich lautes Lesen empfiehlt der Kreissieger im Vorlesewettbwerb 2006 nach seinen Erfahrungen als Vorbereitung. Schließlich bringen Nervosität und der Fremdtext den Teilnehmer noch genügend ins Stottern. Das nämlich gehört zum Teil 2, einen Fremdtext lesen zu können: „Im Düsterwald“ mussten sich die Vorlesenden zurechtfinden, da konnte man über Meister Uhuru stolpern und sollte auch noch Krausminz’ tierisches Ableben dramatisch vermitteln…

Zum ersten Mal wurde der Kreiswettbewerb bei der Buchhandlung Fischer ausgetragen und „wir sind auch ein wenig nervös“, gab Buchhändlerin Dahmen beim Empfang der Wettbewerbsteilnehmer zu. Zum Spannungsabbau und als Talismann wurden kleine Gummifrösche an die Teilnehmer verteilt, die nach belieben gedrückt und geknetet werden konnten oder zum Luftzupusten dienen sollten.

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Sie freuen sich mit ihren Siegerinnen: (hinten v.l.) Katja Dahmen und Eva-Behrens-Hommel und (vorne v.l.) die besten Vorleserinnen Mia Hallmann und Samira Kruezi.

Sie freuen sich mit ihren Siegerinnen: (hinten v.l.) Katja Dahmen und Eva-Behrens-Hommel und (vorne v.l.) die besten Vorleserinnen Mia Hallmann und Samira Kruezi.

Letztlich gab es – nach schweren Entscheidungen der Jury – zwei Siegerinnen: In der Gruppe A – Hauptschulen – setzte sich die Jülicherin GHS Ruraue-Schülerin Samira Kruezi durch. Sie hatte „Schattenwelt. Schwimm um dein Leben!“ von Robert L. Stine vorgetragen. Mit Jennifer Jansen war sie die einzige Teilnehmerin der Gruppe. Von den fünf Teilnehmerinnen hatte sich eine krankheitsbedingt entschuldigt, die beiden anderen waren nicht erschienen. Gegen ein 14-köpfiges Wettbwerberteam gewann sich in der Gruppe B Mia Hallmann aus Hürtgenwald mit Kirsten Boies „Skogland“.

Das hervorragende dieses Wettbewerbs war es für die Zuhörer nicht nur, vorgelesen zu bekommen, sondern auch, einen Eindruck der Bücherwelt der Jugendlichen zu bekommen. „Ein besonderer Dank gilt Euch, dass ihr uns an etas teilhaben lasset, dass Euch ganz wichtig ist“, formulierte es Katja Dahmen. Als Dank gab es nicht nur für jeden Teilnehmer eine Urkunde, sie können auch „Den Schmugglern auf der Spur“ bleiben – ein Buchgeschenk, das Veranstalter Buchhandlung Fischer spendierte. Den Gastgebern gebührt übrigens auch ausdrückliches Lob: Nicht für die Geschenke – spürbar war, dass hier Bücher nicht nur Ware sondern Leidenschaft im Familienbetrieb der Eheleute Hommel sind. Die Vorleser stießen auf Betreuerinnen die sie ernst nahmen mit all ihrer Nervosität und Freude daran empfanden, diesen Wettbewerb präsentieren zu können. „Ihr habt künftig allen anderen in Eurem Alter etwas voraus, dass Euch stark machen wird“, unterstrich Eva Behrens-Hommel. Sich öffentlich zu präsentieren sei eine Herausforderung, die sie hier meisterten. Das ist mehr, als einen olympischen Gedanken zu verbreiten.

Samira und Pia reisen zum Landesentscheid im Mai 2007. Sollten sie hier gewinnen, geht es weiter zum Finale. Vom 19. bis 22. Juni lädt der Börsenverein die besten Vorleserinnen und –leser der Länder nach Frankfurt ein. Deutschlands besten Buchstabenkünstler winkt für seine Schule nicht ein Wanderpokal sondern auch der Besuch einer Schriftstellerin oder eines Schriftstellers.

Hintergrund
Der Vorlesewettbewerb wird seit 1959 jedes Jahr vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und sonstigen kulturellen Einrichtungen veranstaltet.?Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und zählt zu den größten bundesweiten Schülerwettbewerben. Fast 700.000 Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse beteiligen sich jedes Jahr.


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