Schüleraustausch der Zitadelle mit der Collingswood Highschool

Jülicher Gymnasiasten flogen über den großen Teich
Von Redaktion [26.04.2005, 10.00 Uhr]

Begeisterung für Amerika: Die Jülicher Austauschschüler in New York.

Begeisterung für Amerika: Die Jülicher Austauschschüler in New York.

"Ich war noch niemals in New York..." Für 25 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Zitadelle traf die Feststellung aus dem Song absolut zu, als sie vor den Osterferien für drei Wochen ihre Koffer packten und ihre Familien gegen amerikanische eintauschen sollten. Nach monatelanger Vorbereitung auf ein unterschiedliches Schulsystem, einen anderen Schulalltag und Spielregeln für den Ablauf eines anders gearteten Familienlebens brach die Gruppe mit gemischten Gefühlen auf. Unter die Freude auf Amerika, ein Programm, das Highlights versprach, und die Neugier auf Partner, die man nur aus emails kannte, mischte sich ein wenig Beklommenheit, weil man Bekanntes verließ und Neuland betrat, auch wenn man der Sprache mächtig war.

Nach einem ruhigen Flug, der für viele Teilnehmer der erste war, verflog beim Anblick der Gastgeschwister, die mit einem gelben Schulbus ihre Partner in Philadelphia abholten, die vorherige Skepsis, erst recht nach dem überaus herzlichen Empfang durch die Eltern in der Cafeteria der Highschool in Collingswood. Für die beiden Begleiter, Frau Egberts und Frau Blum, waren die Stadt, deren Größe mit der Jülichs vergleichbar ist, und die Schule nicht neu, da sie vor vier bzw. acht Jahren bereits eine Gruppe betreut hatten. Gespannt waren sie jedoch auf den neuen Verantwortlichen, Herrn John Oehlers, dessen Vorfahren aus Welz nach Amerika ausgewandert waren. Er bot zusammen mit dem German Club ein umfangreiches Programm, das den deutschen Schülern Land und Leute so überzeugend präsentierte, dass schon nach wenigen Tagen der Wunsch aufkam, länger bleiben zu wollen. Die Stadt stellte sich vor mit einem Besuch beim Bürgermeister, dem Gericht, der Stadtverwaltung sowie einer Demonstration bei Feuerwehr und Polizei. Der Rotary Club lud die Gruppe zum Mittagessen ein. Völlig neu für die Schüler war ihr Auftritt in verschiedenen Grundschulen der Stadt, wo sie nach der Lebensweise in Deutschland und persönlichen Vorlieben befragt und anschließend mit Bildern und Schulandenken veranschiedet wurden.

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Die Stadt Camden, zu der Collingswood gehört, lud die deutsche Gruppe ein und stellte die Arbeit der Verwaltung vor. Die Schülertekamen Einblick in das amerikanische Wahlsystem, bedienten selbst einen Wahlapparat, wurden vom Sheriff empfangen und mit der Ausbildung der Polizei bekannt gemacht. Den Abschluss bildete die Besichtigung des Schlachtschiffes New Jersey, das erst vor zwei Jahren am Ufer des Delaware festgemacht hat und nun Besuchern offen steht. Besonders beeindruckend waren jedoch die Fahrten nach Philadelphia mit einer Führung beim Fernsehsender KYW, einem Besuch der neuen Philharmonie mit der Teilnahme an einer Orchsterprobe der weltberühmten Philharmoniker und einem anschließenden Gespräch mit dem Dirigenten Christoph Eschenbach. Nicht weniger begeistert war die Gruppe von einer Tagestour nach New York, deren Architektur und Leben so faszinierte, dass bereits am folgenden Wochenende ein erneuter Besuch erfolgte. Washington als Hauptstadt gehörte als weitere Attraktion zum Programm. Ein Besuch des Capitols sowie ein Empfang beim Abgeordneten des Staates New Jersey mit einem interessanten und überzeugenden Gespräch, der Friedhof Arlington sowie die Gedenkstätten waren Teil der Tour.

Alle Eindrücke bei Besuchen und Touren waren jedoch nichts gegen die überwältigende Herzlichkeit, mit der die Jülicher Schüler in jedem Unterricht von Lehrern und Mitschülern aufgenommen und in den Gastfamilien betreut wurden. Die Gasteltern sowie die Gastgeber der Lehrer verliehen durch zwei gemeinsame Abende, Ausflüge mit ihren Gästen, und die tägliche Betreuung und Umsorgung allen Teilnehmern das Gefühl, schon immer Mitglied der Familien gewesen zu sein. Entsprechend groß waren die Trauer beim Abschied und die Zahl der Versprechen, im nächsten Jahr wiederzukehren. Zuerst wird jedoch die Gruppe der Amerikaner vor den Sommerferien erwartet, die mit ihrem Deutschlehrer, Herrn Oehlers, und seiner Familie zwei Wochen in Jülicher Familien verbringen wird


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