12 Eindrücke vom Sozialprojekt des Mädchengymnasium Jülich in Kenia

Aus Steinen wächst ein Haus – aus Bildern ein Kalender
Von Anja Willms/tee [21.12.2006, 19.53 Uhr]

Alle packen mit an: Die Schülerinnen und Lehrerinnen des Mädchengymnasiums Jülich errichteten mit Hilfe der Kenianer aus Steinen ein Vorratshaus. Foto: privat.

Alle packen mit an: Die Schülerinnen und Lehrerinnen des Mädchengymnasiums Jülich errichteten mit Hilfe der Kenianer aus Steinen ein Vorratshaus. Foto: privat.

Zwölf Bilder – zwölf Gesichter, die mit großen Kinderaugen in die Welt gucken. Daneben, erdrückenden Kurzbericht ihrer Familien, die in unvorstellbarer Armut leben. Zwölf Schicksale, wie das, des kleinen, achtjährigen Kevin Maina aus Nairobi, dessen Vater Gelegenheitsarbeiter in einem Slum ist und nicht ausreichend Geld verdient, um seine große Familie zu ernähren. Geschichten, wie sie die 14 Mädchen und Frauen aus Jülich von den Menschen in Kenia hörten. Zwölf Bilder, zusammengefasst in einem Kalender, der aus dem Sozialprojektes des Mädchengymnasiums Jülich gewachsen ist und den Betrachter mitnimmt auf eine Reise nach Afrika.

Rückblende.

Sommer 2006. Endstation Nairobi, Kenia. Die 14 “frauköpfige“ Reisetruppe Lehrerinnen und Schülerinnen des Mädchengymnasiums Jülich trifft schwer bepackt in der Kianda School mitten in Nairobi ein. Auf die schlimmste Unterbringung eingestellt, erstrahlt die gepflegt weiß gestrichene, Blumen umrahmte Schule, wie ein Palast, inmitten einer dreckigen, armseligen Umgebung von Dosenhäusern, besser bekannt als Slums. Zwei Wochen später liegt hinter der Gruppe viel Arbeit. Von kenianischer Oberfeldwebelin persönlich eingeteilt, errichtete der Großteil der Truppe unter fachmännischer Anleitung ein Steinhaus inmitten der Kihumbuini Slum-Grundschule. Es soll zur Aufbewahrung von Lebensmitteln dienen, aus denen für die Kinder die tägliche Mittagsmahlzeit zubereitet wird.

Hunderten keniatische Mädchen und Jungen bestaunen mit großen Augen die “kräftigen“ Weißen, die 30-Kilo-schwere Steine hochstemmen und aufeinander stapeln. Gleichzeitig nimmt eine zweite Gruppe die Renovierung des Lehrerzimmers und des Sekretariats in Angriff, während die übrigen Jülicher Frauen und Mädchen einzelne Klassen besuchen.

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12 Bilder nehmen die Betrachter mit auf eine Reise nach Kenia

12 Bilder nehmen die Betrachter mit auf eine Reise nach Kenia

Das Sozialprojekt liegt nun fast drei Monate zurück und trotz der harten Arbeit wurde die ganze Gruppe mit viel Freude und Dankbarkeit der Kenianer belohnt. Dennoch lassen die Bilder der unvorstellbaren Armut, die in den Slums herrscht, die Mädchen und Frauen bis heute nicht los, erzählt die 19-jährige Hannah Hermanns. Bilder, die sich auch im Kalender wieder finden, und der zu Gunsten der renovierungsbedürftigen Slum-Schule verkauft wird. Sie sollen dazu beitragen, dass die Arbeit, die von den Jülicherinnen in den zwei Wochen geleistet wurde, weitergeht. Noch immer gibt es Klassenräume, die keine Ausstattung an Bänken und Tischen besitzen oder deren Dächer undicht sind.

Entstand ist der Kalender auf Initiative von Bettina Groos, die die Kinder-Zeichnungen der 1. und 2. Schuljahre der Slum- Schule sammelte. Neben ihren Familien malten die keniatischen i-Dötze auch Tiere ihres Landes. Die „Künstler“ sind mit kleinen Biografien und ihren Fotos vertreten: 12 Bilder-12 Fotos-12 Schicksale.

Mit jedem verkauften Kalender, fließt Geld nach Kenia, dass den kleinen Künstlern des Kalenders und ihren Mitschülern eine effizientere Schulausbildung ermöglichen soll. Sie sind im Sekretariat des Mädchengymnasiums an der Dr. Weyer-Straße sowie in limitierter Auflage bei Buchhandlung Fischer und der Jülicher evangelischen Kirchengemeinde erhältlich.


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