Vorweihnachten in der Christuskirche

Jülich: Suche nach Bethlehem und Nöte eines Tannenbaums
Von Britta Sylvester [20.12.2006, 14.46 Uhr]

Erzieherin Heike Mingers stellte sich in der Christuskirche auf die Bühne …

Erzieherin Heike Mingers stellte sich in der Christuskirche auf die Bühne …

„Mama, wo liegt Bethlehem?“ Die kleine Nele fragt ihre Mutter wieder und wieder nach dem Weg in die heilige Stadt. Schließlich soll am Abend Weihnachten gefeiert werden. Doch Neles Mutter hat, wie so viele große Menschen, keine Zeit für die drängenden Fragen ihrer Tochter. Das kleine Theaterstück, zum sonntäglichen Familiengottesdienst in der Christuskirche aufgeführt von den Erzieherinnen der evangelischen Kindertagesstätte „Kleine Strolche“, zeigt eindrucksvoll, worum es doch eigentlich geht am Heiligen Abend.

So macht denn Nele sich auf den Weg „über die Straße“, wo Bethlehem liegen soll. Zunächst wird sie auf ihrer Suche bitter enttäuscht. Sie trifft eine einsame alte Frau, einen traurigen kleinen Jungen und eine erwachsene Frau, voll beladen mit Geschenken und noch mehr unerfüllten Wünschen. Erst der Lichterverkäufer hilft Nele und, so hoffte zumindest Pfarrerin Karin Latour in der anschließenden, kinderfreundlich kurz gehaltenen Predigt, das wahre Bethlehem und damit den Sinn von Weihnachten zu finden: Nämlich anderen eine Freude zu machen und ein klein wenig Zeit für sie zu finden.

Den Kindern, ihren Eltern und Großeltern in der fast voll besetzen Christuskirche jedenfalls schien das weihnachtliche Theater ihrer Erzieherinnen gut gefallen zu haben. In diesem Jahr hatte das Team der „Kleinen Strolche“ erstmals den Spieß herum gedreht und nicht die Kinder etwas aufführen lassen. Das folgte dann später. Bei Kaffee und Kuchen ging es – analog zu Neles Geschichte – auf der anderen Straßenseite mit einem zweiten Theaterstück weiter. Dort zeigten die Hortkinder welche Sorgen und Befürchtungen ein Tannenbäumchen in der Weihnachtszeit so plagen.

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… ehe im Bonhoefferhaus die Hortkinder als Schauspieler auftraten.

… ehe im Bonhoefferhaus die Hortkinder als Schauspieler auftraten.

Phantasievoll kostümiert führten die größeren Strolche ein Stück aus dem Winterwald vor. Erwartungsfroh stehen dort die Weihnachtsbäume in spe und erhoffen sich einen Platz in der Kirche, auf dem Marktplatz oder doch zumindest in einem heimeligen Wohnzimmer. Einzig ein kleiner krummer Baum lässt traurig die Zweige hängen und friert, haben ihm doch die anderen schnell klar gemacht, dass sich wohl keiner finden wird, der seine krummen Zweige schmücken möchte.

Doch weit gefehlt – augenzwinkernd und mit kindlichem Humor zeigen die kleinen den großen Menschen wieder einmal, wo der Hase lang läuft, übrigens mit sprichwörtlicher Hilfe von zwei mit wackeligen Pappohren nett herausgeputzten Häsinnen. Zwar tasten weder die gefährlich aussehende Pappsäge noch die überdimensionierten Filzäxte den kleinen Baum an, erst ein kleines Mädchen weiß das krumme Bäumchen zu schätzen und nimmt es mit nach Hause.

Nach dem zweiten Happy-Ending auf der Bühne beschließt die evangelische Kirchengemeinde den weihnachtlichen Vormittag mit einer weiteren Tasse Kaffee und einer Extra-Limo, „weil heute Sonntag ist“ und hat so, wenigstens für einen Moment Pause im oft allzu hektischen Advent eingelegt.


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