Forschungsstation im Nationalpark Eifel aufgebaut

Jülicher Forscher auf der Pirsch
Von Redaktion [19.12.2006, 18.21 Uhr]

Neben Ozeanen sind auch Böden wichtige Speicher für das Treibhausgas Kohlendioxid. Werden Boden oder Vegetation durch den Menschen verändert, kann dadurch Kohlendioxid gebunden oder freigesetzt werden. Dies wiederum beeinflusst die Klimaentwicklung. Um diese Zusammenhänge in einem großen Waldgebiet zu erforschen, hat das Forschungszentrum Jülich mit dem Geographischen Institut der RWTH Aachen im Nationalpark Eifel eine Forschungsstation eingerichtet.

Mit moderner Messtechnik ist das Forschungszentrum Jülich im Nationalpark Eifel dem Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) auf der Spur. „Wir möchten herausfinden, wie sich der Kohlenstoffhaushalt eines Waldes ändert, wenn sich dieser von einem reinen Fichtenforst in Monokultur zu einem naturnahen Laubmischwald entwickelt“, erklärt Dr. Thomas Pütz vom Umweltinstitut Agrosphäre des Forschungszentrums Jülich. „Dabei ist interessant, dass die Versuchsfläche im Wassereinzugsbereich eines Baches liegt, da wir so Stoffabflüsse besser bilanzieren können.“

Dazu haben die Jülicher Umweltforscher in Kooperation mit der RWTH Aachen eine Forschungsstation in einem rund 60 Jahre alten Fichtenwald aufgebaut, der vom Nationalparkforstamt Eifel zu einem naturnahen Mischwald aus heimischen Laubbaumarten umgeforstet werden soll. Ein zehn Meter hoher Wettermast liefert minütlich Klimadaten über Windgeschwindigkeit, Lufttemperatur und Lichteinfall.

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An einem künstlichen Wehr im nahe gelegenen Bach wird unter anderem der Gehalt von verschiedenen Nähr- und Schadelementen ermittelt. Zusammen mit umfangreichen Bodenanalysen des Geologischen Dienstes NRW und einem Laserscan-Reliefmodell des Versuchsgeländes wollen die Wissenschaftler die Dynamik der Nähr- und Schadelemente im Boden abschätzen und den Wasser- und Kohlenstoffhaushalt im Waldbestand erforschen.

Im Anschluss an die Untersuchungen wird die Nationalparkverwaltung die Fichten – die natürlicherweise im Nationalpark nicht heimisch sind – roden und junge Laubbäume pflanzen, damit sich ein naturnaher Wald entwickeln kann. „Ich bin gespannt, wie sich der Wasserhaushalt des Bachlaufs und die Verteilung von z.B. Kohlenstoff, Stickstoff und anderer Elemente im Boden nach der Rodung der Fichten entwickeln“, erklärt Dr. Michael Röös, Dezernent im Nationalparkforstamt Eifel. Die Untersuchungen liefern wichtige Erkenntnisse, wie sich die Tier- und Pflanzenwelt im Laufe der Waldentwicklung verändert, und helfen damit bei der Planung künftiger Maßnahmen entlang von Fließgewässern, im und außerhalb des Nationalparks. Schon jetzt zeigen zahlreiche Institutionen aus dem Bereich Naturschutz, Wasserwirtschaft und praktischer Waldwirtschaft Interesse an den Ergebnissen.


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