Probebeleuchtung der Hauptkirche und langer Einkaufstag

Jülicher Experiment „Nikolaus“ mit Lichteffekt geglückt
Von Britta Sylvester [06.12.2006, 11.04 Uhr]

"Es wurde Licht" an der Propstei-Kirche.

"Es wurde Licht" an der Propstei-Kirche.

Die Stadt ist festlich beleuchtet, der rot gewandete Nikolaus zieht mit seinem Schlitten durch die Straßen, vom Weihnachtsmarkt duftet es nach Waffeln und Glühwein, stimmungsvolle Blasmusik klingt aus Hauseingängen – und es regnet. So geschehen am Nikolausvorabend in Jülich. Ausgerechnet in dem Moment, indem der Förderverein Festung Zitadelle in Zusammenarbeit mit dem Verein „Stadtmarketing e.V.“ den Startschuss zum Probelauf des aktuellen Lichtprojektes gegeben hatte.

Nachdem der Hexenturm nun schon Monate lang in allabendlichem Lichterglanz erstrahlt, soll auch der weiße Turm der Propsteikirche bald ein Leuchtsignal an den nächtlichen Himmel über Jülich setzen. So ist denn Wolfgang Hommel, federführend in Sachen kirchlicher Erleuchtung, überzeugt, dass Reisende Richtung Jülich demnächst „von allen Zufahrtsstraßen dieses Wahrzeichen Jülichs leuchten sehen werden“. Bis dahin ist allerdings noch ein weiter Weg zurück zu legen. Auch ein Gotteshaus erstrahlt nicht von alleine, in diesem Falle, in eher irdischem Glanze. Erst einmal braucht es eine Menge Geld, wie viel genau mag Dr. Herbert Lang noch nicht verraten: „Es gibt ein paar Zahlen, die sind aber noch nicht spruchreif.“

Zunächst muss noch das Einverständnis des Kirchenvorstandes, zur Probebeleuchtung natürlich auch anwesend, eingeholt werden. Dieses vorausgesetzt, müssen noch ein paar technische Schwierigkeiten, zum Beispiel bei der Innenbeleuchtung der farbigen Kirchenfenster, gelöst werden. „Sie können nicht einfach ein paar Strahler im Kirchenraum verteilen, “ weiß Dr. Lang. Ebenso sind die hohen Energiekosten für die Leuchten im Kircheninneren noch ein Problem. Nichtsdestotrotz überzeugt vom Gelingen ihres Projektes sind die Initiatoren bereits an diesem Abend mit Sammelbüchsen rund um das Objekt der Begierde unterwegs. Und positiv überrascht von der Resonanz auf ihre klappernden Dosen: „Da kommt mehr zusammen als erwartet, bisher hat erst einer rigoros abgelehnt, “ freut sich ein Sammler.

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Lange Öffnungszeiten ganz musikalische in Jülichs Innenstadt.

Lange Öffnungszeiten ganz musikalische in Jülichs Innenstadt.

Per Vorstandsbeschluss hat sich der Förderverein Festung Zitadelle dazu entschlossen, dem neuen Lichtprojekt finanziell auf die Beine zu helfen. „Wir stellen eine Basisfinanzierung von 2500 Euro, “ verrät ein sichtlich zufriedener Herbert Lang und blickt gespannt in den doch recht trüben Abendhimmel. Kurz darauf flammen tatsächlich die ersten Lampen auf. Allerdings nicht alle – auf die komplette Turmbeleuchtung ist erst einmal verzichtet worden. Aufgrund des enormen Aufwandes, wie Wolfgang Hommel erläutert: „Wir brauchen dafür die Hilfe der Feuerwehr, außerdem ist die Beleuchtung technisch nicht so einfach zu realisieren.“ Das es auch ansonsten an technischen Details noch ein klein wenig hapert, verraten die im Nieselregen baumelnden Steckdosenleisten. Aber die künftige Stromversorgung sei schon geplant, versichert Dr. Herbert Lang und genießt gemeinsam mit seinen Mitstreitern den Anblick der erleuchteten Kirche, untermalt vom Gesang des Seniorenchors und den von ferne herüber wehenden Klängen der Mellowtone Jazzband.

In den Straßen der Stadt genießen derweil eine Menge kaufwilliger die unverhoffte Möglichkeit bis sage und schreibe 22 Uhr Weihnachtsgeschenke, aber auch Alltägliches ein zu kaufen. Eltern mit ihren Kindern im Schlepptau versuchen noch einen raschen Blick auf den heiligen Mann in seinem rollenden Schlitten zu erhaschen. Die Geschäfte sind voll, selbst vor dem Glühweinstand drängt es sich im weiteren Verlauf des Abends. Wenn auch manch einer bedauernd bemerkt, dass es doch eigentlich für Glühwein viel zu warm sei. Der weihnachtlich geschäftigen Stimmung in den Straßen und Geschäften Jülichs scheinen die frühlingshaften Temperaturen indes keinen Abbruch zu tun, so dass aus Sicht der Gewerbetreibenden dieses abendliche Experiment sich wohl als Erfolg werten lassen kann.


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