Kamerateam drehte für Quarks & Co in der FH

Fernseh-Blitze auf dem Jülicher Campus
Von Dorothée Schenk [20.11.2006, 07.41 Uhr]

Funktioniert der Blitzableiter? Dreharbeiten zu "Quarks & Co".

Funktioniert der Blitzableiter? Dreharbeiten zu "Quarks & Co".

Erst kommt der Knall, dann der Lichtstrahl. Das geht so schnell, dass die Kamera das Geschehen nur mit größter Mühe einfangen kann. Drei Tage lang drehte jüngst ein WDR-Kamera-Team im Hochspannnungslabor auf dem Jülicher Campus. Material für die Sendung Quarks & Co mit Moderator Ranga Yogeshwar, dem diesjährigen Preisträger des Minverva-Preises. Gezeigt wird die Sendung mit dem Titel „Blitze – faszinierend und gefährlich“ am Dienstag, 28. November, um 21 Uhr. Nicht zum ersten Mal, wie Prof. Alexander Kern vom Jülicher Standort der Fachhochschule Aachen erklärt, ist das Labor begehrter Drehort. Der Spezialist für Blitzforschung ist ein gern gesehener Gastgeber für Forschungssendungen öffentlich rechtlicher wie privater Sender.

Etwas ganz besonderes ist diese Halle, die zwar trotz ihrer großen Generatoren recht gewöhnlich wirkt. Das Geheimnis steckt in den Wänden, wie Prof. Kern erklärt. Diese sind nämlich mit einem feinmaschigen Schirmgitter durchzogen „damit die Kollegen nebenan ungestört mit ihren Rechnern arbeiten können“. Die Spannungen bis zu einer Millionen Volt, die hier meist von Studenten im Praktikum oder vom Professor bei „kleineren Forschungsarbeiten“ ausgelöst werden, können bis zu einen Meter lange Blitze erzeugen. An diesem Tag dauert es etwas, bis es zum Knalleffekt kommt. Denn, so erklärt der FH-Ingenieur Hubert Josef Schmitz, es liegt zuviel Staub und Dreck in der Luft, den das zeitweise zehnköpfige Kamerateam mit Redakteur Martin Rosenberg aufwirbelt.

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Das WDR-Team um Martin Rosenberg (M) mit Gorilla Kong dreht mit Prof. Alexander Kern (3.v.r.) und Assistenz von FH-Ingenieur Hubert Josef Schmitz (l.) auf dem Jülicher Campus.

Das WDR-Team um Martin Rosenberg (M) mit Gorilla Kong dreht mit Prof. Alexander Kern (3.v.r.) und Assistenz von FH-Ingenieur Hubert Josef Schmitz (l.) auf dem Jülicher Campus.

Unter anderem ließen sich die Filmleute vorführen, was passiert, wenn der Blitz in einen Baum einschlägt und ob es Unterschiede zu Büschen gibt. Ein stofftierischer Probant, der Gorilla Kong, wurde hierzu in ein Zelt mit verschiedener Ausstattung gesetzt. „Mit Fieberglasstangen im Zelt ist der Affe tot“, bemerkte Schmitz lankonisch. Allerdings sind andere Materialien kein Garant fürs Überleben beim Blitzeinschlag ins Zelt, stellt Prof. Kern klar. Wie ein Blitzableiter ein Haus schützen kann wurde am letzten Drehtag untersucht. Dafür setzte der Ingenieur mal eben ein Haus in Brand – natürlich nur als Modell.

Bald aber könnte das filmische Vergnügen in der Jülicher Hochspannungshalle vorbei sein. Wenn nämlich der FH-Neubau auf der Wilhelmshöhe kommt. Die Alternativen – Neubau oder Umsiedlung einer Halle – sind beide zu kostspielig. Dann müssen sich die Studenten statt auf praktische Übungen auf Computersimulationen verlassen – oder die Einrichtungen der RWTH Aachen nutzen.


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