Puppentheater vom Feinsten

Lich-Steinstraß: Die erfolgreiche Rettung der Welt
Von Britta Sylvester [09.11.2006, 07.56 Uhr]

Sie leihen ihre Stimmen und verleihen den Puppen hinterm samtenen Vorhang den nötigen Schwung: Dagmar Selje (links) und ihre Kollegin aus Bielefeld.

Sie leihen ihre Stimmen und verleihen den Puppen hinterm samtenen Vorhang den nötigen Schwung: Dagmar Selje (links) und ihre Kollegin aus Bielefeld.

Wenn der buntbemützte Kaspar die Bühne betritt, dann zumeist um seine kleine Welt zu retten. Ähnlich war es auch am Sonntagnachmittag im Lich-Steinstraßer Andreashaus. Doch dieses Mal hatte der meist gut gelaunte Zipfelmützenträger vierbeinige Unterstützung. „Camillo, das Kamel“ war angetreten, um die Tierwelt vor dem böswilligen Plan des fiesen Zauberers zu beschützen. Auf Einladung des Fördervereins des örtlichen Kindergartens gastierten Puppenspielerin Dagmar Selje und Kollegin mit der liebevoll erzählten Geschichte im Andreashaus.

Mittlerweile ist das herbstliche Puppentheater gute Tradition in Lich-Steinstraß. Bereits zum fünften Mal reiste die Bielefelderin an diesem Wochenende mit ihren Puppen ins Rheinland. Doch die diesjährige Aufführung ist auch für die routinierte Schauspielerin etwas Besonderes: „Wir haben dieses Stück zu Ehren meines Vaters wieder ins Programm aufgenommen, haben sogar die alten Puppen restauriert.“ Und wirklich, wer wie üblich Seppel, den tumben Polizisten und die dusselige Hexe erwartet hat, sah seine Vorstellung enttäuscht. Zwar stand auch in diesem Stück der altbekannte Kampf zwischen Gut und Böse auf dem Programm und selbstverständlich beklatschten auch dieses Mal die vielen Kinder den Sieg der Guten.

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Auf König Leos Rücken machte sich Kaspar einmal mehr auf, seine kleine Welt zu retten.

Auf König Leos Rücken machte sich Kaspar einmal mehr auf, seine kleine Welt zu retten.

Doch an diesem Sonntag gebührte die Hauptrolle „Camillo“, einem etwas schusseligen Beinahe-Analphabeten dessen Schwimmkünste, nebenbei bemerkt, auch nicht gerade medaillenwürdig erschienen. Diese Mankos machte das kuschelige Wüstenschiff mit Mut, Abenteuerlust, Kaspars und natürlich der lautstarken Unterstützung begeisterter kleiner Zuschauer wieder wett.

Für die begleitenden Erwachsenen gab es obendrein noch das eine oder andere Bonbon: Etwa die ewig Beifall heischenden Pinguine, deren Job der Bühnenauf- und umbau war.
Mit dieser rundum gelungenen, weil vor allem aus dem üblichen Rahmen fallenden, Puppentheatervorstellung hat der neue Vorstand des Fördervereins eine offenbar beliebte Tradition gelungen fortgesetzt.

Gebührender Applaus verabschiedete nach einer guten Dreiviertelstunde die Märchenhelden von ihrer Bühne. Viele werden sich, so ihre Kinder denn nicht dem Kindergartenalter entwachsen, wohl im nächsten Jahr zu neuen Abenteuern von Kaspar und Co. im Andreashaus einfinden.


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