Geisterstunde

Unfall in Jülich war nur vorgetäuscht
Von Redaktion [28.08.2006, 09.38 Uhr]

Um 1.15 Uhr waren zwei 19-Jährige auf der Polizeiwache erschienen. Mit detaillierten Inhalten zeigte ein in Bonn wohnhafter Autofahrer an, dass kurz vor Mitternacht an der Einmündung Artilleriestraße/Nordstraße das Verhalten eines unbekannten Fahrers ursächlich für einen Unfall gewesen sei, bei dem an seinem Pkw erheblicher Schaden entstanden sei.

Wie der Bonner und sein Begleiter, ein Jülicher, dem Polizisten beschrieben, war ihnen kurz vor Mitternacht beim Abbiegen von der Artilleriestraße auf die Nordstraße ein "Geisterfahrer" entgegengekommen. Der Bonner habe reaktionsschnell dem auf seiner Fahrspur auftauchenden Wagen ausweichen müssen und sei schließlich gegen den linken Bordstein gestoßen. Dies hatte einen erheblichen Achsschaden zur Folge, woraufhin der Bonner einen Hilfsdienst bemühen musste und seinen Wagen abschleppen ließ. Währenddessen hätte sich der verursachende Fahrer mit seinem dunklen Kleinwagen einfach ohne anzuhalten aus dem Staub gemacht.

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Mit einem in Anspruch genommenen Leihwagen fuhren die beiden Unfallzeugen dann später bei der Wache vor und erzählten ihre Geschichte, die als angezeigte Straftat natürlich pflichtgemäß zu Protokoll genommen wurde. Da aber auch Polizisten wissen, dass Geister grundsätzlich nie vor Mitternacht erscheinen, fiel die Ermahnung zur Wahrheit vielleicht noch deutlicher aus, als es sonst zum Standard gehört. Mit Erfolg. Schließlich gestand der junge Fahrer aus Bonn, dass er die Straßenverhältnisse unterschätzt und in der Kurve aufgrund eines eigenen Fahrfehlers den kapitalen Schaden an seinem Auto selbst verursacht hatte.

Es musste eine weitere Strafanzeige gefertigt werden. Diese richtet sich nur gegen die beiden Männer. Der im Strafgesetzbuch aufgeführte Tatbestand nennt sich Vortäuschen einer Straftat.


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