Filmfest Depression-psychische Erkrankungen

„Noch eine Stunde mit Dir“ in Jülich
Von Redaktion [14.08.2006, 11.14 Uhr]

„Un’ ora sola ti vorrei“ – nur eine Stunde noch wünschte sich Regisseurin Alina Marazzi könnte sie mit ihrer Mutter verbringen. Anhand von Familienfotos und -filmen, Tagebuchaufzeichnungen und Briefen sowie Krankenberichten verarbeitet die Italienerin ihre Erlebnisse als Siebenjährige. In diesem Alter beging ihre Mitter von Depressionen gequält Selbstmord. Der Film ist eine eine Spurensuche, auf der Besucher des Filmfestes Depression-psychische Erkrankungen die Regisseurin Marazzi im Jülicher Kulturbahnhof am Mittwoch, 16. August, begleiten können. Ab 20 Uhr läuft der letzte Film der kleinen Festspielreihe.

Viele Jahre waren die Fundstücke, die Alina Marazzi hier zu einer intensiven Collage verarbeitet hat, in einem Schrank ihrer Großeltern versteckt - ein Familiengeheimnis versiegelt von Staub und Vergessen.

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Die privaten Dokumente benutzt Marazzi, um ein Bild dieser hübschen, jungen Frau der Mailänder High Society zu zeichnen, die ihre Mutter war und die sie kaum kannte. Als Alina sieben Jahre alt war und ihre Mutter 33, hat diese, gequält von Depressionen, ihrem Leben ein Ende bereitet.

Mit ihrer visuell beeindruckenden Erinnerungsarbeit hat Alina Marazzi nicht nur eine Lücke in ihrer persönlichen Geschichte geschlossen, sie hat auch ein ergreifendes Porträt einer Depression geschaffen, dem sich der fremde Zuschauer nicht entziehen kann.


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