Evangelischer Friedhof wird zum Park

Verlängerte Ruhezeit in Jülich
Von Dorothée Schenk [03.08.2006, 14.13 Uhr]

Einladung zur Mußestunde auf dem evangelischen Friedhof an der Linnicher Straße.

Einladung zur Mußestunde auf dem evangelischen Friedhof an der Linnicher Straße.

Idyllisch lädt das meist offenstehende Tor Besucher an der Linnicher Straße ein. Sie sind selten. Verwunschen wirkt dieses Fleckchen Jülicher Erde, mit seinem runden, steinernen Brunnen, den scheinbar in Unordnung geratenen Gräberreihen und dem Schattenspiel der Baumriesen. Zuweilen spielen einige Kinder auf dem Gelände oder Jugendliche nutzen den Ort als ungestörten Treffpunkt. Weitgehend unangetastet ist die Ruhe der Toten auf dem evangelischen Friedhof, der eigentlich schon seit vergangenem Oktober – im Amtsdeutsch – entwidmet ist. Die Schließung selbst liegt dabei schon 30 Jahre zurück. Seither genossen die Toten eine mit der protestantischen Kirche vereinbarte Ruhefrist. Lange wird sie aber nicht mehr währen.

Der Bauhof wird nach Zeit und personeller Besetzung die Grabsteine abräumen. Aber es gibt Arbeiten die „aus Versicherungstechnischen Gründen zuerst bedient werden müssen“, wie Josef Danz, Leiter des Bauhofes, erklärt. Was anschließend mit dem Gelände geschehen soll, ist abschließend noch ungeklärt.

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Nach und nach will der Bauhof die Grabsteine abräumen. Bleiben soll eine Parklandschaft.

Nach und nach will der Bauhof die Grabsteine abräumen. Bleiben soll eine Parklandschaft.

Der Bauhof wird nach Zeit und personeller Besetzung die Grabsteine abräumen. Aber es gibt Arbeiten die „aus Versicherungstechnischen Gründen zuerst bedient werden müssen“, wie Josef Danz, Leiter des Bauhofes, erklärt. Was anschließend mit dem Gelände geschehen soll, ist abschließend noch ungeklärt: „Wenn die entscheidenden Leute aus dem Urlaub sind“ wird Dezernent Martin Schulz mit ihnen zur Ortbesichtigung schreiten. „Wir werden den Charakter nicht verändern“, verspricht Schulz. Die Frage stellt sich lediglich, ob noch Bänke aufgestellt und Wege eingerichtet werden. Zu mehr fehlt der Stadt auf einer einen Seite das Geld und auf der anderen Seite die Entscheidungsgewalt: Bis 2020 liegt die vertragliche Verpflichtung gegenüber der evangelischen Kirche vor, das Gelände als Gründfläche zu betreiben.

Pläne für eine spätere Nutzung gibt es für das „Sahnestück“ im Jülicher Stadtgebiet noch nicht. Auf Nachfrage bei der Stadtentwicklungsgesellschaft zeigte sich deren Geschäftsführer Frank Rutte-Merkel überrascht, dass hier verplanbarer Grund zur Verfügung steht.


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