Theaterstarter zeigte „Lisa, Tom und Anna"

Kinder-Trio lehrt in Jülich theatralisches Nein-Sagen
Von Britta Sylvester [24.03.2006, 19.00 Uhr]

In flotten Liedern, die zum Mitklatschen animieren, erzählen die Kinder sich von ihrem Leid, aber auch davon, was sie darüber denken und wie sie sich eigentlich selber sehen. Lisas Vater trinkt zuviel und hat auch die Mutter schon geschlagen, Toms El

In flotten Liedern, die zum Mitklatschen animieren, erzählen die Kinder sich von ihrem Leid, aber auch davon, was sie darüber denken und wie sie sich eigentlich selber sehen. Lisas Vater trinkt zuviel und hat auch die Mutter schon geschlagen, Toms El

Die Broschüre des „Theater Starter“ hat nicht zuviel versprochen: „Kindgerecht, mit temporeicher Musik und tollen Tanzeinlagen“ brachte das Comic On! Tourneetheater aus Köln am Donnerstag ihr Stück über „Lisa, Tom und Anna“ auf Jülichs Bühnenbretter. Immerhin noch eine gut zur Hälfte gefüllte Kuba-Halle bot die Kulisse für das Mutmach-Stück um drei (bei genauer Betrachtung doch recht erwachsene) Kinder an diesem Nachmittag. Bereits am Vormittag wollten gut 160 Kinder, zu einem großen Teil aus Schulklassen und Kindergärten, die lehrreiche Mischung aus Theaterstück und Musical sehen.

Lisa, Tom und Anna finden sich unversehens gemeinsam eingesperrt in einem faszinierend bunten, vollgerümpelten Theaterfundus. Eigentlich wollten Tom (Garelf Kessler) und Freundin Anna (Bianka Lenhard) dort nur ein wenig spielen. Doch während sie noch auf ihrer phantasiereichen Reise mit dem Zug, auf dem Elefantenrücken oder schlicht per pedes quer durch die Weltgeschichte sind, stolpert Lisa (Jasmin Heinrich), „die Neue aus Afrika“ auf der Flucht vor ein paar gemeinen Jungs, die ihr die Schuhe geklaut haben, in ihr geheimes Spiel. Sind Tom und Anna zunächst auch wenig begeistert über den ungebetenen fremden Besuch, schaffen die drei es doch recht schnell, sich in der gemeinsamen Not – schließlich kann keiner von ihnen hinaus – zusammen zu raufen.

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In flotten Liedern, die zum Mitklatschen animieren, erzählen die Kinder sich von ihrem Leid, aber auch davon, was sie darüber denken und wie sie sich eigentlich selber sehen. Lisas Vater trinkt zuviel und hat auch die Mutter schon geschlagen, Toms Eltern überfordern ihren Sohn mit dem ewigen Verlangen nach gutem Benehmen, Geigenunterricht und hervorragenden Noten und Lisa scheint schon Bekanntschaft damit gemacht zu haben, dass Schokolade verteilende Fremde keinesfalls immer freundliche Zeitgenossen sind. Wer angesichts dieser Aufzählung jetzt denkt, dass seien zu viele Probleme für ein einziges, noch dazu recht kurzes (knappe 60 Minuten langes) Stück, hat sich getäuscht. Mit Witz und Tempo schaffen die drei Kölner Schauspieler es, ihr junges Publikum glänzend zu unterhalten und ihm dabei eine Menge sprichwörtlicher Lebensweisheit mit auf den Weg zu geben.

Wenn auch viele der kleinen Zuschauer die Fragestunde im Anschluss an die Vorstellung eher zum Anlass nahmen, sich nach technischen Details und schauspielerischen Vorbereitungen zu erkundigen („Wie lange habt ihr gelernt dafür?“), so ist doch sicher ein Vorschlag wie „…sag doch auch mal nein und bist du noch so klein..“ bei allem Spaß an der gelungenen Aufführung sicher auch angekommen.

Mehr über das Tourneetheater Comic On! Aus Köln gibt es unter www.comic-on.de im weltweiten Netz zu finden


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