Spannende Praktika mit Eigenbeteiligung

Schüler experimentieren in Jülicher FH-Labors
Von  [04.03.2006, 12.55 Uhr]

Noch kann nichts passieren, wenn die Schüler der Mies-van-der-Rohe-Schule im Hochspannungslabor Hand anlegen und die Elektroden berühren, durch die später eine Spannung im Kilo-Volt-Bereich jagt.

Noch kann nichts passieren, wenn die Schüler der Mies-van-der-Rohe-Schule im Hochspannungslabor Hand anlegen und die Elektroden berühren, durch die später eine Spannung im Kilo-Volt-Bereich jagt.

Ein rotes Licht wechselt das grüne ab. „Holla, ab jetzt darf niemand mehr im Käfig sein“, rief Diplom-Ingenieur Frank Krichel, Mitarbeiter im Labor des Lehr- und Forschungsbereiches (LFB) Elektrotechnik des Jülicher Standorts der FH Aachen. Eine Hupe als akustisches Signal sowie ein ausgeklügeltes Schlüsselsystem sorgten zusätzlich dafür, dass niemand zu Schaden kommen konnte, denn schließlich beschäftigte sich die anwesende Gruppe im Rahmen der Hochspannungstechnik, bei welcher Spannung ein Funke zwischen zwei Elektroden überschlägt.

Dort, wo ansonsten Studenten ihre Praktika absolvieren, waren Schüler und Schülerinnen der Aachener Mies-van-der-Rohe-Schule zu Gast. „Dies ist ein Berufskolleg mit gymnasialer Oberstufe“, erklärte die Oberstudienrätin und Jahrgangsstufenleiterin Petra Lambrecht, die mit ihren Kollegen Studiendirektor Manfred Vogelheim, Studienrat Heinz Schreiber und Studienreferendarin Daniela Maly die Schüler der Jahrgangsstufe 11 begleitet. Trotz des heftigen Schneefalls und der vereisten Straßen hatten es 64 von den geplanten 80 Teilnehmern den Weg in die Herzogstadt geschafft.

Da wurde beim Thema „Elektrische Maschinen“ festgestellt, wie ein Drehstromgenerator parallel zum Netz geschaltet werden kann, oder in Physikalische Chemie der Tripelpunkt bestimmt, an dem alle drei Aggregatzustände flüssig, fest und gasförmig im Gleichgewicht sind. An zwölf Orten wurden die Praktika für die Schüler abgehalten, von 9 bis 11 Uhr sowie von 11.30 bis 13 Uhr.

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Wie ein Drehstromgenerator parallel zum Netz geschaltet werden kann, demonstriert FH-Prof. Dr. Josef Hodapp. Voraussetzung: Spannung, Frequenz und Phasenlage müssen übereinstimmen.

Wie ein Drehstromgenerator parallel zum Netz geschaltet werden kann, demonstriert FH-Prof. Dr. Josef Hodapp. Voraussetzung: Spannung, Frequenz und Phasenlage müssen übereinstimmen.

Damit wurden die Bedürfnisse der Schule beinahe durchweg gestillt, denn diese bietet Maschinenbau-, Elektro- und Chemietechnik als Leistungskurse in der Oberstufe an. Lediglich der Bereich Bautechnik konnte in Jülich nicht bedient werden. So bietet die Jülicher FH beste Möglichkeiten, die Schüler auf das Studium vorzubereiten.

Fündig wurde Petra Lambrecht nach dem passenden Angebot im Internet: „Ich habe geschaut, wo Schüler in den Lernprozess integriert werden.“ Da waren die Nachwuchswissenschaftler in der Herzogstadt genau an der richtigen Stelle. Dort konnten bei den Experimenten selbst Hand anlegen.
Das Engagement der jeweils anderen Institution wurde von beiden Seiten lobend hervor gehoben. Es roch förmlich nach weiterer Zusammenarbeit: „Sie sind ja auch ideale zukünftige Kunden von uns“, betont FH-Prof. Dr. Alexander Kern angesichts der potentiellen Studenten. Ganz offensichtlich ist der Funke übergesprungen.

Das Interesse an Laborpraktika ist groß. Bereits am 20. März werden rund 200 Schülerinnen des Mädchengymnasiums Jülich an einem Praktikum teilnehmen. Dieses wird garantiert wieder ungemein spannend.


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