Zweimal ein Meisterfilm

Im Kuba-Kino „Wie im Himmel“
Von Redaktion [26.01.2006, 16.58 Uhr]

Ein Mann, ein Chor „Wie im Himmel"

Ein Mann, ein Chor „Wie im Himmel"

Fast zwanzig Jahre nach seinem Film "Love me", der 1986 im Wettbewerb der Berlinale lief, meldet Regisseur und Autor Kay Pollak sich nun mit „Wie im Himmel“, einem bewegenden, humorvollen und sehr musikalischen Meisterwerk zurück. Cineasten können es am Montag, 30., und/oder Dienstag, 31. Januar im Jülicher Kulturbahnhof verfolgen, wie der weltberühmte Dirigent Daniel Dareus (Michael Nyqvist) vom körperlichen Kollaps aus der vormals steilen, internationalen Karrierebahn geworfen wird.

Er kehrt in sein schwedisches Heimatdorf zurück und findet nach einer klärenden Phase der Rekonvaleszenz eine neue Bestimmung als kreativer Leiter des ortsansässigen gemischten Kirchenchors. Dort verliebt er sich bald in die hübsche Lena (Frida Hallgren) und betätigt sich als Lebenshelfer in der Not, was jedoch nicht überall auf christliche Gegenliebe stößt.

Als "Love me" am 28. Februar 1986 in Schweden anlief, wurde der Premierminister des Landes, Olof Palme, nach dem Kinobesuch auf schockierende Weise ermordet. Diese Tat traumatisierte Schweden und bewog Pollak zu der Entscheidung, sich vom Filmemachen abzuwenden. Fast 18 Jahre lang lebte er davon, dass er als Seminarleiter durch sein Heimatland reiste, Vorträge hielt und Kurse zum Thema Persönlichkeitsentwicklung abhielt.

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Der überwältigende Erfolg seines neuen Films lässt keinen anderen Schluss zu, als dass seine Landsleute Kay Pollaks Rückkehr in die Welt des Films frenetisch begrüßen: „Wie im Himmel“ eroberte die Herzen des schwedischen Publikums wie im Sturm, und avancierte mit über 2 Millionen Besuchern (bei acht Millionen Einwohnern) zu einem der erfolgreichsten Filme in Schweden überhaupt. Diese große Anerkennung für „Wie im Himmel“ wurde durch die Oscar-Nominierung in der Kategorie "Bester ausländischer Film" noch getoppt.

In dieser mit kauzigen Typen reich gesegneten Mischung zwischen Culture-Clash-Komödie und Sinnfindungsdrama erweist sich einmal mehr der dörfliche Mikrokosmos als heilsames Pflaster für gehetzte Karrieremenschen.


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