Erfolgreich unter 1200 Mitbewerbern

Barmen ist ein „Ausgewählter Ort 2006“
Von Redaktion [16.12.2005, 18.58 Uhr]

Nicht nur der Fußball dominiert bundesweit das Land 2006. Deutschland war und ist das Land der Ideen. Erfinder, Künstler, Philosophen, Wissenschaftler und Unternehmer haben es über Jahrhunderte dazu gemacht. Hierzu wurde ein bundesweiter Wettbewerb für „365 Orte im Land der Ideen“ ausgeschrieben, die jetzt gekürt und der nationalen und internationalen Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dazu gehört auch ein kleines „unbeugsames“ Dorf im Jülicher Land: Barmen.

Orte im Land der Ideen bezeichnet nicht Dörfer und Städte im geographischen oder politischen Sinne. Ein Ort im Land der Ideen findet sich überall, wo Ideen entstehen, entwickelt und gefördert werden. Und auch dort, wo man die Erinnerung an große Erfindungen und Ideen bewahrt. Im Falle Barmens wurde die Innovation der „DORV-Zentrums“ für herausstellungswürdig empfunden. Zum „Ort des Tages“ wird Barmen am 11. Juli 2006. Ausgewählt wurde das Dorf in der Kategorie Initiativen, kommunale Einrichtungen, Verbände, Vereine. In der Begründung heißt es:

„Der kleine Laden, in dem schon Generationen vorher Lebensmittel und Alltagsgegenstände gekauft hatten, war längst geschlossen. Als im Jahr 2001 dann auch die Post und die Sparkasse ihre Filialen dicht machten, war es genug. Die Bewohner des kleinen Dorfes Jülich-Barmen wollten sich mit dieser Situation nicht mehr abfinden. Sie gründeten den Verein „DORV“ – DORV wie „Dienstleistung und Ortsnahe RundumVersorgung“. Die Aufgabe: die Bürger mit frischen Lebensmitteln und Alltagsartikeln zu versorgen.

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Außerdem kann man amtliche Angelegenheiten erledigen, den Sparkassenservice nutzen, Briefmarken kaufen und im Reisebüro den nächsten Urlaub buchen. Auch Alte und Schwache werden unterstützt: Eine Firma, an der die Bürger Anteilscheine besitzen, wurde gegründet und ein Nachbarschaftshilfe- und Kommunikationszentrum eingerichtet. Das DORV-Projekt wurde am 9. September 2004 mitten im Dorf eröffnet. Seitdem ist Barmen zu neuem Leben erwacht. Man sieht wieder Menschen auf den Straßen, mit Taschen und Körben, zu Fuß oder mit dem Rad. Sie haben sich selbst geholfen.“

Die getroffene Auswahl spiegelt den Ideenreichtum Deutschlands in all seinen Facetten und in allen Regionen wider. 365 Orte präsentieren sich und ihre Idee an je einem Tag des Jahres 2006. So entsteht eine bislang einmalige Veranstaltungsreihe, mit der Deutschland als Land der Ideen zum Erlebnis wird.

Bis zum 30. September 2005 bewarben sich über 1.200 private oder öffentliche Institutionen, kulturelle und kirchliche Einrichtungen, Gedenkstätten, Museen, soziale Projekte, Unternehmen, Forschungszentren oder Universitätsinstitute um einen Platz.

Der Vorsitzende der Jury, Prof. Martin Roth, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, und die Jurymitglieder Prof. Dr. Dr. h.c. Josef Hackforth, Lehrstuhl für Sport, Medien und Kommunikation an der Technischen Universität München, Moritz Müller-Wirth, Geschäftsführender Redakteur DIE ZEIT, Bernd Rauch, Stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Deutsche Sporthilfe, Irene Schulte-Hillen, Vorsitzende des Vorstands Deutsche Stiftung Musikleben, Prof. Dieter Stolte, Vorsitzender des Museumsvereins des Deutschen Historischen Museums und Dr. Klaus Winker, Director Press and Media Relations der Deutschen Bank AG, zeichneten im Herbst 2005 aus allen Einsendungen die 365 Sieger mit dem Titel „Ausgewählter Ort 2006“ aus.


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