Missionsflüge in australische Tropengewitter

Forschungszentrum Jülich meldet erfolgreichen Missionsflüge
Von Redaktion [01.12.2005, 13.11 Uhr]

Letzte Absprachen zwischen Wissenschaftler und Pilot vor dem Start. Foto: FZJ

Letzte Absprachen zwischen Wissenschaftler und Pilot vor dem Start. Foto: FZJ

Ihre ersten beiden Messflüge in gewaltige Gewittertürme haben die Forschungsflugzeuge interner Link Geophysica und Falcon im Norden Australiens erfolgreich absolviert. In der ersten Woche der internationalen Messkampagne SCOUT - O3 konnten die Wissenschaftler bereits wichtige Messdaten zum Transport von Spurengasen in die obere Atmosphäre sammeln. Die Klimaexperten vom Forschungszentrum Jülich koordinieren die Messkampagne, gemeinsam mit ihren Kollegen des DLR, von der University Cambridge und der ETH Zürich.

Das Wetter war ideal: Bereits in den Tagen vor dem ersten Messflug gab es starke tropische Gewitter auf den Tiwi-Islands vor der Küste Nordaustraliens. Diese Gewittertürme - Hector genannt - entstehen zurzeit nahezu täglich in dieser Region. "Hochreichende Gewitter in den Tropen sind mit die wichtigsten Phänomene, die wir in unserem Experiment untersuchen wollen, da sie innerhalb von einer Stunde gewaltige Luftmassen möglicherweise bis in die Stratosphäre transportieren können", erklärt Dr. Cornelius Schiller, Physiker vom Forschungszentrum Jülich und Koordinator der Flugzeug-Kampagne.

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Am 16. und 19. November starteten das russische Höhenflugzeug Geophysica und die Falcon des DLR in die weit sichtbaren bis zu 18 Kilometer hohen Gewittertürme und ihre Umgebung. Hier haben sie Wasserdampf, Stickoxide, Ozon, Wolkenteilchen und viele a

Am 16. und 19. November starteten das russische Höhenflugzeug Geophysica und die Falcon des DLR in die weit sichtbaren bis zu 18 Kilometer hohen Gewittertürme und ihre Umgebung. Hier haben sie Wasserdampf, Stickoxide, Ozon, Wolkenteilchen und viele a

Am 16. und 19. November starteten das russische Höhenflugzeug Geophysica und die Falcon des DLR in die weit sichtbaren bis zu 18 Kilometer hohen Gewittertürme und ihre Umgebung. Hier haben sie Wasserdampf, Stickoxide, Ozon, Wolkenteilchen und viele andere Spurengase gemessen. Trotz extremer Bedingungen - feuchte Hitze am Boden, sehr kalte Temperaturen in den Flughöhen - funktionierten die wissenschaftlichen Instrumente und Messsonden zuverlässig. "Ein phantastischer Start in die Kampagne", freut sich Cornelius Schiller. "Die Piloten haben ihre schwierige Aufgabe bravourös gemeistert."

Eine erster Blick auf die Daten zeigt extrem niedrige Wasserdampfkonzentrationen am Übergang von der Troposphäre zur Stratosphäre, häufig einhergehend mit sehr niedrigen Temperaturen und dem Auftreten von Zirruswolken. Die Region wirkt so wie ein Ventil und bestimmt, in welchen Mengen das Treibhausgas Wasserdampf in die obere Atmosphäre (Stratosphäre) gelangt. Eiswolken selbst besitzen zudem einen großen Einfluss auf den Strahlungs- und damit Wärmehaushalt der Erde.

Die Wissenschaftler planen noch sechs weitere Flüge bis zum Ende der Messkampagne Mitte Dezember. Mit den Ergebnissen wollen sie klären, wie sich die Ozonschicht und der Strahlungshaushalt in der Stratosphäre zukünftig ändern wird.


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