Eine Gastronomie stellt sich vor

"Mein lieber Schwan"-enteich
Von Dorothée Schenk [20.08.2016, 20.48 Uhr]

Max Lenzenhuber (l) erklärt vor Ort Passanten die Projektidee.

Max Lenzenhuber (l) erklärt vor Ort Passanten die Projektidee.

„Der Schwanenteich hat es mir angetan“, sagt Max Lenzenhuber. Der studierte Finanz-Ökonom, Vermögensverwalter und Honorarberater, dazu „Gerne-Koch“ und Genießer guten Essens ist seit 2001 Wahl-Jülicher und schwärmt den Weiher. 1,8 Millionen Euro will er mit Unterstützung von zwei Investoren in die Hand nehmen, um hier einen Schlemmertempel mit Blick auf eines von Jülichs emotionalen Wahrzeichen entstehen zu lassen. Vollmundig sieht der Ideengeber bereits – mit den bereits etablierten Restaurants auf den gegenüberliegenden Straßenseiten – ein gastronomisches Zentrum entstehen. Einen ersten Vorgeschmack gab es bei der Präsentation vor Ort.

Mit einer Marktanalyse untermauert er sein Vorhaben. 300 Gästen sollen bei maximaler Auslastung auf zwei Ebenen Platz finden: in einem 80 Quadratmeter großen Restaurant auf Höhe des Wasserspiegels mit gediegener Küche, dem Bistrobereich auf Bahnhofstraßenniveau und der Terrasse mit Teilüberdachung. Für die Umsetzung hat sich der Unternehmer das Eschweiler Architekturbüro Scholl an die Seite geholt.

Die Ratsherren hatten den Plänen vor der Sommerpause zugestimmt und damit nach einer fast halbjährigen Diskussionen den Grundstein für die nächsten 50 Jahre gelegt. So lange läuft der Erbpachtvertrag, den die Stadt mit Max Lenzenhuber abschließen wird. Allerdings regt sich in Teilen der Bevölkerung Kritik an dem Vorstoß: Befürchtet wird, dass der Blick auf den Schwanenteich verbaut wird.

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Ein Schwan der Appetit machen soll auf die neue Gastronomie.

Ein Schwan der Appetit machen soll auf die neue Gastronomie.

Dafür wurde sogar der Denkmalschutz bemüht – der allerdings die einst herzögliche Pferdetränke und späteren Waschteich nicht schützenswert findet. Fakt ist, dass mit dem Neubau die alte Trinkhalle abgerissen wird. Diese steht allerdings bereits seit Jahrzehnten leer und diverse Sanierungspläne wurden nicht umgesetzt. Nostalgikern ein Trostpflaster bieten: Während die Gastronomie „Schwan“ heißen soll, soll das Bistro unter „Trinkhalle“ firmieren und in Teilen auch in der Raumgestaltung wiederkehren.

Dass der Gastronom in spe gerne überzeugen und die Jülicher „mitnehmen“ möchte, zeigt er an seiner Offenheit und seiner steten Einladung zum Dialog. Zum 1. Tag der Trinkhallen am 21. August lud er die Bevölkerung ein, sich nicht nur im wahrsten Sinne mit „Schwan an Currywurst“ Appetit auf das neue kulinarische Angebot zu machen, sondern auch, sich umfassend vor Ort zu informieren.

„Ums Eck“ standen die Bündnisgrünen aus demselben Anlass und ließen per Fragebogen Passanten pro und contra Projekt abstimmen. Da der Stimmzettel bis 31. August im Internet zur Verfügungstand, gab es zu Redaktionsschluss keine offiziellen Zahlen. Von Emily Willkomm-Laufs war beim Aktionstag zu erfahren, dass es wohl auf eine „Brexit-Entscheidung“ herausläuft.

Ob Max Lenzenhuber seinen Traum ein Fundament geben kann, oder auf Sand gebaut hat, wird das ausstehende Bodengutachten bringen.


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