Arbeiter und Bauern fürchten um ihre Existenz

Mahnfeuer vor Jülicher Zuckerfabrik
Von Redaktion [21.11.2005, 18.35 Uhr]

Am 22. November will der EU-Agrarministerrat über die Reform der Zuckermarktordnung entscheiden. Aus diesem Grund entzündeten Montag, 21. November, die Rheinischen Rübenbauern und Mitarbeiter der Zuckerfabriken an der Zuckerfabrik Jülich ein Mahnfeuer. Die Notwendigkeit einer Zuckermarktreform stelle niemand in Frage, erklärte Bernhard Conzen vom rheinischen Rübenbauerverband vor den Rübenanbauern und Arbeitern am Mahnfeuer. Aber für die Existenz Tausender bäuerlicher Betriebe in Deutschland und Europa werde es entscheidend sein, wie diese Reform gestaltet werde.

Die Rübenanbauer lehnten die vorgeschlagene Höhe der Rüben- und Zuckerpreissenkung ab, erklärte der Landwirt aus dem Kreise Heinsberg und forderte eine Kontrolle der Zuckerimporte aus den am wenigsten entwickelten Ländern, den sogenannten LDC (LDC = least developed countries) ab. Dreiecksgeschäfte müssten unterbunden und WTO-konforme Exportrechte gewahrt werden, so die Forderungen. Weiterhin müssten die Rübenanbauer in den Restrukturierungsfonds einbezogen werden und einen dauerhaften Preisausgleich für die Preissenkungen erhalten.

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Der Anbau von Zuckerrüben im Rheinland und der Erhalt der Arbeitsplätze in der Zuckerindustrie sowie in den vor- und nachgelagerten Bereichen müsse sichergestellt werden, forderte Contzen.

Die bundesweit von der Aktion Existenzfrage Zucker getragenen Aktion wird im Rheinland gemeinsam vom Rheinischen Rübenbauer-Verband, dem Rheinischen Landwirtschafts-Verband, der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und den rheinischen Zuckerfabriken durchgeführt. Mit den bundesweit entzündeten Mahnfeuern wollen die Demonstranten auf die Arbeitsplatz- und Existenz bedrohenden Auswirkungen einer Umsetzung des vorliegenden Reformvorschlags hinweisen und die Politiker zu verantwortungsvollem Handeln auch gegenüber der heimischen Wirtschaft auffordern.


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