Jülicher Land säumen 50 Kilometer "Wege zur Kunst"
Von tee [10.06.2016, 07.17 Uhr]

"Wege zur Kunst" führten auch in den Hexenturm

"Wege zur Kunst" führten auch in den Hexenturm

Die Stadt und seine Umgebung mal mit neuen Augen sehen. Dazu waren die Gäste auf den „Wegen zur Kunst im Kreis Düren“ eingeladen. Gleich im doppelten Sinne konnten das die Besucher im Jülicher Nordviertel bei Hans Peter Bochem.

Die Rückseite der Stadt und seine Sichtweisen ist das derzeitiges Lieblingsleitmotiv seiner Fotografien. Aus dem aufgelassenen Industriegebiet zwischen Ehrenfeld und Braunsfeld auf Kölner Gebiet bringt er Bilder mit ebenso wie vom Spaziergang an der heimischen Rur. „Da werden auch Erinnerungen an die Spielplätze der Kindheit wach“, erklärt der pensionierte Chemiker und passionierte Kulturtreibende. Dem geneigten aber nicht unkritischen Betrachter gibt er auf die Frage nach der Bildbearbeitung zur Antwort: „Der Blickwinkel jedes einzelnen ist bereits Bildbearbeitung. Die Extrembearbeitung nennt sich Wahrnehmung.“

Aber natürlich legt er auch computertechnisch Hand an. Es gehe ihm nicht darum, die Wirklichkeit zu verzerren, sondern die eigene Wirklichkeit für andere erlebbar zu machen, sagt er. Sein Sichweisen sind auch bis Ende August im Jülicher Elisabeth-Krankenhaus zu sehen.

Eine andere Wirklichkeit zeigt Fotograf Karl Peters, Er präsentierte sie in der „guten Stube des Kunstvereins“, dem Jülicher Hexenturm. Eindrücke für den Auslöser gewann er in Südeuropa aber auch Mittel- und Nordamerika. Das World Trade Center und die marode Industrieromantik aus Garzweiler sind Zeugen der Vergänglichkeit, die Peters bildnerisch in die Gegenwart rettet. Sein Examen in Visueller Kommunikation legte er in Essen an der Folkwang Schule ab, war aber beruflich – wie Bochem – im Jülicher Forschungszentrum beheimatet. Er spannte zumindest symbolisch die Brücke von Düren nach Jülich, denn geboren ist der 79-jährige in der Kreisstadt.

Korrespondierend zu Peters` Fotografien waren im Hexenturm die ungewöhnlich frühlingshaften Bilder von Kirsten Müller-Lehnen zu sehen. Die Chefin des Kunstvereins grinst und meinte: „Ja, ich habe mal eine ganz neue Farbpalette gewählt“. Und damit schritt sie auch vor den Augen der Besucher zur Tat. Denn schließlich seien die Gäste in offene Ateliers eingeladen und so führte sie auch an diesem Tag den Pinsel auf Leinwand. Mehr von Kirsten Müller-Lehnen sieht, wer das Café Pasqualini Am Wallgraben besucht.

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Jens Dummer mag`s morbide

Jens Dummer mag`s morbide

Wer Jens Dummer in Selgersdorf findet, der findet nicht nur Kunst, sondern immer auch ein gutes Gespräch über Kultur und die Welt. Er mache künstlerisch nur noch, was ihm Freude mache, räumte der gebürtige Hamburger mit viel Sinn fürs Skurile und Morbide ein. Auf seinem Hof im Schatten der Stephanus-Kirche führt der Künstler neben Zeichenstift auch eine Teil der „outgesourcte“ Akademie der Künste in Düren. Ursprünglich war er dort als Dozent tätig, hat aber nach dem Umzug eine eigene Dependance in seinen Räumen eingerichtet.

Tierisch Skuriles nimmt auch Künstlerin BINA in Linnich-Rurdorf aufs Korn. Zwischen Sauerei und Eselei ist viel Raum. Außerdem zeigt die diplomierte Innenarchitektin seit jüngster Vergangenheit auch eine Liebe zum Cartoon, der sich bereits in verschiedenen Kalendern und Veröffentlichungen niedergeschlagen hat. Mit ganz anderer Kunst ist Bina bei den Kunst und Kulturtag Wassenberg 2016 zu sehen. Hier zeigt sie ihre Schirminstallation.

Ihren Neustart auf Gut Huthmacherhof bei Welldorf kündigte die Bildhauerin Yvonne Mümo-Neumann an. In ihrem neuen Ausstellungsraum zeigte sie dort, wo einst Heu und Stroh lagerten Plastiken, die in einem Schaffenszeitraum von gut 30 Jahren entstanden sind und – so die Künstlerin – Geschichten aus Mythologie und Wirklichkeit erzählen.

Wer den Schlenker nach Aldenhoven schaffte, machte einen guten Schnitt bei Karl Heinz Schumacher – Pseudonym KHS. Der ehemalige Friseur hat seine alten Geschäftsräume zur Kunst-Werkstatt umgerüstet und hier die Gäste auf dem „Wege zur Kunst“ empfangen.


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