Kinoprogramm

Oscarprämiertes und Sozialkritisches im KuBa
Von Redaktion [17.04.2016, 12.02 Uhr]

Pikante Recherchen für "Spotlight"

Pikante Recherchen für "Spotlight"

Dreimal Kino gibt es im Jülicher Kulturbahnhof in der 16. Kalenderwoche. Der oscarprämierte Film "Spotlight" mit "Batman"/ "Birdman" Michael Keaton in der Hauptrolle wird am Montag, 18., und Dienstag, 19. April, jeweils um 20 Uhr gezeigt.

Im Jahr 2001 erhält Walter „Robby“ Robinson, der Leiter des Investigativteams „Spotlight“ des Boston Globe, einen besonderen Auftrag. Der neue Chefredakteur Marty Baron setzt ihn auf die Fälle von Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche an, von denen hinter vorgehaltener Hand schon lange gesprochen wird. Doch als Robby und seine Kollegen Michael Rezendes, Sacha Pfeiffer, Matt Carroll und Ben Bradlee Jr. die ersten Opfer interviewen, decken sie Schicht um Schicht einen viel größeren Skandal auf: Seit Jahrzehnten wurden in der Erzdiözese Boston immer wieder Kinder von Priestern missbraucht – und die Taten von höchsten Würdenträgern gedeckt und vertuscht. Die Spuren führen direkt zum Kardinal, doch die Reporter stoßen auf eine Mauer des Schweigens. Die Opfer schweigen aus Angst, hoch bezahlte Anwälte spielen auf Zeit. Die kostspielige Recherche der Zeitung droht zu scheitern.

"Spotlight" von Regisseur und Drehbuchautor Tom McCarthy steht in der besten Tradition von Enthüllungsthrillern wie „Die Unbestechlichen“ und „The Insider“ (1996). Stück für Stück lässt er seine Figuren das Puzzle zusammensetzen und macht damit etwas begreifbar, was doch so gar nicht zu begreifen ist: den jahrzehntelangen Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche und eine Vertuschung gigantischen Ausmaßes. Die Enthüllungen sorgten weltweit für Aufsehen und erschütterten die katholische Kirche in ihren Grundfesten.

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Foto: © Movienet Film GmbH

Foto: © Movienet Film GmbH

Sozialkritisch mit dem Ausverkauf der "Erde" setzt sich der Film "Landraub" auseinander, der am Mittwoch, 20. April, in Kooperation mit Bündnis 90/Grüne gezeigt wird.

Boden lässt sich nicht vermehren. Ackerland wird immer wertvoller und seltener. Jedes Jahr gehen etwa 12 Millionen Hektar Agrarfläche durch Versiegelung verloren, immer weniger Ackerfläche steht für die Ernährung jedes einzelnen Menschen zur Verfügung. Nach der Finanzkrise 2008 hat das globale Finanzkapital, allen voran europäische Investmentfonds und Banken, die Äcker der Welt als Geschäftsfeld entdeckt. Mit dem Landraub wollen sich die Reichsten der Welt Zugriff auf die wichtigste Ressource dieser Erde sichern. Der einzelne Bauer muss zunehmend Profitinteressen weichen. Dieser „Raubzug“ ist eine ernsthafte globale Bedrohung der Lebensgrundlage aller Menschen. Die Ungleichheit wird zunehmend größer: Im Jahr 2050, so schätzen Forscher, werden die Bewohner der Industriestaaten immer noch 0,4 Hektar landwirtschaftlicher Fläche nutzen können, für einen Durchschnitts-Menschen in anderen Teilen der Welt muss dann 0,1 Hektar reichen. Wenn wir den Raubzug nicht verhindern, werden unsere Lebensgrundlagen zerstört.

"Landraub" portraitiert die Investoren und ihre Opfer. Ihr Selbstbild könnte unterschiedlicher nicht sein. Die einen sprechen von gesundem Wirtschaften, Sicherung der Nahrungsversorgung und Wohlstand für alle, die anderen von Vertreibung, Versklavung und vom Verlust der wirtschaftlichen Grundlagen. "Landraub" erzählt in großen Bildern von den Folgen. Die Böden werden für GPS-gesteuerte Maschinen im großen Stil eingeebnet, der Verbrauch an Wasser, Chemie und Energie ist in der Agrarindustrie enorm. Für jede eingesetzte Energieeinheit können bei der industriellen Landwirtschaft nur drei Energieeinheiten geerntet werden, bei der kleinbäuerlichen dagegen etwa siebenmal mehr - 23 Energieeinheiten



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