Mit Jülicher Beteiligung und Kopernikus in die Energiewende
Von Redaktion [13.04.2016, 07.41 Uhr]

Das Projekt „Power-To-X“, das von der RWTH Aachen, dem Forschungszentrum Jülich und der DECHEMA koordiniert wird, gehört zu den vier ausgewählten Förderprojekten, die Prof. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung (BMBF) unter dem Titel „Kopernikus-Projekte für die Energiewende“ vorstellte. Das Großprojekt befasst sich mit der Speicherung und Nutzung von elektrischer Energie aus erneuerbaren Energiequellen durch Umwandlung in stoffliche Energieträger und chemische Produkte. Es wird in der ersten von insgesamt drei geplanten Entwicklungsphasen mit einem Volumen von 30 Millionen Euro durch das BMBF gefördert.

Ziel der Kopernikus-Projekte ist es, in den nächsten zehn Jahren Technologien zu entwickeln, die den Umbau des Energiesystems in entscheidenden Bereichen voranbringen.
„Power to X“ bezeichnet Technologien, die Strom aus erneuerbaren Quellen in stoffliche Energiespeicher, Energieträger und energieintensive Chemieprodukte umwandeln. Damit kann Energie aus erneuerbaren Quellen in Form von maßgeschneiderten Kraftstoffen für Kraftfahrzeuge oder in verbesserten Kunststoffen und Chemieprodukten mit hoher Wertschöpfung genutzt werden. Im Rahmen des Kopernikus-Programms der Bundesregierung wird nun für dieses komplexe Themenfeld mit dem ausgewählten Projekt Power-To-X (P2X) eine nationale Forschungsplattform aufgebaut.

Mit „Power-To-X“ -Technologien wird zunächst Strom aus erneuerbaren Quellen elektrochemisch umgewandelt in stoffliche Ressourcen wie Wasserstoff, Kohlenstoffmonoxid und Synthesegas. Diese stofflichen Ressourcen müssen anschließend effizient gespeichert und verteilt und in die Endprodukte umgewandelt werden. Dafür bedarf es innovativer Lösungen, die im Projekt zu ökologisch, ökonomisch und gesellschaftlich vorteilhaften Prozessen entwickelt werden sollen. Damit trägt „Power-to-X“ zum Ziel der Dekarbonisierung der Energiesysteme bei, das die Bundesregierung mit der Energiewende anstrebt, und verringert gleichzeitig den Anteil fossiler Rohstoffe in den wichtigen Leitmärkten Transport und Verkehr sowie Chemie.

Werbung

Insgesamt sind 17 Forschungseinrichtungen, 26 Industrieunternehmen sowie drei zivilgesellschaftliche Organisationen an dem Projekt P2X beteiligt.
Innerhalb von 10 Jahren sollen neue technologische Entwicklungen bis zur industriellen Reife gebracht werden. In der ersten Förderphase stehen Forschungsarbeiten zur kompletten Wertschöpfungskette von elektrischer Energie bis zu stofflichen Energieträgern und Produkten im Fokus. Dabei werden auch bereits bestehende Großprojekte und vorhandene Infrastrukturen einbezogen und Schnittstellen zur Industrie ausgebaut. Zusätzlich zur Förderung durch das BMBF bringen die Industriepartner in P2X Forschungsleistungen im Umfang von weiteren 8,3 Millionen Euro ein.

Die RWTH Aachen und das Forschungszentrum Jülich arbeiten im Rahmen der Jülich-Aachen Research Alliance (JARA) in der Sektion JARA Energy bereits intensiv auf diesem Gebiet zusammen. Gemeinsam mit der DECHEMA (Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie) koordinieren sie das Projekt.

Die vier Kopernikus-Projekte, die aus 41 Vorschlägen ausgewählt wurden, umfassen insgesamt 230 Partner, die in den kommenden Jahren die Energiewende technisch und gesellschaftlich auf die nächste Entwicklungsstufe heben werden. Jedes Programm widmet sich einem zentralen Eckpfeiler der Energiewende: Neben der in „Power-To-X“ bearbeiteten Speicherung und Nutzung erneuerbarer Energie durch Umwandlung in stoffliche Produkte sind dies die Weiterentwicklung der Stromnetze, die Neuausrichtung von Industrieprozessen auf eine fluktuierende Energieversorgung und das verbesserte Zusammenspiel aller Sektoren des Energiesystems. Für die erste Förderphase bis 2018 stellt das BMBF bis zu 120 Millionen Euro bereit. Bis 2025 sollen weitere 280 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.


Dies ist mir was wert:    |   Artikel veschicken >>  |  Leserbrief zu diesem Artikel >>

NewsletterSchlagzeilen per RSS

© Copyright 2017 Presse- und KulturBüro Schenk + Schenk | Datenschutz

Das Brenzlicht

Mehr Zivilcourage
Es gehört Zivilcourage dazu, Kritik zu üben an einer Preisverleihung, die Zivilcourage auszeichnet und sich gegen das Vergessen der Greueltaten der Nazis positioniert. Toleranz – so die Namensergänzung der veranstaltenden Jülicher Gesellschaft – gehört dazu, um auszuhalten, wenn von vier zu Ehrenden drei als Nebenprodukt behandelt werden und der einzige, durchaus nicht unumstrittene Ausgezeichnete vom Laudator eine Würdigung erfährt, die nicht nur einige Menschen befremden dürfte.  [01.03.2017, 07.54 Uhr]  >>

Alle Brenzlichter >>

Top-Thema

Freiflug über die "Sophie"
Der Barmener Olaf Kiel ist begeisterter Pilot von Multi- und Quadrokoptern, landläufig auch als Drohnen bekannt. Zwei bis dreimal in der Woche startet er in die Jülicher Börde mit seinem großen Koffer im Gepäck. Gut geschützt liegt darin die in Einzelteile zerlegte Flugmaschine, denn erst vor Ort werden die Rotoren angeschraubt und die Kamera in die Lagerung, die so genannte Gimbal, eingehängt.  [08.04.2017, 07.42 Uhr]  >>

Rundum

Kreatives Lösungsmodell im Aldenhovener KIM-Prozess [09.04.2017, 14.00 Uhr]  >>
Düren: Den Umgang mit Demenz lernen [09.04.2017, 13.51 Uhr]  >>

Vereine

Lebendiges Geschichtsgedächtnis [09.04.2017, 14.51 Uhr]  >>
Bestehen unter des Meisters Augen [09.04.2017, 13.19 Uhr]  >>

Immer auf dem Laufenden



Newsletter >>

JüLicht auf Ihrer Site

Sie können unsere aktuellen Schlagzeilen auf Ihrer Website präsentieren - hier steht, wie >>.

Kontakt

Welches Anliegen Sie auch immer bewegt, über unser Kontaktformular >> können Sie mit uns in Verbindung treten.

Werbung