Fachveranstaltung für pharmazeutisches Personal

Jülich: Demente als Kunden im Fokus
Von Redaktion [29.02.2016, 15.27 Uhr]

„Wie gehe ich mit dementiell veränderten Personen um?“ – diese Frage müssen sich auch und ganz besonders Menschen stellen, die in Apotheken arbeiten. Die Stadt Jülich veranstaltete im Rahmen des Bundesförderprojektes „Lokale Allianz für Demenz“ eine Fortbildung für Pharmazeutisches Personal in Kooperation mit der Apothekerkammer Nordrhein und dem Demenz-Servicezentrum Regio Aachen/Eifel.

Die Veranstaltung richtete sich insbesondere an Apothekerinnen und Apotheker und pharmazeutisches Personal aus der Region Jülich, Kreis Düren, Kreis Euskirchen, Kreis Heinsberg und der Städteregion Aachen. Darüber hinaus war die Veranstaltung offen für alle Interessierten. Mit 70 Teilnehmern war die Resonanz erfreulich hoch.

Demenz ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Mehr als 1,6 Millionen Menschen mit Demenz leben laut aktuellen Schätzungen in Deutschland. Bis 2050 wird die Zahl auf ca. drei Millionen ansteigen. „Der demografische Wandel zeigt auch in unserer Stadt: Jülich wird älter und bunter“, begrüßte Bürgermeister Axel Fuchs in der Aula des Technologiezentrums Jülich die zahlreichen Besucher der Veranstaltung.

„Voraussichtlich jeder dritte Jülicher wird im Jahr 2030 bereits 65 Jahre und älter sein, jeder Zehnte zur am stärksten wachsenden Altersgruppe der Hochbetagten gehören. Die Alterung der Bevölkerung ist dabei eine der größten Herausforderungen für ein zukunftsorientiertes Jülich. Dieser Verantwortung müssen und wollen wir uns in unserer Stadt stellen. Mit der Gründung des Aktionsbündnisses `Lokale Allianz für eine demenzfreundliche Stadt Jülich´ in 2014 haben wir einen wichtigen Schritt unternommen um gemeinsam mit vielen Kooperationspartnern aus Medizin, Pflege, Selbsthilfe und Ehrenamt die Lebenssituation der von einer Demenz Betroffenen und ihrer Angehörigen zu verbessern.“

Es gebe sehr viel zu tun, um demenziell veränderten Menschen nachhaltig weitestgehend eine gesellschaftliche Teilhabe auch mit der Erkrankung zu ermöglichen. Hierzu gehören die Information und Sensibilisierung einer breiten Öffentlichkeit in Jülich, die Fortbildung verschiedener Berufsgruppen, die im Alltag als Dienstleister Betroffenen begegnen, aber auch die Schaffung von Unterstützungsangeboten für Angehörige, denn 70 bis 80 Prozent der demenziell veränderten Menschen werden in den eigenen Vier-Wänden von Angehörigen betreut und gepflegt.

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Bürgermeister Axel Fuchs (2.v.l.) und Beatrix Lenzen (l.) vom Amt für Familie, Generationen und Integration zahlreiche Kooperationspartner von Apothekerkammer Nordrhein und dem Demenz-Servicezentrum Regio Aachen/Eifel begrüßen.  Foto: Stadt Jülich/St

Bürgermeister Axel Fuchs (2.v.l.) und Beatrix Lenzen (l.) vom Amt für Familie, Generationen und Integration zahlreiche Kooperationspartner von Apothekerkammer Nordrhein und dem Demenz-Servicezentrum Regio Aachen/Eifel begrüßen. Foto: Stadt Jülich/St

Demenz werde vielfach noch als ein großer Schrecken wahrgenommen, die Krankheit ist für viele Menschen immer noch ein Tabu und gerade Erkrankte in einem frühen Stadium und ihre Angehörigen empfinden oft Scham und es fällt ihnen schwer, über ihre Situation zu sprechen und notwendige Hilfen anzunehmen. Aufklärung und Information sind sehr wichtig um auch mit oder trotz einer Demenz als Betroffene und Familie nicht zu verzweifeln sondern weiterhin ein zufriedenes Leben führen zu können.

„Ihnen als Apothekerinnen und Apotheker, als pharmazeutisches Personal in den niedergelassenen Apotheken, kommt dabei eine sehr wichtige Aufgabe zu, denn Sie betreuen in Ihrer Apotheke oft über einen langen Zeitraum den alternden Kunden, die alternde Kundin. Wissen über das Krankheitsbild der Demenzen, Kenntnisse im Umgang und der Kommunikation mit demenziell veränderten Menschen aber auch Kenntnisse über Beratungsstellen, an die Sie betroffene Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen verweisen können, sind hilfreich. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Dreieck Arzt – Patient – Apotheke bildet eine grundsätzliche Basis für Arzneimittelsicherheit“, so Fuchs.

In mehreren Vorträgen wurde anschließend über das Krankheitsbild der Demenzen, über Psychopharmaka-Therapie bei Demenzerkrankten, über Kommunikation und Umgang mit dementiell veränderten Personen referiert. Weitere Themen waren die Demenzfreundliche Apotheke und lokale Unterstützungsangebote für Betroffene.

Informationen zur Veranstaltung / zum Projekt sind zu erhalten im Amt für Familie, Generationen und Integration, Tel. 0 24 61 63 239 (Beatrix Lenzen) oder E-Mail: BLenzen@juelich.de.


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