Kino in der 47. Kalenderwoche

Jülich: Hitler auslachen und der Realität begegnen
Von Redaktion [12.11.2015, 07.51 Uhr]

Hitler als Fernsehstar in "Er ist wieder da".

Hitler als Fernsehstar in "Er ist wieder da".

Darf man über Hitler lachen? Gerade rund um den Jahrestag der Reichspogromnacht und dem jüngsten Aufmarsch von Neonazis in Linnich sicher eine prekäre Frage. Humor ist aber etwas, das den "Rechten" fremd ist und so lädt das Jülicher KuBa-Kino am Montag, 16., und Dienstag, 17. November, jeweils um 20 Uhr zur Romanverfilmung "Er ist wieder da" ein.

Knapp 70 Jahre nach seinem unrühmlichen Abgang erwacht Adolf Hitler im Berlin der Gegenwart. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva. Im tiefsten Frieden, unter Angela Merkel und vielen tausend Ausländern startet er, was man am wenigsten von ihm erwartet hätte: eine Karriere im Fernsehen. Denn das Volk, dem er bei einer Reise durch das neue Deutschland begegnet, hält ihn für einen politisch nicht ganz korrekten Comedian und macht ihn zum gefeierten TV-Star. Und das, obwohl sich Adolf Hitler seit 1945 äußerlich und innerlich keinen Deut verändert hat.  
 
"Er ist wieder da" ist keine Romanverfilmung nach dem Bestseller von Timur Vermes, denn Hauptdarsteller Oliver Masucci spielt Adolf Hitler nicht nur an der Seite von erstklassigen Kollegen wie Fabian Busch, Christoph Maria Herbst und Katja Riemann – er begegnet in dokumentarischen Szenen auch dem kleinen Mann auf der Straße, außerdem Kleintierzüchtern, Unternehmern, Prominenten, Jungpolitikern, Journalisten, Nipstern und Neonazis.

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Zur bitteren Realität zurückkehren KuBa-Gänger am Mittwoch, 18. November in "Cinema Jenin - die Geschichte eines Traums", der ab 19 Uhr die schwierige Gründung eines Kinos in Palästina erzählt und in Kooperation mit der VHS Jülicher Land und dem Kulturbüro Jülich gezeigt wird.

Im November 2005 wird der 12jährige Ahmed Khatib von israelischen Soldaten im Flüchtlingslager Jenin erschossen. Der Vater Ismael entschließt sich daraufhin, nicht Rache zu üben, sondern die Organe seines Sohnes an israelische Kinder zu spenden und setzt damit weltweit ein Zeichen der Hoffnung. Der Film "Das Herz von Jenin" von Marcus Vetter erzählt die Geschichte von Ismael Khatib und inspirierte damit tausende Volontäre, ein altes verfallenes Kino in Jenin wieder aufzubauen - das Cinema Jenin.

In dem gleichnamigen Film "Cinema Jenin - die Geschichte eines Traums" schildert Marcus Vetter in der Art eines persönlichen Tagebuchs das schwierige, aber schließlich erfolgreiche Ringen um das ungewöhnliche Projekt: Cinema Jenin wurde im August 2010 unter großer weltweiter Beachtung nach 20 Jahren wiedereröffnet. Auch heute – fünf Jahre später – lebt das Kino.

Das eigenständige palästinensische Team hat es geschafft, mit Musik, Theater und einem regulären Filmprogramm Cinema Jenin zu einem nicht mehr weg zu denkenden kulturellen Mittelpunkt in Jenin werden zu lassen.

Um diese wichtige Arbeit auch in Zukunft erhalten zu können geht Cinema Jenin auf eine deutschlandweite Benefiz-Tour: Dr. Lamei Assir (Kinoleiter), Rawand Arqawi (künstlerische Leiterin) und Mohammad Dazuqi (Spielleiter) stellen die Jenin Film-Trilogie in Deutschland vor und stehen im Anschluss für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.

Im Rahmen dieser Tour sind sie mit dem Film Cinema Jenin in Jülich zu Gast. Im Anschluss an den Film können die Kinobesucher mit den Protagonisten ins Gespräch kommen.

Weitere Informationen zu Cinema: www.cinemajenin.org


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