Kulturcafe im Bonhoeffer-Haus

Jülich: Bisheriges Leben für nichtig erklärt
Von Redaktion [31.08.2015, 16.30 Uhr]

„Nur Kinder, Küche, Kirche“ von Dario Fo und Franca Rame stellt die Dürener Darstellerin Helga Kox beim Kulturcafé im Bonhoeffer-Haus, Düsseldorfer Straße 30, am Mittwoch, 2. September, vor. Spezielle Gewichtung erhält dabei die Sagengestalt Medea aus der griechischen Mythologie. Dazu lädt das Team um Marlies Keil und Inge Neumann von 9.30 bis 11.30 Uhr in die Einrichtung ein.

Das Ein-Frauen-Theaterstück „Tutta casa, létto e chiesa“ („Nur Kinder, Küche, Kirche“), von Dario Fo mit und für Franca Rame geschrieben, wurde im Dezember 1977 in Mailand uraufgeführt. Die neun unter diesem Titel veröffentlichten Szenen zeigen Personen, die jeder kennt: Frauen, die guten Grund haben, sich aus Abhängigkeit und Unterdrückung zu befreien. Die neun Szenen sind allesamt Monologe. Mit ihnen steht Franca Rame zum ersten Mal einen Theaterabend lang – gut und gerne drei Stunden – ohne Dario Fo auf der Bühne.

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„Medea“, einer der Monologe aus der Szenensammlung „Neun Reden ungehaltener Frauen“, war Franca besonders wichtig. Er war für sie von der Problematik her der schönste und beste. Er entstand nach einem klassischen Vorbild. Eine Königin, die von ihrem Mann wegen einer jüngeren Frau verlassen wird, erkennt, dass sie ihr Leben nur nach ihm ausgerichtet hat, von ihm „verbraucht“ und dann weggeworfen wurde. Sie will sich jedoch nicht damit abfinden. So bricht sie die Tradition, lehnt sich auf und tötet sogar ihre Kinder, um damit ihr bisheriges Leben für null und nichtig zu erklären.

Das Kulturcafé am Morgen öffnet jeden ersten Mittwoch im Monat von 9.30 bis 11.30 Uhr. Das Team bietet ein Frühstücksbuffet und lädt zum gemeinsamen Schlemmen und Gespräch ein. Ein Kostenbeitrag von 5 Euro für Frühstück und Kultur wird erhoben. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


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