Jülich: Festakt für exzellenten Forschernachwuchs
Von Redaktion [15.06.2015, 16.33 Uhr]

Das Forschungszentrum verabschiedete am Samstag in einer Feierstunde 42 Doktorandinnen und Doktoranden.

Das Forschungszentrum verabschiedete am Samstag in einer Feierstunde 42 Doktorandinnen und Doktoranden.

"JuDocs 2015 – Karriere made in Jülich": Unter diesem Titel verabschiedete das Forschungszentrum in einer Feierstunde 42 Doktorandinnen und Doktoranden.

"Nachwuchsförderung ist von jeher ein zentrales Anliegen des Forschungszentrums. Jülich bietet hervorragende Bedingungen und befähigt damit junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu exzellenten Leistungen", betonte Marquardt in seiner Begrüßung. 2014 wurden 559 Doktoranden und 318 Doktorandinnen im Forschungszentrum wissenschaftlich betreut. Insgesamt 293 Doktoranden kamen aus dem Ausland nach Jülich – aus 49 Nationen.

Das Forschungszentrum Jülich vergibt den Exzellenzpreis seit 2009. Die Preisträger sind junge, international erfolgreiche Forscherinnen und Forscher, die in ihrem jeweiligen Forschungsgebiet zu den besten fünf Prozent ihrer Karrierestufe gehören und mit ihren Ideen entscheidende Impulse geben.

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Dr. Enno Kätelhön, Dr. Anja Klotzsche, Dr. Michael Rack und Dr. Sabyasachi Dasgupta (von links) gehören zu den besten fünf Prozent ihrer Karrierestufe. Dafür erhielten sie den Jülicher Exzellenzpreis 2015. Fotos: FZJ

Dr. Enno Kätelhön, Dr. Anja Klotzsche, Dr. Michael Rack und Dr. Sabyasachi Dasgupta (von links) gehören zu den besten fünf Prozent ihrer Karrierestufe. Dafür erhielten sie den Jülicher Exzellenzpreis 2015. Fotos: FZJ

Ganz besonders ehrte Vorstandsvorsitzender Prof. Wolfgang Marquardt eine junge Wissenschaftlerin und drei Nachwuchsforscher: Dr. Anja Klotzsche, Dr. Sabyasachi Dasgupta, Dr. Enno Kätelhön und Dr. Michael Rack wurden mit dem mit jeweils 5.000 Euro dotierten Exzellenzpreis ausgezeichnet.

Besserer Einblick in den Boden: Dr. Anja Klotzsche

Gelangen zum Beispiel Schadstoffe ins Erdreich, ist es wichtig zu wissen, wohin und wie schnell sie sich ausbreiten. Während ihrer Doktorarbeit am Institut für Bio- und Geowissenschaften wendete Dr. Anja Klotzsche erstmals erfolgreich eine neue Methode des Bohrlochradars an. Mit diesem elektromagnetischen geophysikalischen Verfahren erzielte sie ein deutlich verbessertes und höher aufgelöstes Abbild der Bodeneigenschaften, als das vorher möglich war – auf zehn Zentimeter genau.

Die Geophysikerin analysierte mit ihrem Verfahren elektromagnetische Wellen und konnte damit Rückschlüsse auf den Verlauf der Bodeneigenschaften ziehen. Die Erkenntnisse der Helmholtz-Stipendiatin haben großen Einfluss auf die internationale hydrogeophysikalische und hydrologische Forschungsgemeinschaft.

Nanoteilchen an der Zellhaut: Dr. Sabyasachi Dasgupta

"Das ist das Highlight meiner bisherigen Laufbahn und motiviert mich von neuem, weiter an weicher Biomaterie zu forschen", freut sich Dr. Sabyasachi Dasgupta über den Exzellenzpreis. Der Inder arbeitet inzwischen als PostDoc im Mechanobiology Institute an der National-Universität Singapur und am Institut Curie in Paris.

Wenn eine Zelle ein Arzneimittel aufnimmt, wenn sie von Viren befallen wird oder auch bei der medizinischen Diagnostik mit bildgebenden Verfahren: Immer spielt es eine entscheidende Rolle, wie ein Stoff in eine Zelle gelangt. Dasgupta erforschte in seiner Doktorarbeit am Jülicher Institute of Complex Systems die Wechselwirkungen, die sich ergeben, wenn ein Nanoteilchen an der Zellhaut, der Membran, anhaftet, um von ihr teilweise oder vollständig eingeschlossen und aufgenommen zu werden

Neuartige Sensoren für "Abhör-Chips": Dr. Enno Kätelhön

Wie kommunizieren Nervenzellen untereinander? Wie verändert sich ihr Austausch durch Krankheiten? Um grundlegende Antworten auf diese Fragen zu finden, lassen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schon heute beispielhafte Zellnetzwerke auf Mikrochips wachsen und belauschen sie dort quasi. Dr. Enno Kätelhön entwickelte und untersuchte in seiner Doktorarbeit unter anderem neuartige Sensorkonzepte für solche "Abhör-Chips". Diese registrieren schon in geringsten Mengen Dopamin, einen Botenstoff, den Zellen zur Kommunikation nutzen.

Der 31-Jährige machte sich für seine Sensoren zunutze, dass manche Moleküle, zum Beispiel Dopamin, schnell Elektronen abgeben und wieder aufnehmen können. Der Ladungsfluss kann gemessen und Dopamin so schon in geringsten Mengen registriert werden. Kätelhön baute Chips voller solcher Sensoren und meldete gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen am Peter Grünberg Institut/Institute of Complex Systems ein Patent an. "In der Zukunft werden uns diese Sensoren vielleicht einmal in einer Art Video das Kommunikationsmuster der Zellen zeigen", erklärt der Physiker. "Wir wissen dann zwar nicht, was sie sagen, aber immerhin, ob und wo gesprochen wird."

Forschung für einen stabilen Plasmarand: Dr. Michael Rack

Exzellenzpreisträger Dr. Michael Rack erforscht am Institut für Energie- und Klimaforschung ein Problem der Kernfusion als Energiequelle: Das Plasma, das für die Verschmelzung von Atomkernen notwendig ist, belastet durch seine Energie die Reaktorwand. Magnete bündeln es daher, doch der Plasmarand wird immer wieder kurzzeitig instabil. Rack untersuchte in seiner Doktorarbeit diese Störungen und Methoden, um ihre Auswirkungen zu verringern. Seine Modelle, Simulationen und Messungen setzte er in Großbritannien, China und in Jülich um.

Rack ist Stipendiat der "EUROfusion", die seine PostDoc-Stelle in der Jülicher Plasmaphysik dieses und nächstes Jahr mit jeweils 140.000 Euro fördert. Der 28-Jährige lebt in Jülich und kann sich vorstellen, auch langfristig zu bleiben: "Ich habe hier sehr gute Perspektiven."


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