Lutz Görners "Ludwig van Beethoven. Sein Leben – Seine Musik"

Jülich: Wortgewaltiges und Saitenklang
Von Redaktion [24.02.2015, 09.57 Uhr]

Seit drei Jahren begeistert "die lyrische Stimme Deutschlands", wie die Frankfurter Allgemeine Lutz Görner nennt, sein Publikum, mit den von ihm erfundenen literarischen Klavierabenden. Derzeit tourt der Rezitator mit dem Programm "Ludwig van Beethoven. Sein Leben – Seine Musik". Begleitet werden Görners Worte von "der Entdeckung des Sommers 2014", Nadia Singer, am Flügel. In der Jülicher Schlosskapelle ist das "Duo" am Samstag, 7. März, ab 19.30 Uhr zu hören.

Lutz Görner und Nadia Singer verwöhnen das Publikum in der Schlosskapelle mit Beethoven. Foto: Felix Hüsch-Waligura

Lutz Görner und Nadia Singer verwöhnen das Publikum in der Schlosskapelle mit Beethoven. Foto: Felix Hüsch-Waligura

In seinem neuesten Programm erzählt Lutz Görner Beethovens Leben anhand der Briefe des Komponisten und zahlreicher Zitate über ihn. Zitate von Liszt, Chopin, Czerny, Grillparzer, Bettine Brentano und Goethe. Auf diese Weise spürt der Rezitator den Menschen hinter dem Jahrtausend-Komponisten auf und macht die große Schere sichtbar zwischen Beethovens musikalischem Genie und seinem elenden, tagtäglichen Leben, das schon mit sechsundfünfzig Jahren ein von langer Krankheit geprägtes Ende fand.

Lutz Görner vertieft durch seine Textauswahl das Verständnis für die Musik Beethovens, die ja nie aus heiterem Himmel gefallen ist, sondern immer an eine bestimmten Zeitgeschmack und eine Lebensepoche des jeweiligen Komponisten gebunden ist. So liegen etwa Welten zwischen dem C-Dur Rondo des 12-jährigen Ludwig und dem C-Dur Rondo aus der Waldstein-Sonate des 32-jährigen van Beethoven.

Lutz Görner fragt nach, versucht in seinen Programmen eine solche Entwicklung für sein Publikum nachvollziehbar und verständlich zu machen. Und so ist aus dem ‘poetischen Staubwedel‘, wie ihn der ‘Spiegel‘ auf Grund seiner ‘Lyrik für alle‘-Serie bei 3sat nannte, die Woche für Woche siebzehn Jahre lang ausgestrahlt wurde, der ‘musikalische Staubwedel‘ geworden, der ein wenig frischen Wind in die Klavierabende bringen will, um sie für viele Menschen genussreicher zu machen.

Theodor W. Adorno sagt über ihn: „Beethoven war ein Kraftgenie. Launisch, ungestüm, sonderbar, bengelhaft, roh, unbescheiden, stolz, eitel, wankelmütig, heute fremd und kalt, morgen der wärmste Freund. Aber dabei dennoch auch gutmütig, edel und empfindsam.“

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Für den richtigen Ton zum Wort sorgt Nadia Singer. Der Veranstalter lobt sie als die "Entdeckung des Sommers 2014. Jung, dynamisch, lebensfroh und mit unglaublicher Technik und Spielsicherheit ausgestattet". Die Presse wird zitiert mit den worten: „ Ihre ausgeprägte Musikalität verbindet Nadia Singer mit technischer Perfektion. Sie spielt kraftvoll, sinnlich, bildhaft, frech-frivol, spannungsreich, anregend, fantasievoll und virtuos.“

Nadia Singer, die seit knapp zwei Jahren in Weimar lebt, kommt aus Rostow am Don, wo sie auch studierte und ihr Konzertexamen abgelegt hat. Sie entstammt einer deutschen Familie die vor langer Zeit nach Russland ging. Mit drei Jahren begann sie mit dem Klavierspielen und schnell schon wurde ihr Talent sichtbar und dementsprechend, seit sie fünf war, gefördert.
Doch als Teenager ging sie lieber in die Clubs der Millionenstadt Rostow, um dort Jazz-Standards zu singen. Vielleicht hat ihr diese kurze Phase geholfen, locker zu bleiben und die so genannte Klassik nicht mit allzu strengen Augen anzuschauen und dadurch ihre eigene Individualität und das Ihr-Gemäße zu finden.

Betreut wird sie vom berühmten St. Petersburger Pianist und langjährigem Professor an der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar, Grigory Gruzman, der sie innerhalb eines Jahres zum ersten Preis beim internationalen Rachmaninow-Wettbewerb in Frankfurt/M. geführt hat.
Franz Liszt, dessen Musik Nadia Singer bevorzugt spielt, sagte über Beethoven: „Sein Name ist heilig in der Kunst. Die Autorität eines Bach, Haydn oder Mozart stand am Anfang seines Schaffens, aber zum Schluss verlangte er für sich die volle Freiheit künstlerischen Tuns und zeigte uns Jungen so den Weg, den wir weiter zu gehen haben.“

Karten bei der Buchhandlung Fischer und unter www.lutzgoerner.de


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