Neues Stück: Und ewig rauschen die Gelder

Jülicher Bühne 80 zeigt Sozialbetrug als Lachnummer
Von tee [18.02.2015, 08.15 Uhr]

Das große Finale naht 8v.r.) Jens Range,  Henning Achenbach, Claudia Cormann-Wiersch und Albert Junker in Probe-Aktion.

Das große Finale naht 8v.r.) Jens Range, Henning Achenbach, Claudia Cormann-Wiersch und Albert Junker in Probe-Aktion.

Ungeahnte und völlig unbeabsichtigte Aktualität hat das neue Programm „Und ewig rauschen die Gelder“ der Jülicher Laienspieltruppe Bühne 80, das im März zur Aufführung kommt. Plötzlich arbeitslos geworden schämt sich Eric Swan zwar, die neue Lebenssituation seiner Gattin mitzuteilen, nicht aber das Sozialamt abzuzocken. Für die gerade nach Kanada ausgewanderten Untermieter macht er – für sich, versteht sich – Unterstützung geltend, und wird mit der Zeit durchaus immer erfinderischer: Von Alters-, Invaliden-, Unfall- und Frührente, Schlechtwetter-, Kranken-, Wohn- und Kindergeld bis zur Schulmilch lässt Swan nichts aus.

Das dürfte Wasser auf die Mühlen politisch Verirrter sein. Wenn es nicht die Bühne 80 wäre, die sich und ihrem Publikum einen Spaß daraus macht. Ganz im Sinne von Wilfried Guth, deutscher Bankmanager und Neffe von Wirtschaftswunder-Minister Ludwig Erhard, der sagt: „Wer nicht lachen kann, ist nicht ernst zu nehmen.“

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„Die Leute wollen lachen“, weiß auch Regisseurin Petra Piel, die für die Jülicher ihre erste Regiearbeit abliefert. Kritischen Blicks verfolgt sie die Probe. An diesem Tag wird an den Feinheiten für das große Finale des Stücks gearbeitet. „Und jetzt noch mal ab ,Setzen Sie sich!’“, weist Piel die Akteure Henning Achenbach, Jens Range, Claudia Cormann-Wiersch und Albert Junker an. Der Höhepunkt entspinnt sich und die Schauspieler zwischen Travestie und Aufklärung, entwaffnender Ahnungslosigkeit und schriller, krimineller Energie treiben die Farce von Michael Cooney mit Wortspielen und Verwandlungsfähigkeit auf die sprichwörtliche Spitze bis zum bitteren Ende – das bleibt natürlich eine Überraschung.

Mit viel Liebe zum Detail bereitet sich die Laienspieltruppe auch im 35. Jahr ihres Bestehens auf die Aufführungen in der Jülicher Stadthalle an den Wochenden 14./15. sowie 20./21. März vor. Diesmal gibt es nicht nur den „Geräusche-Organisator“, sondern erstmals auch eine „Stagemanagerin“. Bettina Scheid achtet darauf, dass jeder Akteur bei der Aufführung am richtigen Platz steht. Wer Karten für 7 Euro im Vorverkauf möchte, der ist jedenfalls bei der Buchhandlung Fischer, Kölnstraße 9, oder dem Haarstudio Heyartz in der Nordstraße am richtigen Platz. Tickets gibt es ab sofort.


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