Stempelstelle in der "Jakobsstadt" Jülich
Von Gisa Stein [30.08.2014, 06.55 Uhr]

Ihren Pilgerpass können sich Reisende auf den JakobsWegen nach Santia go di Campostella jetzt auch in Jülich „abstempeln“ lassen. Die Stadt Jülich hat dazu einen Stempel erstellt, der stilisiert den Umriss der Zitadelle und das „Markenzeichen“ der Jakobspilger, die Jakobsmuschel, zeigt. Zu den Öffnungszeiten der Tourist-Info können die Pilger nun dort ihren Pass um einen Stempel vervollständigen. Die bisher auf dem Kirchplatz installierte „Jakobs-Stele“ hat ebenfalls ihren Platz an der „Stempelstelle“ gefunden – als Wegmarkierung für die zahlreichen Pilger, die auch die Herzogstadt auf ihrer Route passieren.

Dezernentin Katarina Esser (l.) und Stadtmarketing-Mitarbeiterin Julia Huneke präsentieren an der zur Tourist-Information auf dem Schlossplatz versetzten Stele den neuen Stempel, das Buch mit der beschriebenen Route durch Jülich.

Dezernentin Katarina Esser (l.) und Stadtmarketing-Mitarbeiterin Julia Huneke präsentieren an der zur Tourist-Information auf dem Schlossplatz versetzten Stele den neuen Stempel, das Buch mit der beschriebenen Route durch Jülich.

Seit dem Mittelalter haben sich Menschen auf den Weg begeben, um an „heiligen“ Orten Gott näher zu sein. Neben Jerusalem und Roma war Santiago de Compostela im Nordwesten der Iberischen Halbinsel das bedeutendste Pilgerziel des Europäischen Mittelalters. Nach dem Märtyrertod des Apostels um 44 n.Chr. wurden der Legende nach seine Gebeine in Spanien überführt und dort bestattet.

Mit der Zeit überzog ein Pilgerwegenetz den gesamten Kontinent. Durch den Ideenund Kulturaustausch entlang dieser geistigen und materiellen Leitlinien wurde Europa geformt und gebildet. Darum erklärte der Europarat die Wege 1987 zur ersten Europäischen Kulturstraße. In der Deklaration von Santiago ruft er dazu auf, diese Trassen zu erforschen, zu sichern und zu pflegen. Sie sollen wieder dem Transfer zwischen den Regionen und Nationen dienen und das gemeinsame Erbe bewusst machen. Über alle Grenzen hinweg soll die gelbe Muschel auf blauem Grund die Routen kennzeichnen.

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Die Landschaftsverbände Rheinland und WestfalenLippe haben in den letzten Jahren mittelalterliche Wegabschnitte zusammen mit Partnern vor Ort so authentisch wie möglich für heutige Pilger und kulturhistorisch Interessierte aufbereitet und mit dem europäischen Wegezeichen ausgeschildert. Ergänzt wird dieses Wegenetz durch die von Norden und Osten eintreffenden Routen, über die früher Gläubige von Skandinavien und Polen nach Santiago zogen.

Bei Ausgrabungen im Fundamentbereich des „Kölntores“, dem ehemaligen östlichen Stadtausgang von Jülich, wurde einet Jakobusstatuette aus Ton gefunden, der allerdings der Kopf fehlt. Das spätmittelalterliche Kunstwerk gehört dem Museum Zitadelle Jülich.

In Band 9 der Buchreihe „Jakobswege“ ist die Strecke ausführlich beschrieben, die mitten durch Jülich führt. Die Jülicher „Tourist-Information“ auf dem Schlossplatz steht nur wenige Meter neben dem einstigen Kölntor und weist ebenso wie die nebenstehende Stele nun mit einem blauen Aufkleber mit gelber Jakobsmuschel auf die Wege der Jakobspilger hin. Zudem informiert ein Flyer zum Mitnehmen über die Routen zwischen Weser, Maar und Mosel und zeigt als Karte die Wege und Stationen auf. Außerdem wird die entsprechende Publikation in Buchform als Ansichtsexemplar vorgehalten, das dort eingesehen und im örtlichen Buchhandel bezogen werden kann.


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