350. Todestag von Goswin de Nickel

Jülicher Stimme wider den Hexenwahn
Von Redaktion [18.08.2014, 08.50 Uhr]

Einen bedeutenden Sohn ihrer Stadt ehrt der Geschichtsverein Jülich in Zusammenarbeit mit der Pfarre Heilig Geist: Goswin den Nickel. Zum 350. Todestag des Jesuiten wird es einen Festgottesdienst mit anschließendem Vortrag geben.

Ein Stück Jülicher Stadtgeschichte: Goswin de Nickel ist auf der Mariensäule auf dem Kirchplatz verewigt. Foto: Schenk

Ein Stück Jülicher Stadtgeschichte: Goswin de Nickel ist auf der Mariensäule auf dem Kirchplatz verewigt. Foto: Schenk

Goswin de Nickel war der erste deutsche Generalobere der „Gesellschaft Jesu“, des Jesuiten-Ordens, dem weltweit auch heute noch 17 000 Mitglieder angehören. Die meisten von ihnen sind Priester, und zu diesen gehört auch Papst Franziskus. Goswin de Nickel war der 10. Ordensge- neral der Jesuiten, nach ihm gab es nur noch einen einzigen Deutschen in diesem hohen kirchlichen Amt.
Geboren wurde Goswin de Nickel in Koslar als Sohn des Jülicher Bürgermeisters Jo- hann Nickel. Er studierte in Pa- derborn und Mainz (1611- 1615), wo er auch am 28. Oktober 1614 zum Priester geweiht wurde.

Besonderer Verdienst Gos- win de Nickels ist, dass er seinen Ordensbruder Friedrich Spee von Langenfeld, dessen Lieder von evangelischen und katholischen Christen bis heute gesungen werden, vor dem Ordens-Ausschluss bewahrte. Spee ist nämlich der Verfasser des Buches „Cautio Criminalis – Rechtliche Bedenken gegen die Hexen-Prozesse“, das bei seinem Erscheinen im Jesuitenorden ebenso wie in Staat und Kirche ungeheures Aufsehen erregte.

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Es war ohne Ordensgenehmigung erschienen, und nur ein sehr einflussreicher Mann wie der Provinzial Goswin de Nickel konnte Spee vor einer endgültigen Verurteilung retten und damit der Vernunft, der Menschlichkeit und der christlichen Liebe trotz des grassierenden Hexenwahns einen Weg offenhalten.

Messfeier und Festvortrag

In einer Messe um 9.15 Uhr mit Pfarrer Dr. Peter Jöcken und Propst Josef Wolff in der Adelgundis- Kirche wird am Sonntag, 24. August, an Gos- win de Nickel erinnert. Im Gemeindeheim wird anschließend der Aachener Jun.-Prof. Frank Pohle einen Vortrag halten. Zudem wird eine kleine Festschrift erscheinen, die Dr. Peter Nieveler verfasst hat.


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