Besuch im Rathaus

Jülicher Grundschüler fragen - Bürgermeister antwortet
Von Redaktion [02.07.2014, 06.58 Uhr]

Elisabeth Fasel-Rüdebusch erklärt den Schulklassen die Organisation der Stadtverwaltung

Elisabeth Fasel-Rüdebusch erklärt den Schulklassen die Organisation der Stadtverwaltung

Dass das Rathaus zwar im Foyer einen Mini-Spielplatz hat, hier aber nicht so rumgetollt werden kann als wäre man auf einem, wird den rund 30 Viertklässlern schnell klar: zahlreiche an den zischenden Mund gehaltene Zeigefinger weisen darauf hin, dass hinter den vielen Türen an diesem Morgen fleißig gearbeitet wird, um die Stadt Jülich zu verwalten. Wie das so genau funktioniert, wollen die Schüler kurz vor ihrer eigenen und der Sommerpause der Verwaltung gemeinsam erkunden.

Was im Jahr 2002 auf Anfrage einiger Grundschulen mit drei Klassen gestartet wurde, hat sich in nunmehr zwölf Jahren zu einem erfolgreichen Konzept entwickelt: Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen bekommen innerhalb ihres Sachkundeunterrichts hier einen Einblick in die Stadtverwaltung und Kommunalpolitik.

Sie besuchen verschiedene Ämter und fragen Mitarbeitern über deren Arbeit Löcher in den Bauch. Im Fundbüro staunen die Kinder darüber, was man so alles verlieren kann – und dass man alles ab einem Wert von zehn Euro abgeben muss. Im Fundkeller werden gefundene Fahrräder unter die Lupe genommen, ein ausgestopfter Vogel interessiert nur wenig.

Im Standesamt haben vor allem die Mädchen Fragen, die schon einmal probeweise auf den Stühlen des Brautpaares platznehmen, erfahren etwas über dokumentenechte Tinte und dass noch viele Jahrhundert später Geburts- und Todesdaten jeden Jülicher hier einsehbar sind.

In der Druckerei erhalten die Kinder nicht nur ein dort produziertes Informationsheftchen über das Rathaus, sondern auch einen Blanko-„Knöllchen“ als Erinnerung, von denen wohl so manches am elterlichen Auto für unberechtigten Schrecken sorgen wird.

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„Macht es Spaß, Bürgermeister zu sein?“ - was Heinrich Stommel auf diese Frage antwortete, ist nicht überliefert.

„Macht es Spaß, Bürgermeister zu sein?“ - was Heinrich Stommel auf diese Frage antwortete, ist nicht überliefert.

Höhepunkt jeder Rathausführung ist natürlich die Fragestunde mit Bürgermeister Heinrich Stommel im Großen Sitzungssaal. Die Mikrofone werden getestet, was gar nicht so einfach ist, wenn man in den großen Sesseln der Stadtvertreter zu versinken droht. Reihum werden Fragen gestellt, deren Beantwortung der Verwaltungschef geduldig übernimmt. „Macht es Spaß, Bürgermeister zu sein?“, „Wie werden Steuern erhoben?“, „Ärgern Sie sich über kaputte Ampeln?“, „Wieso gibt es ein Altes und eine Neues Rathaus?“ sind dabei nur einige Fragen, denen sich Heinrich Stommel stellen muss. Begeistert nehmen die Kinder am Ende der Fragestunde ein Autogramm „ihres“ Bürgermeisters“ auf ihrem Druckerei-Heftchen mit auf den Weg – und die Erkenntnis, wie ein Rathaus von innen aussieht und funktioniert.

„Die Erfahrung aus zwölf Jahren zeigen, dass die Kinder ein großes Interesse an den Aufgabenbereichen einer Stadtverwaltung und der Tätigkeit des Bürgermeisters haben. Der Besuch stärkt das Bewusstsein der Kinder, dass sie gleichberechtigt teilhaben und (kommunal-)politisch agieren können. Sie werden angeregt, sich für ihre Belange einzusetzen. Die Hemmschwelle sinkt, sich als Klasse oder alleine direkt an die Verwaltung zu wenden“, so Lisa Fasel-Rüdebusch, die diese Rathausführungen seit vielen Jahren leitet. Allein im Jahr 2014 waren zwölf Klassen von fünf Schulen in den Amtsstuben unterwegs – insgesamt waren bereits über 2000 Kinder dabei. „Die Führungen verlaufen zwar alle auf der selben Route durch das Rathaus, doch jede einzelne ist aufgrund der unterschiedlichsten Fragen anders und macht immer Spaß. Die Schüler bringen Offenheit, Freude und Unbeschwertheit ins Rathaus und ihr kindlicher Blick auf Verwaltungsarbeit ist ein ganz besonderer“, so Lisa Fasel-Rüdebusch, die den nächsten Anmeldungen von Schulklassen nach den Ferien schon mit Freude entgegensieht.

Die Rathausführung ist für die Schulen kostenfrei. Die Anmeldung erfolgt über das Amt für Familie, Generationen und Integration. Weitere Informationen unter 02461/63411.


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