Bündnisse gegen Rechtsextremismus trafen sich

Jülich: Den Mund aufmachen
Von Arne Schenk [25.06.2014, 15.05 Uhr]

Erstes Austauschtreffen der regionalen Bündnisse gegen Rechtsextremismus …

Erstes Austauschtreffen der regionalen Bündnisse gegen Rechtsextremismus …

„Das steht uns als katholischer Kirche gut.“ So lautete die Essenz eines Austauschtreffens der regionalen Bündnisse gegen Rechtsextremismus aus Düren, Eifel, Aachen, Heinsberg und Mönchengladbach im Jülicher Roncalli-Haus.

Teilweise sind die Bündnisse recht breit aufgestellt, teilweise verfügen sie nur über ein paar aktive Mitglieder. „Wie können wir voneinander profitieren?“, war daher eine der Kernfragen des Abends. Eine regionale Vernetzung soll angestrebt werden, war die einmütige Ansicht. Ein erster kleiner, aber praktischer Schritt wäre es, die Gruppen in einem Email-Verteiler zu fassen, was Präsenz und Kontaktaufnahme vereinfacht. Gesehen und wahrgenommen zu werden, ist für die Bündnisse unerlässlich.

Kooperationspartner in Schulen gesucht
„Ausstellungen sind immer gut“, unterstrich Gunter Derichs vom Dürener Bündnis, auch wenn es nicht immer persönliche Rückmeldungen gäbe und eine Wirkung lediglich zu erhoffen sei. Wichtig seien auch die Kontakte zu Migrationsgruppen, die durch diese Arbeit entstünden. So ist beim Projekt „Engel der Kulturen“ im September 2013 auch ein Engel für den Moscheeverein erstellt worden. Dies sei speziell für Düren essentiell, da hier 1000 Einwohner mit Migrationshintergrund lebten. „Wir müssen versuchen, in diesen Bereich hineinzukommen.“ Hier verwies Axel Wiederhold vom Aachener Arbeitskreis Kirche gegen Rechts auf den „Dialog der Religionen“.

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…aus Düren, Eifel, Aachen, Heinsberg und Mönchengladbach trafen sich im Jülicher Roncalli-Haus.

…aus Düren, Eifel, Aachen, Heinsberg und Mönchengladbach trafen sich im Jülicher Roncalli-Haus.

Zudem habe der „Zug der Erinnerung“, der im März und April 2011 an Stationen in der Aachener, Heinsberger und Dürener Region hielt, allerorten für viel Aufsehen gesorgt. Auch Infostände hätten sich als sehr sinnvoll herausgestellt, erklärte Peter Schongen (Eifler Bündnis/Büro der Regionaldekane Düren). „Wenn man nach außen sichtbar ist, wird man auch anders angesprochen.“ Ansonsten ist er generell von Aktionen überzeugt: „Ja, es ist sinnvoll, selbst wenn ich nur fünf Leute erreiche.“

Wichtig sei insbesondere der Kontakt zu Schulen. Da sollten Kooperationspartner gefunden werden. Allerdings müssten Vorarbeiten in den Klassen geleistet werden, ansonsten sei manche achte oder neunte Klasse bei Vorträgen überfordert, weil viele Schüler kaum etwas verstünden. Zudem wurde beklagt, dass oftmals von Seiten der Jugendarbeit oder von Jugendorganisationen zu wenig Interesse am Wirken gegen Rechtsextremismus herrsche. Dabei sei ein Ziel zu informieren, damit mehr Menschen sich engagieren und den Mund aufmachen. Allerdings seien viele Schulen in den „Zug der Erinnerungen“ und andere Projekte involviert gewesen, die auch zahlenmäßig erfolgreich waren.

Geringe Ressourcen erschweren Aufklärung
Problematisch sei angesichts voller Lehrpläne ein Engagement außerhalb der Schulzeiten. Eine weitere Erschwernis sind die kargen Mittel, die zur Verfügung stünden, zumal es bis auf Ausnahmen kaum kommunale Förderung gäbe. „Die geringen Ressourcen können wir nicht noch splitten“, bekräftigte Derichs. Daher müsse nach Möglichkeiten der Finanzierung gesucht werden.
Werbung für die Workshoptagung gegen Rechtsextremismus in NRW betrieb Hans-Peter Killguss, Leiter der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln. Jenseits von Demos gegen Naziaufmärsche könnten sich Menschen engagieren, beispielsweise in Flüchtlingsunterkünften.


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