Kinowoche im KuBa

Walter Mitty und die Welt in Jülich
Von Redaktion [23.03.2014, 14.29 Uhr]

Walter Mitty zwischen Realität und…

Walter Mitty zwischen Realität und…

Über einen Held, der (zuerst) keiner ist, über Liebe, die eine ist, und die ganze Palette der Gefühle und Wünsche dazwischen bewegt sich Ben Stiller im Film "Die erstaunliche Welt des Walter Mitty", den das Jülicher KuBa-Kino am Montag, 24., und Dienstag, 25. März, jeweils um 20 Uhr zeigt.

Walter Mitty ist ein Held. Er rettet Kinder und Hunde aus brennenden Häusern, kämpft gegen Bestien und erklimmt die höchsten Berge. Doch all dies sind Tagträume. Denn eigentlich ist Walter nur ein kleiner Angestellter beim Life-Magazin, den jeder übersieht. Auch seine neue Kollegin Cheryl, in die Walter verliebt ist. Nur der Fotograf Sean, der für Life quer durch die Welt reist, hält große Stücke auf den ruhigen besonnenen Mann.

Als für die letzte Print-Ausgabe des Magazins ein wichtiges Foto von Sean fehlt, klopft das Schicksal an Walters Tür. Er muss sich entscheiden: Soll er weiter träumen oder aufwachen und sein Leben in die Hand nehmen? Was anfängt wie eine Komödie, entwickelt sich nach und nach in ein fantasievolles Road Movie voller unglaublicher Bilder und Eindrücke.

Je mehr Walter sich von seinen Tagträumen verabschiedet, desto wahnwitziger werden seine tatsächlich erlebten Abenteuer. Von einem Sprung in einen Helikopter in Grönland bis hin zur Besteigung des Himalaya folgt der Zuschauer Walter und wird mit hineingezogen in seine Erlebnisse.

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Tagträumerei

Tagträumerei

Ben Stiller, sowohl Hauptdarsteller als auch Regisseur, ist die perfekte Besetzung für diesen Mann, der als graue Maus startet und als strahlender Held endet. Neben all den abenteuerlichen Szenen lässt der Film sich auch immer wieder Zeit für die kleinen ruhigen zwischenmenschlichen Momente, die angefüllt sind mit Liebe, subtiler Komik und Herzenswärme. Am Ende braucht Walter Mitty keinen Traum mehr. Denn er lebt ihn. Ein mitreißender Film über die unendlichen Chancen des Lebens - magisch, poetisch, traumhaft. Dafür gab es das "Prädikat wertvoll".

Jurybegründung: Von diesem Erwachen eines Mannes, der bisher wie im Halbschlaf durch sein Leben schlich, wird mit einer großen Zärtlichkeit den Personen gegenüber erzählt. Es ist zugleich komisch, anrührend und spannend, wie Walter auf seiner Suche immer mehr zu sich selber findet, seine Geduld, Warmherzigkeit und Sorgfalt als Stärken entdeckt und schließlich lernt, wie wichtig es ist, etwa einfach nur mit einem Freund und ein paar Jugendlichen in der Wildnis Fußball zu spielen. Ben Stiller gelingt es, mit einem eher stillen Humor zu inszenieren und in der Titelrolle verkörpert er den vermeintlichen Verlierer so gut, dass er trotz oder gerade wegen der vielen Ungeschicklichkeiten glaubhaft zu einem Helden wird, der schließlich auf einer viel umfassenderen Ebene gewinnt. Und ganz nebenbei erzählt Stiller auch vom Niedergang der Printmedien und feiert dabei die grandiose Institution "Life", mit deren wunderbaren Fotos dieser Film gespickt ist.


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