Neuer Leitungskurs liefert engagierten Katecheten Bausteine für Wortgottesfeiern mit Familien

In Jülich lernen Gotteswort kreativ vermitteln
Von Dorothée Schenk [02.02.2014, 08.41 Uhr]

Organisieren können sollen sie, kooperativ sein, teamfähig und darüber hinaus auch kreativ: Die Wortgottesdienstleiter. Gerade in Zeiten, in denen Messfeiern durch die sinkende Zahl an Priestern weniger werden, sind sie nicht nur ein "Ersatzspieler", sondern werden zum festen Bestandteil kirchlichen Lebens. Hilfestellung bei der Umsetzung gibt ihnen ein Leitungskurs der Pfarrei Heilig Geist Jülich in Kooperation mit der Regionalstelle in Düren. Ein Pilotprojekt.

Gemeindereferentin Petra Graff und Pastoralreferent Thomas Tönnessen bieten gemeinsam den Leitungskurs an.

Gemeindereferentin Petra Graff und Pastoralreferent Thomas Tönnessen bieten gemeinsam den Leitungskurs an.

„Das Wort Gottes mit Familien gestalten und feiern“, heißt das Angebot. Ziel ist es, „Menschen zu motivieren, etwas auszuprobieren, zu experimentieren und nicht Angst davor haben, dass man etwas falsch macht“, erklärte Gemeindereferentin Petra Graff, die mit Pastoralreferent Thomas Tönnessen das Angebot gestaltet hat. Dabei sind keineswegs nur beauftragte Wortgottesdienstleiter angesprochen, im Gegenteil. Sie sind bei den 16 Frauen und drei Männern, die sich für den Kurs entschieden haben, in der Minderheit. In der Hauptsache sind es in den Gemeinden engagierte Katecheten, die mehr Sicherheit und Grundlagen für ihre Arbeit vor Ort wünschen. Laut Graff ist die Fragestellung: „Wie sind meine Rahmenbedingungen? Wie kann ich mit meinem Potential da vorne stehen und den Menschen etwas mitgeben?“ Auf ein Jahr ist der Kurs ausgelegt, der acht Bausteine umfasst.

Über Organisation und Planung hat das Duo Graff/Tönnessen bereits umfassend informiert. Dabei geht es nicht nur darum, die Koordination von Kirche, Küster und Kirchenmusiker zu beachten, sondern auch den Aufbau von Wortgottesdiensten. Zu wissen, auf welche „liturgische Verzierung“ verzichtet werden kann, wie Pastoralreferent Tönnessen schmunzelnd formuliert. Dass aber in jedem Gottesdienst ein Vater-unser vorkommen soll und Glaubensinhalte nicht beliebig sind, gehört zum Grundgerüst.

Den Umgang mit Bibeltexten hat Dr. Abraham Roelofsen, Dozent für Predigtausbildung und Sprecherziehung im Bistum Aachen, erläutert. Nicht nur zuhören, sondern auch mitmachen war der zentrale Punkt. Eine Anregung war etwa, wenn eine Kampfszene in einer Bibelstelle beschrieben ist, die Kinder auch mal an den Altar zu holen und kämpfen zu lassen. Viele Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten hätte ein Wortgottesdienst, betont Tönnessen. „Man kann stärker Akzente setzen als in einer Messe, in der man mit zwölfeinhalb Minuten Katechese auskommen muss.“

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Es folgen bis Jahresende noch sechs Bausteine. So zum Thema „Musik und Lieder“ mit dem Langerweher Organisten Martin Jung, ein Besuch im Katechetischen Insti- tut des Bistums Aachen, wo erklärt wird, wie unkompliziert Medienkisten für die Gestaltung der Gottesdienste zusammengestellt und zugeschickt werden können, und das Training von Stimme und Körper durch die diplomierte Religionspädagogin, Sprechwissenschaftlerin und Sprecherzieherin Ida Prinz-Hochgürtel.

Vor rund anderthalb Jahren fragte Pastoralreferentin Barbara Biel aus Jülich beim Kollegen Tönnessen im Regionalbüro der Dekane nach, ob es denn nicht ein Fortbildungs-Angebot für Wortgottesdienstleiter gäbe. Hintergrund ist die Feststellung, dass mit dem Rückgang der Zahl der Priester die Zahl der Wortgottesdienste auch an einem „normalen“ Sonntag wächst. „Das Potential, das in Wortgottesdienstfeiern steckt, ist noch nicht in allen Köpfen angekommen“, ist Gemeindereferentin Graff überzeugt. Wortgottesdienstfeiern seien keine Notstopfen.

Dagegen strebt das Duo Graff/Tönnessen mit dem neuen Kurs eine Fortbildung an, in der den Teilnehmern neben der Befähigung auch die Wertschätzung für die Arbeit der Ehrenamtler vermittelt wird. Und schließlich natürlich die Hoffnung, dass sich aus der Reihe der Interessierten neue Wortgottesdienstleiter finden. Thomas Tönnessen hat dazu schon einen Aufbaukurs in petto, der in verkürzter Form die Kursteilnehmer zu Wortgottesdienstleitern – also bis zur Beauftragung durch den Bischof – führt. „Außerdem wollen wir anschließend nach den Wünschen der Teilnehmer ein Netzwerk aufzubauen“, erklärte Petra Graff, auf das sie dann in den Vorbereitungen zurück greifen können.


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