Neues Kreishaus in Jülich nimmt Bürgern weite Wege ab
Von Josef Kreutzer [05.12.2013, 08.37 Uhr]

Der beispiellose JÜL-Erfolg war ein Muster mit emotionalem Wert. Innerhalb eines Jahres wurden 8000 neue Kennzeichen ausgegeben, weitere 6000 Reservierungen sind noch im Computer gespeichert. Das hat Landrat Wolfgang Spelthahn darin bestärkt, ein Projekt mit praktischem Mehrwert für die Menschen im nördlichen Kreisgebiet anzupacken. Im Stadtkern soll in verkehrsgünstiger Lage ein Kreishaus eröffnet werden, in dem publikumsintensive Ämter der Kreisverwaltung Düren wie die job-com, das Gesundheitsamt, das Jugendamt und das Straßenverkehrsamt ihre Dienste anbieten. "Dieses neue Angebot wird vielen Menschen den Weg in die Kreisstadt Düren ersparen. Wir kommen ihnen als bürgerfreundliche Verwaltung sozusagen entgegen. Dadurch sparen sie im Alltag viel Zeit", unterstreicht Landrat Wolfgang Spelthahn den praktischen Nutzen.

Die Kommunale Neugliederung, die die beiden Altkreise Düren und Jülich Anfang 1972 zum heutigen großen Kreis Düren verschmolzen hat, werde dadurch nicht in Frage gestellt, sondern lediglich ein Geburtsfehler behoben. "Der Ansturm auf das JÜL-Kennzeichen hat gezeigt, wie groß das Geschichtsbewusstsein und die Heimatverbundenheit der Menschen im nördlichen Kreisgebiet ist. Viele fühlen sich bis heute als Verlierer. Was vor über 40 Jahren politisch nicht gewollt war, können wir heute korrigieren. Die Jülicher sollen wieder ein Kreishaus bekommen", bekräftigt Landrat Wolfgang Spelthahn.

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Ohnehin besteht Handlungsbedarf. Da die Stadt ihre eigenen Einrichtungen künftig im Alten und Neuen Rathaus konzentrieren wird, ist dort für die Außenstellen der job-com und des Gesundheitsamtes kein Platz mehr. Dadurch verliert die Stadt Jülich jährlich rund 135.000 Euro an Mieteinnahmen. Weiteren finanziellen Spielraum gewinnt der Kreis Düren durch die angekündigte Schließung der kleinen job-com-Außenstellen in den Rathäusern. In ihnen ist die Sicherheit der Mitarbeiter schwer zu gewährleisten, wie die Analyse nach einem Vorfall in Heimbach gezeigt hat. Künftig soll es deshalb eine zentrale Anlaufstelle für alle Nordkreiskommunen in Jülich geben. Unter dem Strich eröffneten diese Entwicklungen die neue Perspektive.

Doch wo soll das neue Kreishaus entstehen? "Für den Fall, dass die Stadt Jülich uns kein geeignetes Gebäude anbieten kann, suchen wir auf dem freien Markt nach Möglichkeiten", sagt Landrat Wolfgang Spelthahn, ohne konkret zu werden: "Die Menschen im nördlichen Kreisgebiet können sich jedenfalls auf ein deutlich ausgeweitetes Dienstleistungsangebot freuen." Bei der Umsetzung des Projekts werde strikt auf die Einhaltung des Kostenrahmens geachtet.

Und es gibt weitere Pluspunkte: Landrat Wolfgang Spelthahn geht davon aus, dass in dem Gebäude über 100 Mitarbeiter des Kreises arbeiten werden. Durch die Verlagerung gewinnt der Kreis am Standort Düren also Luft. Und die benötigt er tatsächlich, wenn die job-com, das Sozial- und das Jugendamt personell deutlich verstärkt werden, was der Kreistag bereits beschlossen hat. Die neuen Mitarbeiter sollen Hilfebedürftige so effektiv betreuen, dass der Kreisetat unter dem Strich entlastet wird. Die neue Kundennähe ist dabei sicher hilfreich.


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