Keine Legionellen in Jülicher Trinkwasser
Von Redaktion [17.10.2013, 17.48 Uhr]

Nach dem Fund von coliformen Keimen im Trinkwasser einiger Ortsteile der Stadt Jülich und der Gemeinde Titz laufen bei der Stadtwerke Jülich GmbH (SWJ) die Telefondrähte heiß. Bedingt durch eine Fehl-Meldung auf Facebook glauben viele Anrufer, dass es sich um einen Legionellen-Befall handelt. „Das ist eine Falsch-Meldung. Es ist unverantwortlich von demjenigen, der das in die Welt gesetzt hat. Es gibt keinen Legionellen-Befall in unserem Trinkwasser“, betont SWJ-Pressesprecherin Sigrid Baum.

Richtig ist vielmehr, dass coliforme Keime gefunden wurden. Von ihnen geht aber meist keine Gesundheitsgefährdung aus.

Viele Arbeiten laufen bei den Stadtwerken nun gleichzeitig, um den Keimbefall zu beseitigen. So wurden die Netzbereiche in den genannten Ortschaften hydraulisch vom Rohrleitungsnetz abgetrennt, damit keine Wasservermischung stattfinden kann. Die Endpunkte des betroffenen Netzbereiches wurden und werden sorgfältig gespült. Durch das Spülen wird die Durchflussmenge in den Rohrleitungen erhöht. „Damit werden die Keime schneller ausgespült“, erläutert Jürgen Söbbing, Leiter Netz-Management der SWJ.

Chlor dazu dosiert
Zusätzlich dosieren die SWJ seit gestern Abend im Wasserturm Chlor ins Trinkwasser. Pro Stunde laufen durchschnittlich 60.000 bis 70.000 Liter Wasser durch die Leitungen. Die Chlormenge, die dazugegeben wird, wird genau auf diese Menge Trinkwasser abgestimmt. „Es sind nur kleinste Mengen Chlor notwendig, um den gewünschten Effekt der Keimabtötung zu erzielen“, weiß Jürgen Söbbing.

Werbung

Täglich werden viele Proben entnommen, um die Konzentration des Chlors im Trinkwasser zu überprüfen. Einmal täglich wird die Wirksamkeit der Spülung und Chlorung überprüft, um festzustellen, wie erfolgreich die Keimbekämpfung bislang war. Zusätzlich wird in allen nicht betroffenen Gebieten ebenfalls das Wasser überprüft.

14 Mitarbeiter im Einsatz
Derzeit sind 14 SWJ-Mitarbeiter im Einsatz. Sie kümmern sich um die Probenentnahmen beim Wasser, kontrollieren die Chlorungsanlage, sorgen für das Spülen der Netze, informieren die benachbarten Gemeinden und Wasserversorger und beantworten die Anfragen der Kunden. Auch stehen die SWJ-Mitarbeiter in ständigem Kontakt mit dem Gesundheitsamt des Kreises Düren.

Derzeit steht noch nicht fest, um welche coliformen Keime es sich handelt, da die Untersuchung zeitaufwändig ist. Die Ergebnisse werden erst in einigen Tagen erwartet. Ebenso ist die Ursache, wie die Keime ins Wasser gelangen konnten, noch ungeklärt.
Zur Erläuterung: Ein Befall mit coliformen Keimen im Trinkwasser wird dann angezeigt, wenn der Grenzwert von „null“ Keimen je 100 Milliliter Proben-Trinkwasser überschritten wird. Bei den Stadtwerken Jülich ist dieser Wert an unterschiedlichen Stellen in den betroffenen Netzbereichen überschritten.
Die Stadtwerke Jülich bedauern sehr, dass es zu einer Verunsicherung der Bevölkerung durch die Falsch-Meldung auf Facebook gekommen ist. Zur Aufklärung: Legionellen können sich nur im Wasser entwickeln, wenn die Temperatur über 25 Grad Celsius beträgt. Das Trinkwasser der Stadtwerke Jülich hat eine Temperatur von 13 bis 14 Grad Celsius.


Dies ist mir was wert:    |   Artikel veschicken >>  |  Leserbrief zu diesem Artikel >>

NewsletterSchlagzeilen per RSS

© Copyright 2017 Presse- und KulturBüro Schenk + Schenk | Datenschutz

Das Brenzlicht

Mehr Zivilcourage
Es gehört Zivilcourage dazu, Kritik zu üben an einer Preisverleihung, die Zivilcourage auszeichnet und sich gegen das Vergessen der Greueltaten der Nazis positioniert. Toleranz – so die Namensergänzung der veranstaltenden Jülicher Gesellschaft – gehört dazu, um auszuhalten, wenn von vier zu Ehrenden drei als Nebenprodukt behandelt werden und der einzige, durchaus nicht unumstrittene Ausgezeichnete vom Laudator eine Würdigung erfährt, die nicht nur einige Menschen befremden dürfte.  [01.03.2017, 07.54 Uhr]  >>

Alle Brenzlichter >>

Top-Thema

Freiflug über die "Sophie"
Der Barmener Olaf Kiel ist begeisterter Pilot von Multi- und Quadrokoptern, landläufig auch als Drohnen bekannt. Zwei bis dreimal in der Woche startet er in die Jülicher Börde mit seinem großen Koffer im Gepäck. Gut geschützt liegt darin die in Einzelteile zerlegte Flugmaschine, denn erst vor Ort werden die Rotoren angeschraubt und die Kamera in die Lagerung, die so genannte Gimbal, eingehängt.  [08.04.2017, 07.42 Uhr]  >>

Rundum

Kreatives Lösungsmodell im Aldenhovener KIM-Prozess [09.04.2017, 14.00 Uhr]  >>
Düren: Den Umgang mit Demenz lernen [09.04.2017, 13.51 Uhr]  >>

Vereine

Lebendiges Geschichtsgedächtnis [09.04.2017, 14.51 Uhr]  >>
Bestehen unter des Meisters Augen [09.04.2017, 13.19 Uhr]  >>

Immer auf dem Laufenden



Newsletter >>

JüLicht auf Ihrer Site

Sie können unsere aktuellen Schlagzeilen auf Ihrer Website präsentieren - hier steht, wie >>.

Kontakt

Welches Anliegen Sie auch immer bewegt, über unser Kontaktformular >> können Sie mit uns in Verbindung treten.

Werbung