Zweiter „Jülich Biotech Day“
Von Redaktion [09.10.2013, 07.16 Uhr]

Foto Forschungszentrum

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Brot, Käse, Wein, Bier: Um sie herzustellen, nutzt der Mensch seit Jahrtausenden den Stoffwechsel von Mikroorganismen. Heute werden mit ihrer Hilfe vielfältige Produkte wie Chemikalien, Futtermittel-Additive und Pharmazeutika aus nachwachsenden Rohstoffen produziert. Im Forschungszentrum Jülich und an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf arbeiten Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie Ingenieure gemeinsam daran, die Stoffwechselleistungen von Mikroorganismen sowie die Eigenschaften von Enzymen besser zu verstehen, gezielt zu verändern und für neue Produkte zu nutzen. Beim zweiten „Jülich Biotech Day“ am Freitag, 11. Oktober, kommen international renommierte Wissenschaftler und Industrievertreter zusammen, um sich über den Stand von Forschung und industrieller Umsetzung auszutauschen.

Den Auftakt am diesjährigen „Jülich Biotech Day“ macht Prof. Kristala Jones-Prather vom MIT in Boston, eine der führenden Vertreterinnen der synthetischen Biologie. Sie spricht darüber, wie die Synthesefähigkeiten von Mikroorganismen genutzt werden können, um hochwertige chemische Stoffe herzustellen. Mit Marcel Wubbolts vom DSM Innovation Center in Delft berichtet danach ein international herausragender Industrievertreter der „Weißen Biotechnologie” über die Strategien des Unternehmens, die darauf abzielen, eine biobasierte Wirtschaft zu etablieren.

Prof. Jörg Pietruszka und Dr. Dietrich Kohlheyer stellen im Anschluss herausragende Ergebnisse der Jülicher Biotechnologie-Forschung vor. In ihren Vorträgen geht es um die Synthese von Naturstoffen und die Einzel-Zell-Analyse in Picoliter-Bioreaktoren. Prof. Michael Müller von der Universität Freiburg ist Sprecher einer DFG-Forschergruppe auf dem Gebiet der Biokatalyse und referiert darüber, wie chemische Diversität mittels Biotransformationen erzeugt werden kann. Den Abschluss bildet Prof. Andreas Weber von der Universität Düsseldorf, Sprecher des CEPLAS Exzellenzclusters auf dem Gebiet der Pflanzenwissenschaften. Er schlägt eine Brücke von pflanzlichen Stoffwechselwegen zur synthetischen Biologie.

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Der „Jülich Biotech Day“ ist ein wichtiges Forum für das Bioeconomy Science Center (BioSC), zu dem sich im Jahr 2010 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich, der Universität Düsseldorf, der RWTH Aachen und der Universität Bonn zusammengeschlossen haben. Sie forschen an gemeinsamen Themen einer umweltschonenden Ökonomie auf der Basis nachwachsender Rohstoffe. Die vier Forschungsschwerpunkte des BioSC sind: nachhaltige pflanzliche Bioproduktion und Ressourcenschutz, mikrobielle und molekulare Stoffumwandlung, Verfahrenstechnik nachwachsender Rohstoffe sowie Ökonomie und gesellschaftliche Implikationen. Erforscht werden also auch die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte und Konsequenzen, die mit der Etablierung der Bioökonomie verbunden sind.

Die Jülicher Biotechnologie, die im vergangenen Jahr ihr 35-jähriges Jubiläum feierte, wird getragen vom Bereich Biotechnologie des Jülicher Instituts für Bio- und Geowissenschaften (IBG) sowie den Instituten für Molekulare Enzymtechnologie (IMET) und für Bioorganische Chemie (IBOC) der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die ebenfalls auf dem Campus des Forschungszentrums angesiedelt sind. Insgesamt forschen hier mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und machen Jülich zu einem Zentrum der „Weißen Biotechnologie“ in Deutschland.


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