Dauerleihgabe für die Schirmersammlung

Vom Auswärtigen Amt nach Jülich
Von Redaktion [05.10.2013, 08.18 Uhr]

Schon bei der ersten Führung entstand eine lebhafte Diskussion…

Schon bei der ersten Führung entstand eine lebhafte Diskussion…

„Es ist mir eine große Ehre Ihnen Jülichs erste Dauerleihgabe aus dem Kunstbesitz der Bundesrepublik Deutschland, das Gemälde „Waldteich mit Störchen" von Johann Wilhelm Schirmer, zu präsentieren", sagte Bürgermeister Heinrich Stommel, als er zum 150. Todestag des Meisters das Bild „Waldteich mit Störchen" präsentierte. Die Sammlung zu Johann Willhelm Schirmer, die Erforschung seines Lebens und Wirkens, hat sich zu einem fest etablierten Standbein des Museum Zitadelle Jülich entwickelt.

Schirmer hat über 300 Maler ausgebildet und ist damit als der erfolgreichste Kunsterzieher des 19. Jahrhunderts zu bezeichnen. Der Einfluss seiner Kunst und seiner Lehre reicht weit über Karlsruhe oder Düsseldorf hinaus, beispielsweise bis nach Amerika.

Die Forschung zu Schirmer ist ein Jülicher Produkt, das einen internationalen Stellenwert behauptet, nicht zu letzt dank der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Jülich. In Kooperation gelang es dem Museum kunsthistorische Forschung mit naturwissenschaftlichen Ansätzen zu schärfen. Eine Erfolgsgeschichte, die sich nicht nur regen Interesses bei den internationalen Gästen des FZJ erfreut, sondern auch bei der Öffentlichkeit. Geschichte und Zukunft treffen im Schirmerprojekt mal wieder aufeinander, ganz im Sinne des Stadtmottos: „Historische Festungsstadt - Moderne Forschungsstadt".

2011 konnte von unserem Museum ein Werk des amerikanischen Malers Thomas Worthington Whittredge erworben werden, das während seines Düsseldorf-Aufenthaltes unter dem Einfluss Schirmers entstanden ist.

Das Motiv des kleinen Bildes steht im Zusammenhang mit der Werkserie, die die Dauerleihgabe repräsentiert. Das Bild „Waldteich mit Störchen" hat auch in der Vergangenheit schon so mancherlei internationale Beziehungen begleitet, gehörte es doch Jahrzehnte zur Ausstattung des Auswärtigen Amtes in Bonn und Berlin. Durch den Zugang des Bildes für das Museum in Jülich werden nun weitere Impulse für Forschung und Präsentation geliefert.

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…sind es eher Reiher oder doch Störche, die Johann Wilhelm Schirmer im Bild „Waldteich mit Störchen" abgebildet hat?

…sind es eher Reiher oder doch Störche, die Johann Wilhelm Schirmer im Bild „Waldteich mit Störchen" abgebildet hat?

"Dafür sind wir der Bundeskunstverwaltung sehr dankbar. Mich erfüllt es mit Stolz, dass das Museum Zitadelle Jülich mit seiner Schirmersammlung in den letzten Jahren einen solchen Rang erreicht hat. Die Anerkennung zu erlangen, eine Dauerleihgabe aus dem Kunstbesitz der Bundesregierung zu erhalten, ist für ein eher kleineres Museum keineswegs selbstverständlich", betonte Bürgermeister Stommel in seiner Ansprache: "Dass wir heute diesen Erfolg feiern können, ist das Ergebnis der seriösen und wertvollen Arbeit und Forschung, die das Museumsteam in den letzten Jahren in das Thema „Schirmer und seine Zeit" investiert hat."

Es sei bemerkenswert, dass Jülich - die Stadt der Wissenschaft und Forschung - auch in der Kunstgeschichte einen solchen Stellenwert erreicht hat. Stommel: "In diesem Sinne möchte ich mich recht herzlich bei Prof. Bachem bedanken, der als Vorstandsvorsitzender des FZJ, sowie auch als Vorsitzender des Fördervereins Museum Jülich das Vorhaben unterstützt hat, sowie bei Herrn Rachel MdB, dessen Hilfe als parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung ein großer Vorteil für uns war."

All die Stärken, die an der Kunst von Johann Wilhelm Schirmer geschätzt würden, seien in diesem Werk zu finden: Die einzelnen Details sind ausgearbeitet und die stimmige Naturalistik des Gesamtwerkes bringt es ganz im Sinne der Romantik zum Strahlen.

Jülich machte seinem Ruf als Forschungsstandort alle Ehre. Denn schon bei der Führung von Museumsleiter Marcell Perse mit den ersten Besuchern entstand eine Diskussion darüber, ob die im Bild dargestellten Vögel denn nun Störchen seien oder nicht vielmehr Graureiher. Die gelben Schnäbel und die trotz kleinem Format deutlich dargestellten Schopffedern sind ein eindeutiger Beleg dafür, dass Schirmer hier die noch heute an der Rur häufig anzutreffenden Reiher dargestellt hat. So erhielt das Bild mit der Aufnahme in die Jülicher Ausstellung auch gleich den neuen Titel „Waldteich mit Graureihern". Das Gemälde ergänzt ab sofort für alle Besucher des Museums Zitadelle das Spektrum der Werk Schirmer Pulvermagazin.


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