Koslar: Arno Schladers Lebenswelten
Von Redaktion [04.10.2013, 13.02 Uhr]

Gerne gewährte Arno Schlader Einblicke in seine Keramik-Werkstatt.

Gerne gewährte Arno Schlader Einblicke in seine Keramik-Werkstatt.

Arno Schlader ist immer noch omnipräsent im Jülicher Land: Sei es seine Figuren im Kreisel zwischen Barmen und Koslar, ob im Jülicher Brückenkopf-Park, vor dem Marienkindergarten an der Kurfürstenstraße - der Keramiker, der vor drei Jahren so plötzlich starb, hat nicht nur ein großes künstlerisches Oeuvre hinterlassen, sondern die Menschen immer auch an seiner Kunst teilhaben lassen. Jetzt widmet seine Familie ihm in seinem Lebensmittelpunkt, dem "de Nickel-Schuppen" in Koslar, eine Retrospektive.

Arno Schlader wurde 1944 in Jülich geboren, neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als Lehrer erweiterte er sein Studium von 1975 bis 1985 bei Prof. Benno Werth in Aachen.Mit den Bereichen Natur und Akt setzt er sich zeichnerisch sowie plastisch in Ton auseinander. Parallel dazu besucht er Meisterkurse in Drehtechnik in Düsseldorf. Vom Material Ton ist er vom ersten Augenblick an fasziniert: "Das Besondere an Ton ist, dass man permanent verändern kann."

Am Anfang entstehen Gebrauchskeramiken wie Schalen, Teller, Krüge, kleine Gefäße, später Figuren, erst sehr kompakt und statisch, danach immer freier und in Bewegung.1980 gründete Arno Schlader zusammen mit Dietmar und Käthe Biermann sowie Leo Herzmann die Galerie de Nickelschuppen in Koslar, dort baute er auch seine eigene Keramikwerkstatt auf.

In der alljährlich stattfindenden Weihnachtsausstellung wurden neben verschiedenen Gastausstellern auch die eigenen Arbeiten vorgestellt. So etablierte Arno den de Nickelschuppen mit seiner Leidenschaft für die Kunst und Unterstützung seiner Frau in diesen Jahrzehnten als Veranstaltungsort für Ausstellungen, Lesungen und vieles mehr.

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Foto: Hans Helle

Foto: Hans Helle

Neben Arbeiten denen eine biblische Thematik zu Grunde liegt, dienen auch allegorische Gestalten und Personifizierungen von Begriffen und Sprichwörtern als Basis für seine Arbeiten, oft sind sie witzig-ironisch, nicht selten aber von einer tiefgründigen Ernsthaftigkeit durchsetzt. Merkmal aller Arbeiten von Arno Schlader ist die Liebe zum Detail, soweit dies der Werkstoff Ton erlaubt. Seine Keramiken werden geprägt durch Paul Flora, Jean de Lafontaine, Walter Hanel, Adolf Born, Hans Ticha, HAP Grieshaber, Margit Kovacs…aber auch die zahlreichen Reisen ins Ausland haben die Themen beeinflusst wie z.B. die Commedia dell`arte,oder die Baseler Fassnacht….

Zahlreiche Skulpturen und Figuren prägen das Bild im öffentlichen Raum, so vor allem im Kreis Düren. (Brückenkopfpark Jülich, Kreisverkehre Linnich und Koslar, Seniorenresidenz Jülich, Krankenhauskapelle Jülich, Glasmalereimuseum, Grundschulen…) In seiner 40-jährigen Tätigkeit als Lehrer hat er mit großem Engagement auch dort das Interesse vieler seiner Schüler für die Kunst geweckt, und viele Wettbewerbe auch auf Bundesebene mit ihnen gewonnen. Dieses vielseitige Engagement wurde 2006 mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Durch die Zusammenarbeit und Freundschaft mit Otmar Alt hielt die Farbe Einzug in seine Keramiken. Gemeinsam schufen die Freunde eine wunderbare Ausstellung im Glasmalereimuseum Linnich, unter dem Titel" Trolle, Gnome und andere Wirklichkeiten". Das Tor der Sehnsüchte (verwirklicht in Zusammenarbeit mit Peter Dolfen und Andreas Büttgen) schmückt seitdem den Museumsgarten.

Die Ausstellung ist bis 13. Oktober zu sehen. Geöffnet ist sie dienstags bis samstags 17 bis 19 Uhr, sonntags 11 bis 17 Uhr.

Begleitend zur Werkschau ist ein Katalog "Keramiker aus Leidenschaft" erschienen, dessen Autorenliste prominent besetzt ist: Beträge verfassten Professor Dr. Frank Günter Zehnder, Leiter der internationalen Kunstakademie Heimbach, Landrat Wolfgang Spelthahn, Guido von Büren als Vorsitzender des Geschichtsvereins und Kunsthistorikerin Dr. Iris Nestler, Fotograf Günther Kròl und Dr. Peter Nieveler ehren ihn mit einem Katalog für sein Lebenswerk, für die Verdienste um die Akademie und sein vielseitiges Engagement.


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